20.03.2011

Nordbahntrasse Stadtverwaltung streit Wuppertalbewegung

„Maulkorb“ für die Wuppertalbewegung?

Deutete die Stadtverwaltung der Wuppertalbewegung strafrechtliche Konsequenzen an, falls die Bewegung ihre "bisherige Informationspolitik" fortsetzt? Das legt zumindest eine Formulierung im Newsletter der Wuppertalbewegung nahe. Unterdessen haben sich Baufachleute gegen die Spritzbetonsanierung des Dorrenbergtunnels ausgesprochen.

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Seitens der Verwaltung wurde uns am Freitag dieser Woche mitgeteilt, dass unsere bisherige Informationspolitik eventuell teilweise gegen die „Vertraulichkeitsvereinbarung“ verstößt und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Daher werden wir in dieser Woche nicht wie angekündigt über Einsparmöglichkeiten beim Bau auf der Trasse berichten.

Diese Passage im Newsletter der Wuppertalbewegung lässt wenig Spielraum für die Hoffnung, dass Stadtverwaltung und Wuppertalbewegung zwischenzeitlich zu einem professionellen Umgang miteinander gefunden haben. Von der „gegenseitigen Wertschätzung“, die die Wuppertaler Mediatorin und Wirtschaftspsychologin Barbara Maria Ostermann hier in njuuz als Fundament eines funktionierenden Miteinanders bezeichnet hatte, ist man offenbar nach wie vor weit entfernt.

Die Wuppertalbewegung plädiert für öffentliche Sitzungen des Lenkungsausschusses Nordbahntrasse, um eine größtmögliche Transparenz sicherzustellen. „Transparenz über die Mittelverwendung sind wir nicht nur unseren Spendern schuldig, sondern auch all den anderen Bürgern, deren Steuern hier als Fördermittel zum Einsatz kommen.“

Der Streit über die Sanierung des Tunnels Dorrenberg geht derweil in die nächste Runde. Die Wuppertalbewegung hat neun Fachleute aufgeboten, die den Oberbürgermeister in einem Offenen Brief vor der von der Stadt präferierten Spritzbetonbehandlung des Tunnels warnen.

Als Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit bezeichnet die Wuppertalbewegung die Ausstellung „Durch Tunnel und über Viadukte – 130 Jahre Industriekultur an der Nordbahntrasse“, die der Verein gemeinsam mit dem Arbeitskreis Industriegeschichte und dem Historischen Zentrum der Stadt Wuppertal auf die Beine gestellt hat. Die Ausstellung ist vom 31. März bis zum 30. April in der Zentralbibliothek, Kolpingstraße 8 zu sehen.

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Kommentare

  1. Stadtbürger sagt:

    es ist einfach nur noch traurig und es frustet mich, wie die beiden Parteien miteinander umgehen! Man möchte auch nichts mehr hören – beide Parteien gehen einem inzwischen ziemlich auf die Nerven!

    Dieses wunderbare Projekt hat dies alles nicht verdient. Wir Bürger / Wuppertaler haben das nicht verdient. Es spielt auch überhaupt keine Rolle mehr, wer schuldig ist bzw. wer die Kiste in den Dreck gefahren hat. Wir Bürger / Wuppertaler möchten die Nordbahntrasse!!

    Transparenz, Offenheit, Respekt, Toleranz, Gelassenheit und ein MITEINANDER (Stadt / Bürger) scheinen in dieser Stadt Fremdwörter zu sein bzw. sind oftmals überhaupt nicht gegeben oder gar vorgesehen (so mein Eindruck). Als informierter Bürger merkt man ganz schnell, wie “der Hase läuft!” Es geht um Macht, Einfluss, Beziehungen, Aufträge … halt um den schnöden Mammon! Wer ist das größere “Alphatier!”

    Das passt einfach nicht mehr in unsere Zeit und es passt auch nicht mehr in diese Stadt! Wenn sich etwas verändern soll – dann sollten die Akteure / die Entscheider in dieser Stadt einen “geistigen Neustart” durchführen. Die Aufgaben, die vor uns liegen, verlangen danach! Ein weiter so (wie bisher) – das gibt es nicht mehr. Die alten Lösungsansätze sind passé – die vor uns liegenden Probleme verlangen andere und bessere Lösungsansätze.

