12.11.2012

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Wuppertaler Wutbürger demonstrieren gegen Forensische Klinik

Unübersehbar und vor allem unüberhörbar protestierten zahlreiche Wuppertaler am Montag gegen die Pläne zur Einrichtung einer Klinik für psychisch kranke Straftäter.

Die Demonstranten forderten ein demokratisches und transparentes Verfahren zur Standortwahl der umstrittenen Klinik.

Die Demonstranten forderten ein demokratisches und transparentes Verfahren bei der Standortwahl der umstrittenen Klinik.

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Mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Trommeln verliehen rund 300 Wuppertaler auf dem Johannes Rau – Platz ihrem Protest gegen die geplante Forensische Klinik in Wuppertal Ausdruck. Der ohrenbetäubende Lärm war auch im Ratssaal im ersten Stock des Rathauses deutlich zu hören, wo zur gleichen Zeit der Stadtrat tagte. Die meisten der Ratsherren und -damen vermieden den Kontakt mit den Demonstranten, als sie sich auf dem Weg zur Sitzung den Weg durch die Menge der aufgebrachten Wutbürger bahnten.

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Jürgen Reese stellte sich den Fragen des WDR-Fernsehens.

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Jürgen Reese stellte sich den Fragen des WDR-Fernsehens.

Auffallend viele junge Familien hatten sich in der Mitte Barmens eingefunden, um ihre Angst vor einer Klinik für psychisch kranke Straftäter und ihrem Zorn über das nach ihrer Ansicht intransparente und undemokratische Verfahren bei der Standortwahl zum Ausdruck zu bringen. Viele hatten ihre Kinder mitgebracht.

Auf mitgebrachten Transparenten brachten die mehr als 200 Demonstranten ihren Protest zum Ausdruck.

Auf mitgebrachten Transparenten brachten die Demonstranten ihren Protest zum Ausdruck.

Ein Häuflein Demonstranten, das zeitgleich mit einem großen Transparent für den Erhalt des kulturellen Angebotes in Wuppertal demonstrierte, verlor sich fast inmitten der vielen Forensik-Gegner. Auch das Interesse der zahlreich anwesenden Medienvertreter konzentrierte sich auf den Protest gegen die geplante Klinik

Die Sorge der Forensik-Gegnern gilt vor allem den Kindern. Unweit der möglichen Klinik-Standorte befinden sich Schulen, Kitas und Spielplätze.

Die Sorge der Forensik-Gegnern gilt vor allem den Kindern. Unweit der möglichen Klinik-Standorte befinden sich Schulen, Kitas und Spielplätze.

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Fotos: Georg Sander

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Kommentare

  1. J. Paetzold sagt:

    Warum werden Bürger, die gegen autoritäre Entscheidungen von Regierung und Verwaltung protestieren, auch von ihnen als Wutbürger diffamiert? Sie beteiligen sich hier mit dieser Wortwahl an einer Medienkampangne, die offenbar zum Ziel hat, mehr Bürgerbeteiligung weitgehend zu diskreditieren.

    1. Diese Interpretation des Wortes „Wutbürger“ haben Sie wahrscheinlich ziemlich exklusiv.

      „Die deutsche Gesellschaft für Sprache (GfdS) hat den „Wutbürger“ zum Wort des Jahres gewählt. „Wutbürger“ stehe für die Empörung in der Bevölkerung, „dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden“. Das wichtigste Beispiel dafür war „Stuttgart 21″, das die Sprachexperten auf Platz zwei wählten.“ (Quelle: tagesschau.de)

      1. J. Paetzold sagt:

        Das glaube ich nicht, dass meine Deutung so exclusiv ist, und das die GfdS „Wutbürger“ zum Wort des Jahres erklärt hat, heisst eigentlich nichts, wenn man bedenkt dass diese Organisation von staatlichen Organen finanziert wird. Meinung und Kampangen werden wesentlich über Schlagwörter gesteuert. Der Begriff „Wutbürger“ reduziert das Anliegen der protestierenden Bürger auf eine emotionale, unterschwellig sogar gewaltbereite, Befindlichkeit. Man darf nicht vergessen, dass dieses Wort im Zusammenhang mit der S21 Berichterstattung in die Welt gesetzt wurde, gerade um die dort gegen staatliche Ausgaben- und Verfügungswillkür portestierenden Menschen als latent gewaltbereiten Mob zu diskreditieren. Man hätte den Begriff Protestbürger prägen sollen, denn hier steht immer die Frage nach der Ursache im Vordergrund, das ist beim bloß wütenden Bürger keineswegs der Fall. Wutbürger ist eine verurteilende Wertung.

        1. „Bei dem Schlagwort Wutbürger handelt es sich um einen Neologismus. Der zuvor kaum verwendete Begriff wurde durch den Essay Der Wutbürger des Journalisten Dirk Kurbjuweit im Nachrichtenmagazin Der Spiegel in der Ausgabe 41/2010 geprägt. Hierin wurde er als Angehöriger eines bürgerlichen Milieus beschrieben, der „mit der bürgerlichen Tradition“ gebrochen und der Politik die Gefolgschaft aufgekündigt habe. Bei dem von ihm beschriebenen Personenkreis handele es sich vornehmlich um eine ältere und wohlhabende konservative Personengruppe, die sich mit „Wut“ und „Empörung“ gegen als Willkür empfundenen politischen Entscheidungen wendet, und sich durch einen ausdauernden Protestwillen auszeichnet.“ (Wikipedia)

          1. Wuppertal Bürger sagt:

            Ganz egal wer den Begriff geprägt hat. Er wird so verstanden, wie Hr. Sander es schreibt. Wutbürger, dass sind wenig nachdenkende emotional gesteuerte Menschen und eben nicht die Wuppertaler Bürger, die einfach gegen das Ministerium aufbegehren, sondern es sind Bürger, die einfordern, was die Koalitionäre in Düsseldorf versprochen haben – Transparenz und Bürgerbeteiligung. Das ausgerechnet eine Grüne Ministerin Zahlen auf den Tisch wirft, die nicht erklärt werden können und Standorte benennt ohne die Kriterien und deren Bewertung offenzulegen – dagegen kann man schon gerechtfertigt protestieren.

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