Orangen von SOS Rosarno kiloweise in Wuppertals Südosten

Bei den Naturfreunden Wuppertal wird- ähnlich wie im Weltladen Ratingen-Lintorf - die kiloweise Abgabe von Orangen für einen guten Zweck an Mitglieder an einem Tag erprobt.


Der gute Zweck, der durch „ohne Gift und Sklaverei“ oder „süß statt bitter“ signalisiert wird, reicht oft nicht dafür aus, zum Kauf von Orangen aus Rosarno anzuregen, wenn man eine ganze 10 kg-Kiste abnehmen soll. Und große Mengen, etwa eine ganze Palette mit mehr als 50 Kisten kiloweise abzugeben, wäre ein Aufwand, der geeignet ist, Aktivisten davon abzuschrecken, für die Austeilung von Orangen zu sorgen. Bei überschaubaren Mengen ist die kiloweise Abgabe der Orangen machbar, wie die Erfahrung im Weltladen Ratingen-Lintorf zeigt. In Anlehnung an dieses Vorbild geben die Naturfreunde Wuppertal im Naturfreundehaus Ronsdorf an ihre Mitglieder Orangen ab. Diese werden vom Weltladen Schwelm kistenweise bezogen, von dort abgeholt, entsprechend den Bestellungen kiloweise portioniert und an einem Tag, voraussichtlich Angang Februar, ausgegeben.
Ähnlich ist es beim (kleinen) Weltladen Ratingen-Lintorf. Der kauft Orangen aus Rosarno kistenweise beim (großen) Weltladen Duisburg, der die Orangen importiert und für jeweils 30,00 € pro 10 kg-Kiste an Wiederverkäufer oder kiloweise an Endverbraucher für jeweils 3,60 € abgibt. Im Weltladen Lintorf werden die Orangen den Vorbestellungen entsprechen kommissioniert und am nächsten Tag für 3,60 € pro Kilo abgegeben. Dieses Vorgehen wird dadurch begünstigt, dass der Weltladen einen Nebenraum hat, in dem die Orangenaktion abgewickelt werden kann, ohne dass der Betrieb des Weltladens gestört wird.
Zusätzlich zu der Spende von 4,00 € pro Kiste, die ohnehin eingepreist ist, spendet der Weltladen auch die zusätzlichen 6,00 € an die Hilfsorganisation „Mediterranean Hope“, von der die Erntearbeiter in Rosarno unterstützt werden. Beispielsweise gab es eine Aktion „Lichter auf Rosarno“, in der Erntearbeiter für ihre Fahrräder eine Beleuchtung bekamen, damit sie nicht auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Dunkeln von Autos angefahren und verletzt werden oder ums Leben kommen.
Im Bergischen Land ist der eingeführte Preis für eine 10 kg-Kiste Orangen 33,00 €, in Schwelm kostet die Kiste aber nur 30,00 €, wie in Duisburg. Die 3,00 € Unterschied pro Kiste bei der kiloweisen Abgabe für 3,30 € gehen als Spende an das Naturfreundehaus. Wegen der Gemeinnützigkeit des Vereins ist auch das ein guter Zweck Schließlich hat er die Räumlichkeiten des Naturfreundhauses unentgeltlich zur Verfügung gestellt, und dessen Unterhaltung kostet Geld.
Solche kaufmännischer Erwägungen dürften für Weltläden noch wichtiger sein. Ihr wirtschaftlicher Betreib sollte kostendeckend sein. In dieser Hinsicht hat das bisherige Konzept der Bergischen Variante der Orangenaktion möglicherweise noch konzeptionelle Mängel, weil eine Marge für Wiederverkäufer nicht vorgesehen ist. Dieser Verdacht drängt sich zumindest auf, wenn man bedenkt, dass gegenwärtig weder der Ronsdorfer noch der Lütringhauser Weltladen bereit ist, sich nach einem ersten Versuch weiter an der Orangenaktion zu beteiligen.
Voll konkurrenzfähig scheinen die spanischen Orangen, die jetzt von der GEPA angeboten werden, auch nicht zu sein: Es ist zwar eine Marge für Wiederverkäufer vorgesehen, aber der Kilopreis ist mit knapp 5€ so hoch, dass er vermutlich auf viele Interessenten abschreckend wirken könnte. