02.03.2012

Streitpunkte

Begegnungsstätte Alte Synagoge ruft mit einer Broschüre Wuppertaler Kontroversen aus Politik, Geschichte und Kultur in Erinnerung

Die Sitzende

Zu modern für viele Wuppertaler - Henry Moores "Die Sitzende" wurde 1959 in einer nächtlichen Aktion "geteert und gefedert". Stadtbaudezernent Hetzelt reagierte mit Ironie - und Gartenzwergen. Abb: Stadtarchiv

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In Wuppertal wird gern gemeckert und „gemoppert“. Das ist eine Tatsache. Sie prägt das Image dieser Stadt, der es an einem souveränen Umgang mit ihren Stärken und Schwächen oft mangelt. Dass aus der Lust an Streit und Diskussion aber auch ein positives Selbstbild erwachsen kann und damit die demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte einer Kommune gestärkt werden, zeigt eine kürzlich veröffentliche Broschüre der Begegnungsstätte Alte Synagoge. Unter dem Titel Streitpunkte – 20 Kontroversen aus Politik, Geschichte und Kultur in Wuppertal wird eine kleine Debattengeschichte der Stadt erzählt – anschaulich gemacht an Denkmälern, Straßennamen, historischen Gebäuden, Institutionen und Kunstwerken im öffentlichen Raum. Das Spektrum reicht vom Streit um den Bismarckturm auf der Hardt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Debatte um die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße in Vohwinkel 2011. Weitere „Streitpunkte“ sind das Ehrenmal auf dem Barmer Ehrenfriedhof, die Bronzestatue „Pallas Athene“ von Arno Breker, Henry Moores Großskulptur „Die Sitzende“ in der Schwimmoper, die Stolpersteine, das Schauspielhaus, der Von der Heydt-Kulturpreis, die Kopie des Elberfelder Armenpflegedenkmals und andere.

Die ausgewählten „Streitpunkte“ zeigen Wuppertal aus einem ganz anderen, eher ungewöhnlichen Blickwinkel und rufen auch manchen zwar historisch hoch interessanten, aber leider aus dem kulturellen Gedächtnis verschwundenen Ort in Erinnerung, z.B. den sogenannten Hindenburg-Brunnen neben dem Barmer Postamt.

Die  Broschüre ist kostenlos in der Begegnungsstätte Alte Synagoge, bei der Wuppertal Touristik (Pavillon Döppersberg), im Historischen Zentrum, im Stadtarchiv und im Rathaus Barmen erhältllich. Sie wurde gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ und durch die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz.

Informationen und Kontakt:

Begegnungsstätte Alte Synagoge: www.alte-synagoge-wuppertal.de

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