30.12.2014

mindestlohn NGG

Mindestlohn steigert Kaufkraft in Wuppertal um 69 Millionen Euro

Ab Januar werden in Wuppertal rund 33.600 Beschäftigte den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Die Kaufkraft steigt nach Angaben der Gewerkschaft NGG im kommenden Jahr um 69 Millionen Euro.

Mehr als 33.600 Menschen in Wuppertal werden ab Januar deutlich mehr Geld im Portemonnaie haben. So viele Beschäftigte werden dann nämlich erstmals vom gesetzlichen Mindestlohn profitieren. Bislang verdienen sie weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Düsseldorf-Wuppertal beruft sich dabei auf eine Untersuchung zum Mindestlohn vom Pestel-Institut in Hannover. Demnach wird die Einführung des Mindestlohns einen enormen Effekt für die heimische Wirtschaft haben: Die Wissenschaftler gehen allein in Wuppertal von einer zusätzlichen Kaufkraft von 69 Millionen Euro durch den Mindestlohn aus.

8,50

 

„Im Schnitt wird jeder in Wuppertal, der bislang einen Niedriglohn von unter 8,50 Euro bekommen hat, im kommenden Jahr rund 2.050 Euro mehr Geld zur Verfügung haben – allein durch den Mindestlohn“, sagt Dieter Schormann. Der Geschäftsführer der NGG Düsseldorf-Wuppertal macht deutlich, dass dieser zusätzliche Verdienst nahezu eins zu eins in den Konsum fließen werde: „Die wenigsten werden ihr Lohn-Plus auf die hohe Kante legen. Die meisten werden sich davon endlich einmal etwas gönnen – Sachen, die sie sich als Niedriglöhner vorher nicht oder nur schwer erlauben konnten: neue Kleidung, Kosmetik, Kino … und auch einmal ein Essen in der Gaststätte“, so Dieter Schormann. Die Einführung des Mindestlohnes bedeute für die Menschen einen „enormen Gewinn an Lebensqualität“. Dahinter stecke aber auch ein „harter politischer Kampf, den die NGG als treibende Kraft und damit als eine der ‚Mütter des Mindestlohns‘ am Ende für die Geringverdiener gewonnen habe.

„Es wird schwarze Schafe geben“

Wichtig sei nun, dass alle Arbeitgeber in Wuppertal den Mindestlohn ab Januar auch tatsächlich zahlten. „Es wird schwarze Schafe geben – ganz sicher: Chefs, die keine 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Oder Unternehmer, die die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die dann zum Null-Tarif geleistet werden müssen“, sagt Dieter Schormann. Diese Arbeitgeber machten sich allerdings strafbar. „Der Verstoß gegen den gesetzlichen Mindestlohn ist kein Kavaliersdelikt“, so der NGG-Geschäftsführer. Die Gewerkschaft fordert deshalb „Mindestlohn-Sonderkontrollen“ in Wuppertal durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls.

Für Menschen mit niedrigem Einkommen bietet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen „Online-Lotsen“ mit Informationen rund um den Mindestlohn: www.mindestlohn.de. Darüber hinaus hat auch das Bundesarbeitsministerium eine „Mindestlohn-Hotline“ geschaltet: 030 / 60 28 00 28 (Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 20 Uhr). Die NGG Düsseldorf-Wuppertal weist darauf hin, dass ein Minijobber ab Januar nur noch rund 52 Stunden pro Monat – und damit 13 Stunden pro Woche – arbeiten muss, wenn er einen Stundenlohn von 8,50 Euro bekommt.

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Quelle: NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal

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Kommentare

  1. Vielleicht öffnet diese dem einen oder anderen die Augen, dass „der Bürger“ in Wuppertal immer der größte „Investor“ bleiben wird – solange man ihn nicht immer wieder vergrault und er wegzieht.

  2. H.H sagt:

    Mindestlohn steigert Kaufkraft in Wuppertal um 69 Millionen Euro,

    und bleibt trotzdem als Arbeitnehmer sein ganzes Leben lang hilfebedürftig weil 8.50 €
    vorne und hinten nicht ausreichen!

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