20.01.2010

Bewerber/innen-Mangel!

Die Stadt erklärt den Mangel an Qualität und Menge der städtischen Kinderbetreuung mit Bewerbe/innen-Mangel auf Erzieherstellen oder für Leitungsfunktionen. Es wird in den Einrichtungen eingeräumt, dass 'den Kindern so nicht mehr gerecht werden kann'.

Der Gesamtelternrat Wuppertal traf sich diesen Dienstag in den Geschäftsräumen von Ver.di unter der Leitung von Kathrin Heseding.

Der Gesamtelternrat ist stellvertretend für die Eltern, die ihre Kinder in offiziellen Kindereinrichtungen betreuen lassen.

Zu diesem Treffen waren etwa 40 engagierte Eltern aus unterschiedlichen Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet gekommen.

Während einer Vorstellungsrunde, bei der die Situation in der betreffenden Einrichtungen kurz skizziert wurde, ergab sich ein gemischtes Bild.

Je nach dem in welcher Trägerschaft, oder mit welchem Engagement die Leitung einer solchen Einrichtung den Anforderungen des Gesetzgebers, des Marktes oder der knappe Kasse begegnet.

Beispielsweise wurde aus einer Einrichtung erzählt, dass dort bis zu sieben Kräfte fehlten und dort ‚das System an die Wand gefahren werden soll‚ – was dann nach der dahinterliegenden Vorstellung die Eltern auf die Barrikaden bringen soll.

In vielen Einrichtungen wird aber subtiler mit dem Personalmangel umgegangen. In diesen werden entweder Gruppen wochenweise geschlossen oder einzelne Eltern, die scheinbar keiner Beschäftigung nachgehen, nahegelegt ihr Kind doch bitte zu Hause zu lassen.

Auf der anderen Seite wird elterliches Engagement mit dem Verweis auf den fehlenden Versicherungsschutz abgebügelt.

Ein Bild aus glücklichen Tagen - Sommerfest Kita Tescher Strasse

Obwohl die Stadt Wuppertal in diesem Bereich einstellen darf, finden sich am Arbeitsmarkt nur wenige Bewerber/innen,
da z.B. die Älteren nicht wechseln, um sich vertraglich nicht schlechter zu stellen und die Stadt Wuppertal nur 2-Jahres-Verträge schließt – im Gegensatz zu der Stadt Düsseldorf, die unbefristet einstellt. Die vorhandenen Kräfte klagen über Arbeitsüberlastung und werden nach Aussage der Eltern ‚motziger‘ – vielleicht auch kein Arbeitsklima, in das man als Quereinsteiger wechseln möchte.

Um die Position der Eltern gegenüber den Trägern zu stärken und um die Kindergärten nicht nur zu Verwahranstalten zu degradieren, in denen dann z.B. auch die Sprechkompentenz der Kinder nicht mehr gefördert werden kann, unterstützt der Gesamtelternrat einen Gesetzänderungsvorschlag für KiBiZ – ist ja auch bald Landtagswahl.

Das nächste Treffen, zu dem Interessierte und Elternvertreter/innen eingeladen sind, findet am 16.03.2010 um 19:30h in der Grünstraße 30 (Ver.di) statt.

Autor dieses Textes ist selber Elternteil zweier in städtischer Trägerschaft betreuten Kinder.

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