18.02.2013

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Elberfeld: Architekten fordern Gesamtkonzeption

In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Jung und viele andere Empfänger in Politik und Verwaltung fordert der Bund Deutscher Architekten (BDA) "ein städtebauliches Gesamtkonzept für die Elberfelder City". Die aktuellen Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden lehnt der BDA indirekt ab.

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Der erste Satz des Schreibens des BDA lässt noch vermuten, dass die Architekten die verschiedenen Projekte in Wuppertals Zentrum begrüßen: „Aktuell dynamisiert sich die Entwicklung der Elberfelder Innenstadt auf sehr positive Weise“ heißt es in dem Brief. Doch schnell wird deutlich: der BDA hat den Eindruck, dass die Entscheidungen für oder gegen Investorenprojekte mehr vom Zufall als von einer strategischen Planung geleitet werden:

Die neuen Projekte bergen große Potentiale für die nachhaltige Veränderung der Elberfelder City. Leider werden heute die vorgenannten Entwicklungen und Projekte separat und unabhängig voneinander betrachtet und diskutiert (…) Für die Innenstadt fehlt (…) der Rahmenplan, der die wesentlichen Projekte und Entwicklungen in ihrer Gesamtheit und in den untereinander, und zur bestehenden Handels- und Stadtstruktur bestehenden Zusammenhängen zu einem schlüssigen und nachhaltigen Gesamtkonzept bündelt.

Bestandteil eines solchen Rahmenplan müssten auch architektonische Qualitätsstandards sein, nach denen sich die Investoren zu richten haben.

Indirekt spricht sich der BDA gegen die derzeitigen Planungen zur Erweiterung der City-Arkaden aus. Plätze und Stadträume dürften „nicht durch ungebremste Investoren überbaut und durch die Erweiterung komplett nach innen orientierter Centerarchitekturen ruiniert werden“. Der BDA spricht in diesem Zusammenhang von einem „Sündenfall „Brücke – Morianstraße“, der sich nicht wiederholen dürfe.

>> Der Offene Brief des BDA im ungekürzten Original

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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Kommentare

  1. Rolf Schweitzer sagt:

    Man sollte die ECE dazu bewegen das Postareal zwar zu nutzen, aber den Platz
    als schönen Stadtplatz ( Ideen liegen vor ) zu gestalten. Als Verbindung der beiden Centerhälften würde eine mit Glas abgedeckte, in den Platz integrierte Unterführung dienen und/oder im Obergeschoß eine durchsichtige Stahl-Glas
    brücke.
    Stadtpark, Transparenz und Arkaden erweiterung in einem.

  2. N. Miskou sagt:

    Auch begrüße es sehr, dass sich jetzt Profis in die Diskussion einmischen. Es geht ja immerhin um ein gewaltiges Areal in prominenter Lage. Das kann man doch nicht alleine von Politikern und einem Konzern entscheiden lassen.

    Solange nicht mehr bekannt ist als nur das eine Bild mit dem anvisierten Erweiterungsareal, sollte man auch nicht in den gerade so modischen Wutbürger-Protest ausbrechen. Die sollen schon erst einmal sagen was sie planen. Immer nur „dagegen“ hilft auch keinem weiter.

    Ich befürchte z.B. das die Planer zu kurzfristig denken. Von ECE kann man nichts anderes erwarten, die wollen Geld verdienen – so schnell und so viel wie möglich. Aber das Einkaufsverhalten der Leute ändert sich ja. In Elberfeld gibt es so viele Beispiele von ehemals erfolgreichen Shopping-Tempeln die nun leer stehen oder nur nach sehr langem Leerstand wiederbelebt werden können. Was macht man mit so einem unfassbar großen Gebäude, wenn die Leute die Nase voll haben von Einkaufszentren? ECE ist das egal…wenn die kein Geld mehr damit verdienen, schließen die die Tür ab und sind weg. Politiker sollten da etwas weiter denken – finde ich.

    Wir werden sehen…

  3. Dorothea Schwabe sagt:

    Ich schließe mich der Bitte des BDA an. Es kann nicht sein, dass Stadtgestaltung nach dem Wettbewerb um den besten Standort kommt und im wahrsten Sinne des Wortes überbaut wird. Finanziers, die unserer Stadt etwas Gutes mit moderner Architektur tun wollen, sind sicherlich gerne gesehen. Jedoch muss dies auch ins Stadtbild passen und nicht vom Reissbrett eines Architekten, der sich eventuell an anderer Stelle schon einmal mit einem ähnlichen Bauprojekt gerühmt hat, in unsere Stadt hüpfen.

    Mir wird auch zu wenig über eine Mischlösung nachgedacht. Das Von der Heyd Museum sucht einen weiteren Standort. Wäre nicht gerade das eigentlich schöne Postgebäude geeignet? Davor ein Platz, wie schon von den Grünen angedacht, was jedoch wegen des hohem Geräuschpegels auf irgendeine Weise abgegrenzt werden müsste – sei es durch einen Wall, hinter dem man auf Tribünen sitzen und gemütlich Museums-Kaffee schlürfen kann, als visuelle Erlebniszone (Kunst im Raum).

    Wenn ich an die Umgestaltung des Bahnhofs denke, wird der Platz in der Einflugsschneise zur Stadt liegen. Wäre es da nicht angemessen, etwas offener und kreativer zu planen, bevor wieder schöne Gebäude hinter architektonisch zweifelhafter Planung verschwinden (siehe Islandufer).

    Dorothea Schwabe
    Kommunikationsdesignerin BDG
    Leiterin des Referats für Design BDG

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