03.06.2013

Ausbildung Sparkasse Sparkasse

Sparkasse analog

Heute ist es kaum mehr vorstellbar, wie vor mehr als 40 Jahren in der Sparkasse gearbeitet wurde – ohne Computer, ohne Drucker, ohne Internet. Monika Wolff weiß es noch, denn sie hat ihre Ausbildung im April 1968 begonnen. Sogar ihre erste Gehaltsabrechnung hat sie aufgehoben.

Diese Geschichte beginnt und endet mit einer Schreibmaschine. Und weil es hier um die Sparkasse geht – ein Unternehmen, das ohne Internet, riesige Rechner und jede Menge Hightech nur schwer funktionieren würde – ist das durchaus bemerkenswert. In dieser Geschichte spielt auch Monika Wolff eine Rolle. Denn sie bedient die Schreibmaschine. Das erste Mal vor mehr als 40 Jahren.

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Das war im April 1968 und Monika Wolff war 15 Jahre alt geworden. „Damals hatte ich gerade meine Ausbildung angefangen“, sagt die heute 60-Jährige. In der Berufsschule, die sie kurz zuvor abgeschlossen hatte, hatte sie gelernt, an einer Schreibmaschine zu arbeiten. Und daher setzte man sie auch in der Sparkasse an eine. „Da habe ich die ersten Monate vor allem Briefumschläge beschriftet, zum Beispiel für Bürgervereine. Schnelle Computer, Drucker und Internet – all das gab es ja noch gar nicht.“

Heute sind die Azubis selbstbewusster

Während Monika Wolff ihre erste Ausbildungs-Zeit hinter den Tasten verbrachte, lebte sie sich langsam ein bei der Sparkasse. „Ich war ein kleines, schüchternes Mädchen und bei weitem nicht so selbstbewusst wie die jungen Leute, die heute eine Ausbildung bei uns anfangen“, sagt sie. Und überhaupt war damals so einiges anders. So anders, dass die meisten Azubis sich heute in der Welt von Monika Wolff von vor mehr als 40 Jahren kaum zurechtfinden würden.

„Weil es noch keine Computer gab, wurde alles mit der Hand aufgeschrieben. Statt einer Checkkarte für das Konto gab es Pappkärtchen, mit denen die Kunden sich ausweisen mussten“, sagt Wolff. Wenn jemand Geld haben wollte, dann ging er nicht einfach zu einem Automaten und hob welches ab. Wenn jemand Geld haben wollte, dann passierte in etwa Folgendes:

Eine Pappkarte bringt Bargeld

Mit seiner Pappkarte wies er sich aus und nannte den Betrag, den er gerne hätte. In riesigen Büchern schauten die Angestellten dann erst einmal nach, ob er überhaupt genügend Geld auf seinem Konto hatte. War dies der Fall, stellten sie ihm einen Scheck aus, mit dem er wiederum zum Schalter ging. Dort gab es das Geld. Die Abbuchung mussten die Sparkassen-Mitarbeiter mit der Hand notieren. Abends wurde dann alle Buchungen wiederum in riesige Bücher übertragen und die schließlich zur Zentrale gebracht, wo sie in feuerfesten Stahlcontainern gelagert wurden. Ein Brand hätte alle wichtigen Informationen auf einen Schlag vernichtet.

Aber nicht nur die tägliche Arbeit der Auszubildenden war anders als heute. „Damals gab es noch keinen Blockunterricht. Stattdessen gingen wir einen Tag in der Woche in die Schule. Und auch Einkäufe erledigen und solche Dinge mussten wir noch für unsere Chefs“, sagt Monika Wolff und lacht. Auf dem Tisch vor ihr liegt ein altes, längliches Heft. So sahen die Kontoauszüge aus. Monika Wolff hat sie aufbewahrt – auch den, auf dem ihr erstes Gehalt steht. 276 DM netto bekam sie – das sind umgerechnet weniger als 150 Euro. Allerdings waren damals die Preise auch noch anders. „Ich bin mit dem Geld eigentlich ganz gut ausgekommen.“

Kein bisschen strenger

Während 1968 vieles anders war als heute, hat sich einiges hingegen nicht verändert. „Auch damals konnte man als Auszubildender jeden Mitarbeiter ansprechen, wenn man etwas nicht wusste. Auch wenn viele das vielleicht denken – sie waren zu uns nicht wirklich strenger als zu den Azubis heute“, sagt Monika Wolff. Umgekehrt war manches sogar einfacher. „Als ich anfing, mussten wir weniger lernen. Versicherungen, Bausparverträge, Aktien und Wertpapiere – solche Dinge gehörten nicht unbedingt zum Tagesgeschäft bei der Sparkasse. Da haben die Azubis heute mehr zu tun.“

Tatsächlich war die größte Veränderung, die Monika Wolff in ihren mehr als 40 Jahren bei der Stadtsparkasse erlebt hat, die Einführung von Computern. „Das muss so Ende der 1970er-Jahre gewesen sein. Das war für alle eine große Umstellung.“ Denn plötzlich konnten sich die Kunden zum Beispiel ihre Kontoauszüge vom Automaten abholen und mussten sich nicht mehr am Schalter anstellen. „Anfangs musste zur Sicherheit immer ein Mitarbeiter in der Nähe sein, um im Zweifelsfall bei der Bedienung zu helfen“, sagt Monika Wolff.

Mittlerweile sind Überweisungen am Terminal, Online-Banking und Kontoführung mit dem Smartphone für viele Sparkassen-Kunden etwas ganz alltägliches. Auch Monika Wolff macht ihre Buchungen alle längst Zuhause am Computer, auch wenn sie beruflich fast jeden Tag in der Filiale ist. „Mit ist es noch nie schwer gefallen, mich auf neue Dinge einzustellen. Das hat mir immer sehr geholfen.“ Und trotzdem greift sie auch heute noch ab und zu zur Schreibmaschine – eine letzte steht noch in der Filiale, in der sie arbeitet. Sie hat die Zeit überdauert. „Die Schreibmaschine benutze ich, wenn ich mal einen Briefumschlag adressieren muss. Das geht immer noch einfacher, als wenn ich das mit dem Computer mache“, sagt Monika Wolff und grinst.

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Quelle: Stadtsparkasse Wuppertal
Foto: birgitH / pixelio.de

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