10.07.2010

WSW wuppersammler wuppertaler stadtwerke

Wuppersammler nach 20 Jahren Bauzeit fertig

Über knapp zehn Kilometer zieht sich die riesige Röhre unterirdisch vom Alten Markt in Barmen bis nach Sonnborn. Nach zwanzigjähriger Bauzeit ist der Entwässerungskanal einschließlich seiner rund 60 dazugehörigen Bauwerke fertig gestellt.

Bild anklicken, um eine Vergrößerung zu sehen (Quelle: WSW).Bild anklicken, um eine Vergrößerung zu sehen (Quelle: WSW).

Viele Wuppertaler erinnern sich noch an die öffentlichen Führungen durch die riesige Röhre, die im bergmännischen Überdruck-Vortrieb unter der Talsohle gebohrt worden war. In den letzten Jahren hatten die WSW hauptsächlich an den Anschlussbauwerken für den Entlastungssammler gearbeitet, wie dem kürzlich fertig gestellten Verzweigungsbauwerk in der Varresbeck.

Der erste Spatenstich für den Entlastungssammler war kurz vor Weihnachten 1990 in der Rutenbeck erfolgt. In das dort gelegene Klärwerk Buchenhofen des Wupperverbandes werden die klärpflichtigen Abwässer aus dem Sammler geleitet. Damals war noch die Stadt Wuppertal Bauherr des neuen zentralen Kanals. Erst 1997 hatten die Stadtwerke die Bauherrschaft übernommen – und damit zugleich die Verantwortung für den Betrieb und weiteren Ausbau der gesamten Wuppertaler Stadtentwässerung.

Grund für den vor 20 Jahren begonnenen Bau war ein Erlass des Landes NRW aus dem Jahr 1988, dem zufolge Regenwasser vor der Einleitung in ein Gewässer zu behandeln ist. Behandlungspflichtig ist das Regenwasser aus Gewerbe- und Mischgebieten sowie von stark befahrenen Straßen. In der Kanalisation muss das Regenwasser demzufolge in seine klärpflichtigen und nichtklärpflichtigen Anteile getrennt werden. Dies geschieht in so genannten Verzweigungsbauwerken oder auch den neuen von den WSW und dem Ingenieurbüro Dr. Pecher gemeinsam entwickelten Filterschächten. Während dann ein Teil des behandelten Regenwassers direkt der Wupper zugeführt werden kann, wird der klärpflichtige Teil durch den Entlastungssammler ins Klärwerk geleitet.

Vor Baubeginn hatte die Stadt Wuppertal als Alternative den Bau einer Reihe von Klärbecken entlang der Talachse geprüft. Ergebnis des in den 80-er Jahren erstellten Gutachtens des Büros Dr. Pecher war jedoch, dass dies aufgrund der speziellen Topographie in Wuppertal nicht möglich ist. Stattdessen wurde die Errichtung eines Linienbauwerks zur Aufnahme und Ableitung des behandlungspflichtigen Regenwassers der zahlreichen anzuschließenden Flächen der Nord- und Südhänge sowie der Talsohle zwischen Barmen und Vohwinkel mit Ableitung zur Kläranlage Buchenhofen empfohlen. Die fachlich korrekte Bezeichnung für den daraufhin geplanten Wuppersammler lautet übrigens: „Stauraumkanal in kaskadenförmiger Gliederung mit unten liegender Entlastung“.

Beim heutigen Pressetermin hatten die WSW zur Fertigstellung des Entlastungssammlers noch zwei positive Nachrichten zu verkünden: Obwohl die Planungsphase für das Projekt zwei Jahrzehnte zurück liegt, konnte der damals veranschlagte Kostenrahmen von 170 Millionen Euro (damals 343 Millionen Mark) eingehalten werden. Außerdem gab es während der gesamten Bauzeit keinen meldepflichtigen Unfall – bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung sicherlich kleine Selbstverständlichkeit.

Daten und Fakten zum Entlastungssammler Wupper:

Länge: 9,7 km
Rohrdurchmesser: 2,6 m im unteren Bereich, 2,0 m im oberen Bereich
Gesamtvolumen des Systems: 42000 cbm
Tiefenlage: 11 – 15 m (durchgehend unterhalb des Grundwasserspiegels)
Anzahl Sonderbauwerke: 60
Bauzeit: Ende 1990 bis Sommer 2010
Baukosten: 170 Millionen Euro

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Quelle: WSW

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