01.10.2010

Schulmilch

Schulmilch: Die Kuh muss vom Eis

Aufgrund einer Empfehlung der Innenrevision der Stadt Wuppertal dürfen Schulhausmeister die Verwaltung der Gelder für die Schulmilch nicht mehr übernehmen.

Das hat zur Folge, dass die Hausmeister zwar weiterhin die Milch annehmen und an die SchülerInnen verteilen, das Geld aber nicht mehr auf ihr privates Konto überweisen dürfen, um es an den Hersteller weiterzuleiten.

„Grundsätzlich ist diese Neuregelung durchaus nachvollziehbar, da auch für die Hausmeister eine gewisse Unsicherheit besteht, wenn sie die finanzielle Abwicklung der Milchbestellung über ihr eigenes Konto laufen lassen müssen. Gleichzeitig hat diese neue Aufgabenliste des Gebäudemanagements (GMW) aber dazu geführt, dass an verschiedenen Schulen die Versorgung der Kinder mit Milch eingestellt wurde“, so Marc Schulz, schulpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion und Vorsitzender des Ausschusses für das GMW.

„Obwohl die Vorgaben der Innenrevision schon seit Anfang des Jahres bekannt sind, wurden die Schulen erst zu Beginn dieses Schuljahres von den Hausmeistern über diesen neuen Sachverhalt informiert. Erst auf unsere Initiative hin wurde den Schulen eine Übergangsfrist bis zum 09.11. gewährt, um ein alternatives Verfahren zur Verwaltung des Geldes zu finden. Einige Schulen haben daraufhin die Bestellung eingestellt und warten nun erst einmal die Lösungsvorschläge der Verwaltung ab.“

Die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Schulmilch erfolgt im Rahmen eines Programms der Europäischen Kommission. Das für das Knochenwachstum der Kinder wichtige Calcium, das in der Milch enthalten ist, kann von Grundschulkindern nicht gespeichert werden und muss deswegen regelmäßig über die Nahrung bzw. Getränke eingenommen werden. Außerdem wirkt Milch leistungs- und konzentrationsfördernd. Leider erhalten nicht alle Kinder in ihrem Elternhaus die notwendige Versorgung, so dass das Milchprogramm durchaus auch eine sozialpolitische Komponente ist.

„Wir wissen, dass die Verwaltung derzeit nach alternativen Verfahren für die Zeit nach der Übergangsregelung sucht. Schulen, die ihre Milchbestellung eingestellt haben, sollten noch einmal konkret angesprochen werden, um zu erreichen, dass sie weiterhin Milch an die Kinder verteilen. Außerdem müssen  Lösungen gefunden werden, die die geringen Ressourcen in den Schulsekretariaten berücksichtigen und die Eltern und LehrerInnen nicht über Gebühr mit weiteren Aufgaben belasten. Statt auf unterschiedliche Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zu verweisen, sollte gemeinsam nach einer vernünftigen Regelung gesucht werden. Die, die am Ende der Kette stehen, werden es uns danken: die Kinder“, so Schulz abschließend.

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Kommentare

  1. Mona Schmidt sagt:

    Lesenswert zur Qualität von Schulmilch:
    „Die Mär von der guten Milch“ WZ http://www.wz-wuppertal.de/?redid=994759

  2. moppedfahrer sagt:

    Steile These der Landwirtschaftslobby:

    Außerdem wirkt Milch leistungs- und konzentrationsfördernd.

    Belege!

  3. Mona Schmidt sagt:

    Und was soll die Lösung sein, liebe Grüne? Wieso reden eigentlich alle nur von der „Schulmilch“, über dessen Qualität man sich schon streiten könnte?

    Wir Eltern finanzieren und besorgen Wasserkästen längst selbst, damit unsere Kinder v.a. ausreichend zu Trinken haben (besonders im Sommer). An der weiterführenden Schule meiner Tochter helfe ich beim Betrieb der Cafeteria, in der es Biomilch und Vollwertprodukte gibt. Die „Schulmilch“ halte ich für ein Relikt aus der Nachkriegszeit. Gesunde Ernährung ist mehr.

    1. Marc Schulz sagt:

      Ich finde nicht, dass Schulmilch ein Relikt ist, genauso wenig, wie Milch insgesamt ein Relikt ist. All das, was Sie beschrieben haben, gehört zu einer vollwertigen Ernährung dazu. Aber auch und gerade die Milch ist ein für das Wachstum der Kinder unverzichtbarer Bestandteil der gesunden Ernährung. Und wieviele Grundschulen haben eine Cafeteria, die regelmäßig geöffnet hat? Leider kommt es immer öfter vor, dass Kinder morgens in die Schule kommen ohne vernünftig gefrühstückt zu haben. Das ist im Übrigen nicht nur abhängig von der finanziellen Situation der Eltern, denn auch in besser situierten Familien gibt es gelegentlich ein geringes Bewußtsein für die Notwendigkeit gesunder Ernährung. Da muss Schule leider schon viel zu häufig eigentlich selbstverständliche Aufgaben der Eltern übernehmen. Ich finde es bemerkenswert, wie viele Eltern sich an den Schulen engagieren, damit zusätzliche Leistungen erbracht werden können, aber deswegen auf Schulmilchprogramme zu verzichten wäre insbesondere für die Schulen, an denen es weniger engagierte Eltern und dementsprechend keine Cafeterien gibt, verheerend.

      1. Mona Schmidt sagt:

        Sie haben meine Fragen leider nicht beantwortet. Lösung? Qualität?

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