30.01.2014

(samkeitsgruppe; Alte Feuerwache Offene Kinder- und Jugendarbeit

8samkeitsgruppe II geht an den Start

Zuwendung, Stabilität und Unterstützung für belastete Kinder.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit in der Alten Feuerwache an der Gathe leistet bereits Beachtliches und Einzigartiges. Über 160 Kindern und Jugendliche aus dem Quartier Nordstadt finden hier einen Anlaufpunkt, an dem sie gefördert und betreut werden. Doch viele Kinder benötigen darüber hinaus eine Intensivbetreuung, einigen kommt diese in der 8samkeitsgruppe zuteil. Dank privater Projektbeteiligter kann nun mit acht weiteren Kindern die 8samkeitsgruppe II an den Start gehen.

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Dr. Stefan Kühn, Beigeordneter und Dezernent für Jugend, Soziales und Integration der Stadt Wuppertal, stuft die Arbeit der Alten Feuerwache im Vergleich mit anderen NRW-Einrichtungen in die „Champions League“ der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ein.

Umso mehr freut es ihn, dass nun die 8samkeitsgruppe II an den Start gehen kann: „Ein ganz toller Moment!“ Als Stadt freue man sich, wenn etwas für die Kinder dort getan wird, wo es am nötigsten ist und dass ist im Quartier Nordstadt zweifelsohne der Fall. Hier leben über 2.700 Kinder, viele von ihnen unterhalb der Armutsgrenze und in instabilen sozialen Verhältnissen. 70 Prozent haben eine Zuwanderungsgeschichte. „Drei Dinge brauchen diese Kinder: Zuwendung, Stabilität und Unterstützung bei Bildungsprozessen“, so Kühn. Auch die Stadt trägt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Projekt bei und übernimmt die Kosten für den Gruppenraum in der Alten Feuerwache.

Alarmierende Fakten

Jana-Sophie Ihle, Leiterin des pädagogischen Bereichs der Alten Feuerwache, macht die Dringlichkeit solcher Maßnahmen deutlich: „Die Kinder in diesem Stadtteil sind außerordentlich belastet.“ Anhand verschiedener klinischer Verfahren habe man die Besucherkinder der Alten Feuerwache diagnostiziert, die Ergebnisse sind schockierend. Bei physischen Stresssymptomen wie Kopf-, Bauchschmerzen, Schlaf- und Essstörungen sind 43,47 Prozent der Kinder auffällig, 39,14 Prozent sogar sehr auffällig. Ebenso dramatisch sieht es bei den Depressionswerten (Selbsthass, Selbstzweifel, Traurigkeit, Einsamkeit etc.) aus, jeweils 27,17 Prozent sind auffällig bzw. sehr auffällig, fast 12 Prozent sogar akut suizidal. Dass hier die Arbeit der 8samkeitsgruppe immense Verbesserungen bei den Kindern erzeugt, wird am Beispiel „Sammy“ deutlich. Nach 1 ½ Jahren in der 8samkeitsgruppe I sind die Werte bei den physischen Symptomen von sieben auf vier Punkte zurückgegangen, der Depressionswert von 85 Prozent ist auf 10 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum sind die Werte bei einem Vergleichskind außerhalb der 8samkeitsgruppe stagniert.

Alarmeirende Fakten (Quelle: Alte Feuerwache)Alarmierende Fakten (Quelle: Alte Feuerwache)

Joachim Heiß, Geschäftsführer der Alten Feuerwache: „Sicherlich ein Drittel unserer Besucherkinder hätten Bedarf für eine solche Intensivbetreuung.“ Seine Vision ist es, in einem größeren Rahmen zu denken und ein System zu schaffen, dass sich mehr auf die Vorsorge, wie in diesem Projekt, als auf die Nachsorge konzentriert. „Es hilft den Kindern direkt und wird nachhaltig zu Einsparungen führen“, ist er sich sicher. An einem Beispiel wird dies deutlich, die 8samkeitsgruppe mit Intensivbetreuung für acht schwer belastete Kinder ist mit 40.000 Euro im Jahr finanziert, ein Heimplatz für ein Kind kostet etwa 55.000 Euro pro Jahr. Kühn kann dies nur unterstreichen, er sieht in den zwei Gruppen, deren Erfolg durch Evaluation belegt wird, auch eine gute Basis für einen möglichen Zugang zu Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. „Im Strukturpapier der Region für diese Förderperiode haben wir dies schon angelegt.“

