19.03.2014

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Die Schneiderei Burscheid schließt im Sommer

Inhaberin Anke Schulz zieht Konsequenzen aus der B7-Sperrung und der nach wie vor geplanten Erweiterung der City-Arkaden.

Das Traditionsunternehmen Schneiderei Burscheid, das vor knapp 100 Jahren im Kipdorf gegründet wurde, wird am 30. Juni dieses Jahres schließen. Inhaberin Anke Schulz, die das Unternehmen seit 24 Jahren erfolgreich führt, sieht angesichts der zu erwartenden Umsatzeinbußen durch die B7-Sperrung und aufgrund der nach wie vor im Raum stehenden Erweiterung der City-Arkaden am jetzigen Standort keine Perspektive mehr.

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Schneiderei Burscheid - gelebte Tradition - wie lange noch?
Schneiderei Burscheid – gelebte Tradition – wie lange noch?

 

Spezialgeschäft mit Tradition

Das „Spezialgeschäft für Kunst-Stickerei, Plisseebrennerei und Spezial-Näherei“ wurde 1918 von Josef Burscheid eröffnet und ist das letzte existierende Unternehmen aus der Zeit der blühenden Textilindustrie im Umfeld der europaweit berühmten Textilhandelsstraße Hofaue. Selbst die Zerstörung in der Bombennacht von 1943 konnte den Gründer nicht davon abhalten, den Betrieb sieben Jahre später am gleichen Standort neu zu eröffnen. Diese Ära der Elberfelder Geschichte ist mit der Schließung der Schneiderei Burscheid zu Ende.

 

Spezialgeschäft mit über 100 jähriger Tradition - wie lange noch?
Spezialgeschäft mit fast 100 jähriger Tradition

 

Kunden werden Elberfeld meiden

Grundlage für die Kündigung der Gewerberäume im Kipdorf war auch eine Kundenbefragung, die Anke Schulz Anfang des Jahres durchführte. „Nahezu alle rechnen mit einem Verkehrschaos durch die B7-Sperrung wegen des Döppersberg-Umbaus. Nach meinem Eindruck werden viele Kunden Elberfeld in Zukunft eher meiden und zum Einkaufen nach Alternativen im Umfeld suchen,“ so Anke Schulz. „Auch für den Fall, dass nach einem Jahr Gewöhnungsphase wieder halbwegs Normalität einkehren sollte, ist bei meiner Ertragslage als kleines Handwerksunternehmen eine vorsichtig geschätzte Umsatzeinbuße von 20 Prozent über einen solchen Zeitraum nicht zu verkraften. Ich schließe mein Geschäft nur schweren Herzens, aber ich sehe keine Alternative.

Risiko nach wie vor auch durch die geplante Erweiterung der City-Arkaden

Zur Entscheidung beigetragen hatte auch eine Nachricht von Johannes Slawig. Dieser wies in einer Mail am 29. November 2013 unmissverständlich darauf hin, dass der Aufstellungsbeschluss zur Bebauung des Platzes am Kolk zur Erweiterung der City-Arkaden nach wie vor seine Gültigkeit habe. Nach dem bisher bekannten Planungsstand sollen im Zuge der Erweiterung des Shopping Centers einige Immobilien im Kipdorf abgerissen werden. Anke Schulz: „Selbst wenn mein Unternehmen die schwere Zeit der B7-Sperrung überstehen sollte, muss ich jeden Tag damit rechnen, meinen Standort aufgrund der ECE-Planungen verlassen zu müssen. Das Risiko, diesen Standort zu halten, ist einfach zu hoch.“

Anke Schulz - sie pflegt die Tradition
Anke Schulz – sie pflegt die Tradition – wie lange noch?

 

Noch keine neue Perspektive

Die weitere Zukunft ist für 46-jährige Inhaberin der Schneiderei Burscheid Anke Schulz ein großes Fragezeichen. Die Suche nach geeigneten und bezahlbaren Gewerberäumen führte bislang nicht zum Erfolg. „Ich bin in alle Richtungen offen“, so Anke Schulz, „ich könnte mir vorstellen, die Schneiderei Burscheid an einem anderen Standort neu zu eröffnen, aber möglicherweise verdiene ich zukünftig mein Brot auch bei einem anderen Unternehmen.“ Eine konkrete Perspektive gibt es zurzeit noch nicht.

Anm.:
Die Veröffentlichung erfolgte im Auftrag der Firmeninhaberin Anke Schulz, um ganz reale Folgen des politischen Handelns in und für Wuppertal aufzuzeigen.

 

 

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Kommentare

  1. wuppertalerin sagt:

    Es ist schade, dass eine weiteres langjährig bestehendes, inhabergeführtes Unternehmen schließt. Aufgrund der wahnwitzigen Idee, die B7 für 3 Jahre plus X sperren zu wollen, werden (leider) noch andere Unternehmen folgen.
    Ich habe volles Verständnis für diese Entscheidung und wünsche der Inhaberin viel Glück auf ihrem weiteren beruflichen Weg. Vielleicht ist es ihr doch möglich, an einem anderen Standort ihr Geschäft weiterzuführen. Leerstand gibt es ja reichlich in Wuppertal und die Stadt hat auch noch andere Eingangstore.

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