    Arroganz und Überheblichkeit sind schlechte Wegbegleiter. Sie bringen uns nicht an das so sehnlich gewünschte “rettende Ufer!”

    1. Radler sagt:

      Ich halte inzwischen einen Neuanfang in dieser Besetzung nicht mehr für möglich.
      Zu viel Porzellan wurde zerschlagen. Die trasse braucht einen neuen Vorstand und die Stadt einen Bürgermeister, der für etwas einsteht.

      1. Stadtbürger sagt:

        ….ich gehe davon aus, dass die Damen und Herren sich durchaus einen Neuanfang wünschen. Wobei die Entwicklung / der Handlungsstrang des Projektes auf eine massive Konfrontation hinaus laufen wird. Die Akteure wünschen sich anscheinend einen Showdown. Das wäre eine Katastrophe für Wuppertal! Ein verheerendes Signal!

        „Der König ist tot, lang lebe der König!“ …der Verein hat jederzeit die Möglichkeit, einen Neuanfang zu wagen. Allerdings befürchte ich, dass das Ganze im Chaos endet bzw. „der Motor des Vereins / des Projektes“ nur schwerlich zu ersetzen ist. Einen neuen König zu finden, ist wahrscheinlich sehr schwierig. Und! Bisher hat sich niemand aus der Deckung gewagt. Momentan wäre es allerdings wünschenswert – wenn dieses Projekt nicht vollends gegen die Wand gefahren wird.

        Lieber Radler, der Bürgermeister….! Der Bürgermeister ist sicherlich nur die Speerspitze in diesem Theaterstück. Viele – meist nicht öffentlich agierende Interessenvertreter – wollen in diesem Stück mitmischen bzw. mischen mit.

        Vor allen Dingen geht es um Macht und Einfluß. Wie bereits dargelegt. Diese Stadt ist über Jahrzehnte / Jahrhunderte von der Legislative/Stadtverwaltung und gewissen Wirtschaftsvertretern und deren Bagage geführt worden. Das hat Tradition in Wuppertal. (so mein Eindruck). Daran soll sich auch nichts ändern. Politik wird in Hinterzimmern und gewisssen Örtlichkeiten gemacht….

        Transparenz, Bürgerbeteiligung, Toleranz usw. sind lästige Zeitgenossen. Das will man in Wuppertal (so mein Eindruck) nicht…..Störfaktor. Der Bürger soll zufrieden sein und die Klappe halten. Wer nicht spurt….“soll sich vom Acker machen!“ Deswegen ist der Widerstand und der Meinungsaustausch zwischen der politischen und wirtschaftlichen Klasse mit dem einfachen Bürger und gewissen Gruppen auch so schlecht. Deswegen verlaufen innovative und kreative Lösungen auch im Sand. Das gut eingespielte System könnte Schaden erleiden!

        Machen wir uns nichts vor – die Trasse ist nur ein Beispiel, wie in dieser Stadt mit guten und innovativen Projekten umgegangen wird!

        Eigentlich ist es lobenswert, dass dieses Projekt so im öffentlichen Rampenlicht steht bzw. ins Rampenlicht gezerrt worden ist. Ansonsten! Ansonsten, so meine Befürchtung, würde die örtliche Presse und gewisse Interessensgruppen diesen Streit unter den Teppich kehren (wollen). Von daher ist die öffentliche Auseinandersetzung …gut und richtig!

        Es gibt noch so viele Beispiele in dieser Stadt….die nicht vorankommen, weil Bürgerbeteiligung bzw. Bürgerengagement nicht gewünscht ist (…wo es um Macht, Einfluß und den schnöden Mammon geht). Kreative und zeitgemäße Lösungen sind oftmals nicht gewünscht. Da zu progressiv!…passen nicht in die sperrigen Köpfe rein.

        Es ist müsig über all diese Punkte zu diskutieren – der Totengräber Wuppertals verrichtet schon sein Tagewerk…!

  2. Radler sagt:

    Ausgerechnet!
    Die Wuppertalbewegung als Vorreiter für Transparenz und Demokratie!
    Seinerzeit hatte der Vorstand der Wuppertalbewegung selbst dafür gesorgt, daß keine weiteren Mtglieder zu Sitzungen des Lenkungskreises kommen dürfen.
    So wie Dr. Gerhardt das Medienmonopol in der Wuppertalbewegung hat, wollte er auch das Informationsmonopol haben.
    Das ist ihm auch gelungen.

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