01.03.2013

IHK-Vollersammlung

Die üblichen Verdächtigen

Editorial der Bergischen Blätter, Ausgabe 05.2013, zur IHK-Wahl der Vollversammlung

Viele Neue und deutlich mehr Frauen – so überschreibt die Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid das Ergebnis der Wahl zur Vollversammlung, dem Gremium von 80 Mitgliedern, die ehrenamtlich die Arbeit der hauptamtlichen Kammermitarbeiter begleiten.
39 Unternehmer wurden neu in das Gremium gewählt. Von den 22 zur Wahl stehenden Frauen wurden 19 gewählt – und stellen damit erstmals fast ein Viertel der Mitglieder der Vollversammlung. Die Wahlbeteiligung lag bei 14,9 Prozent. So weit so gut – oder auch schlecht.
Doch zeigt ein Blick auf die Wahlergebnisse, dass es sich hier um die „üblichen Verdächtigen“ handelt, die mit ihrer Arbeit das Städtedreieck an allen Ecken und Enden unterstützen. Einer von ihnen ist zum Beispiel der Wuppertaler Ralf Putsch, Geschäftsführer des Zangenherstellers Knipex. Er ist Dozent und Unterstützer der Junior-Uni, Mitorganisator von „Cronenberg hilft“ und mit seinem Unternehmen Mitgesellschafter der Bergischen Gesellschaft für Ressourcenmanagement, um nur eine kleine Auswahl seiner „Nebentätigkeiten“ zu nennen.
Der Solinger Curt Mertens, Geschäftsführer der gleichnamigen Besteckfabrik, ist unter anderem im Deutschen Industrie-Verband Schneid- und Haushaltswaren, für das Bergische Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement und als Sachverständiger aktiv. Und die Remscheiderin Constanze Epe, Geschäftsführerin der gleichnamigen Malerwerkstätten, tummelt sich bei den Wirtschaftsjunioren, ist Mitbegründerin des Vereins Möhrchen, der dafür sorgt, dass alle Kinder in Remscheid am Schulmittagstisch teilnehmen können, und hält auch schon mal eine „Bürgerpredigt“ in der Kirche.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, zum Beispiel mit Dirk Sachsenröder, Manfred Diederichs, Wolfgang Pütz, Andreas Trautwein, Christian Busch, Josef Beutelmann, Peter H. Vaupel, Sigrid Born, Bernhard Boll und und und. Alle haben – das wird leider auch schnell vergessen – ein Privatleben und eine Familie, die gerne (mehr) Zeit mit ihnen verbringen möchte.
Ab dem 1. Mai sind sie nun (zusätzlich oder wieder) vier Jahre für die bergische IHK tätig. Ihre erste Aufgabe wird sein, aus den eigenen Reihen einen Präsidenten sowie sieben Vizepräsidenten zu wählen. Mal schauen, ob auch das wieder in die Hände der genannten fällt – oder die Aufgaben auf mehr Schultern verteilt werden. Es wäre ihnen jedenfalls zu wünschen.

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