Familiäre Atmosphäre

Vier Jungen und vier Mädchen zwischen sechs und neun Jahren wurden nach Fachgesprächen aus der Gruppe der Besucherkinder für die 8samkeitsgruppe II ausgesucht. Hinter ihren Belastungen stecken ganz unterschiedliche Problematiken, jedoch haben alle Beziehungsabbrüche unterschiedlicher Art erlebt. „Dank der Unterschiede können sie sich auch gegenseitig im sozialen Lernen unterstützen“, so Rahel Schüssler, die eigens als Betreuerin und feste Bezugsperson für  diese Gruppe angestellt ist. Die Kinder freuen sich schon jetzt: „In der letzten Woche haben sie Schlange gestanden, um beim Streichen ihres Raumes helfen zu dürfen“, erzählt Schüssler. Die Kinder werden nach der Schule in die Alte Feuerwache kommen, gemeinsam spielen und zu Mittag essen. Dann folgt die Hausaufgabenzeit, hier kooperiert man auch eng mit den Schulen. Danach können sie die offenen Angebote nutzen, zu denen beispielsweise der Gebärdenchor, Sport und eine Theatergruppe gehören. Fest im Tagesplan ist dann noch einmal ein Gruppentreffen, bevor sie um halb sechs nach Hause gehen. Damit hört die Betreuung, die von Montag bis Freitag angeboten wird, nicht auf. „Wir arbeiten familienfördernd und beziehen die Eltern mit ein, um ihnen die Angst zu nehmen, sich in Problemlagen an uns zu wenden“, berichtet Ihle. Für die Eltern bedeute dies auch eine ganz große Entlastung, zudem würden die Kinder die gelernten Werte auch in die Familie übertragen und bestünden z.B. auf festgelegte Rituale.

Die Projektbeteiligten (v. lks. n. r.): Betreuerin Rahel Schüssler, Bertold Frowein (Verein Leben in Wuppertal), Dr. Stefan Kühn, Heinz-Günter Wahle und Natalie Knobel (Credit- und Volksbank Wuppertal), Jana-Sophie Ihle und Joachim Heiß (Alte Feuerwache) sowie Peter Jung (Lions Club Wuppertal Schwebebahn). Foto: CtEDie Projektbeteiligten (v. lks. n. r.): Betreuerin Rahel Schüssler, Bertold Frowein (Verein Leben in Wuppertal), Dr. Stefan Kühn, Heinz-Günter Wahle und Natalie Knobel (Credit- und Volksbank Wuppertal), Jana-Sophie Ihle und Joachim Heiß (Alte Feuerwache) sowie Peter Jung (Lions Club Wuppertal Schwebebahn). Foto: CtE

Möglichmacher für einen guten Weg in die Zukunft

Die erste 8samkeitsgruppe wird seit drei Jahren durch den Lions Club Wuppertal Bergisch-Land finanziert und läuft noch zwei Jahre. Präsident Christoph Nieder hat die Kontakte vermittelt, durch die nun auch die Finanzierung der 8samkeitsgruppe II für die kommenden drei Jahre gesichert ist. Dazu gehört der Verein „Leben in Wuppertal“, der im letzten Jahr anlässlich des Frowein-Firmenjubiläums mit dem Ziel gegründet wurde, insbesondere benachteiligte Kinder in der Stadt zu unterstützen. „Das Projekt passt zu uns wie die Faust aufs Auge. Wir sehen den Notstand normalerweise nicht und sind überzeugt, dass wir aus menschlichen und gesellschaftlichen Gründen helfen müssen“, so Berthold Frowein. Der jüngste Lions Club Wuppertal Schwebebahn ist ebenfalls dabei: „Wir haben uns für dieses Projekt on top zu unseren anderen Projekten vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit entschieden“, so Peter Jung. „Wir haben die Zusage gegeben und sorgen jetzt für die Mittel“, die zum Beispiel aus dem Erlös des Entenrennens am 31. Mai auf der Wupper fließen sollen. Neben finanzieller Unterstützung wolle man aber auch für das ein oder andere schöne Erlebnis sorgen. Auch die Credit- und Volksbank Wuppertal will mit ihrer Unterstützung soziale Verantwortung übernehmen. „Vielleicht gelingt es uns, diese Kinder später auch in Ausbildung zu bringen“, so Vorstandsvorsitzender Heinz-Günter Wahle. Weitere Unterstützer sind Lions-Club-Mitglied Guido Meßthaler und die Unternehmerfamilie Frischemeier.

 

Quelle: PM 8samkeitsgruppe vom 30.01.14

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Kommentare

  1. Thorsten Sippel sagt:

    A L L E 8 C H T U N G !!!

    &

    Ganz vielen lieben Dank für diese extremst notwendige und sinnvolle Arbeit.

    Es ist so wichtig,

    und wir brauchen noch viel mehr davon.

    Weitermachen & weiter viel Erfolg!

    1. CtEvD sagt:

      Vielen Dank!!!

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