10.06.2013

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Facebook, das Privatleben und was andere das angeht

Image ist das, wie andere Leute die Sparkasse wahrnehmen. Dabei gibt es eine Menge Faktoren, die das Image beeinflussen – wie die Anzeigen und Kampagnen, die von zwei Designerinnen entworfen werden. Doch die Azubis müssen lernen, dass sie der wichtigste Baustein sind.

Das Thema ist unglaublich wichtig, es betrifft sogar das Privatleben der Sparkassen-Mitarbeiter, und doch ist es nur schwer zu fassen. „Es fängt an mit dem Wohlfühlfaktor und mit der Frage, was uns von einer gewöhnlichen Bank unterscheidet“, sagt Jürgen Harmke, Pressesprecher der Stadtsparkasse Wuppertal. Es geht um das Image. Darum, was andere Menschen über die Sparkasse denken. Darum, was sie mit dem Begriff Sparkasse in Verbindung bringen. Und darum, wie man das steuern kann.

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Für das Steuern sind Nina Donner und Caroline Rudorff zuständig. Die beiden Grafikdesignerinnen sitzen in einem großen Büro mit Blick auf das Innere der Glashalle des Gebäudes am Johannisberg. Dort, umgeben von zahlreichen Arbeitsplätzen, Ordnern und Bildschirmen, versuchen sie zu beeinflussen, wie die Kunden – und solche die es werden sollen – die Sparkasse wahrnehmen. Die beiden Frauen sind für alles zuständig, was sich abdrucken, aufhängen oder sonst wie publizieren lässt.

Locker und spaßig – das trauen sich andere nicht

„Wir entwerfen hier zum Beispiel die bekannten Sparkassen-Kalender. Oder wir planen eine ganze Anzeigenkampagne, die dann später in der Zeitung zu sehen ist“, sagt Nina Donner. Mit unterschiedlichen Motiven, Texten und Layouts sprechen sie bestimmte Kunden an. „Auch eine andere Formatierung kann schon viel bewirken“, sagt Caroline Rudorff. „Insgesamt machen wir dabei eher lockere und spaßige Kampagnen – das würden sich andere Banken nicht unbedingt trauen.“

Komplett aussuchen, wie etwa ein neues Plakat aussehen wird, können die Designerinnen sich aber nicht. Ein dickes Buch stellt sich ihnen in den Weg. Darin steht zum Beispiel, wie der Schrifttyp auf einer Anzeige auszusehen hat oder wie groß das Sparkassen-Logo im Vergleich zum Fotomotiv sein darf. Das ist auch gut so – schließlich sollen alle Sparkassen in Deutschland ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Und noch jemanden gibt es, der im Zweifel das letzte Wort hat. Der Wuppertaler Sparkassen-Chef, Peter Vaupel. „Er schaut noch einmal über die wichtigen Entwürfe und gibt sein Okay“, sagt Nina Donner.

Außergewöhnliche Ideen polarisieren

Trotzdem bleibt den beiden Designerinnen jede Menge Freiraum, um Einfluss auf das Image der Sparkasse zu nehmen – und das merken sie auch. „Das fängt bei unseren Kollegen an, die uns sagen, was sie zum Beispiel über ein neues Plakat denken“, sagt Rudorff. Auch die Kunden loben die Arbeit oder beschweren sich, wenn sie ihnen nicht gefällt. Besonders außergewöhnliche Dinge, wie ein Kalender in einem völlig neuen Format, können polarisieren.

Aber was für ein Image hat die Sparkasse? „Ich denke, dass die Menschen mit uns Dinge in Verbindung bringen wie Sicherheit und Geborgenheit“, sagt Jürgen Harmke. „Wir sind ein Institut, bei dem man sich wohlfühlt und wo man sein Geld gerne anlegt. Wir sind keine anonyme Bank, keine Aktiengesellschaft, die für die Dividende arbeitet, sondern wir sind hier vor Ort verankert.“ Und das ist keine Mutmaßung, sondern durch Umfragen gesichert. Schließlich müssen die Entscheider und die Designerinnen wissen, wo das Unternehmen steht, und was noch verbessert werden kann.

Sparkassen-Mitarbeiter ist man auch in seiner Freizeit

Bei dem Thema „Image“ gibt es aber noch einen Faktor, der weit über jeder Anzeige und jedem Plakat steht: die Mitarbeiter. „Die Menschen sind das Wichtigste“, sagt Jürgen Harmke. Und deshalb achtet er auch bei den neuen Auszubildenden darauf, dass sie diesen Punkt verinnerlichen. „Ich spreche mit den Azubis in der ersten Woche beispielsweise über das Auftreten. Und über die Geschichte der Sparkasse, die eine lange Tradition hat.“

Was Harmke den künftigen Mitarbeitern mit auf den Weg geben will: Niemand ist für sich allein verantwortlich, sondern immer auch für den Rest der Sparkasse. Das gilt auch für das Privatleben, denn Sparkassen-Mitarbeiter ist man nicht nur in den 40 Stunden in der Woche, in denen man an seinem Arbeitsplatz ist. „Handeln hat immer eine Tragweite. Wenn ein Azubi etwas tut – ganz egal was und ob während seiner Arbeit und in seiner Freizeit – dann wird er immer auch als ein Teil der Sparkasse wahrgenommen. Das muss jedem klar sein“, sagt er.

„Und was posten Sie so bei Facebook?“

Da kann es dann auch schon einmal passieren, dass er einen der Neulinge in sein Büro zitiert und ihn darauf hinweist, was er da eigentlich so bei Facebook postet und was das für eine Wirkung haben könnte. „Gespräche hat es schon öfter gegeben – aber wir haben natürlich noch niemanden entlassen“, sagt Jürgen Harmke. „Aber wir müssen dieses Problembewusstsein schärfen.“

Angefangen von dem einzelnen Menschen bis hin zu kompletten, überregionalen Kampagnen gibt es jede Menge Stellschrauben, die berücksichtigt werden müssen. Und damit jede Menge, was schief gehen kann. Doch die Sparkasse ist auf einem guten Weg. „Die Umfragen bescheinigen uns gute Werte in allen wichtigen Bereichen“, sagt Jürgen Harmke. Doch besser geht natürlich immer, und deshalb könnte eine Frage beim Einstellungsgespräch künftig lauten: „Und was posten Sie so den ganzen Tag bei Facebook?“

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Quelle: Stadtsparkasse Wuppertal

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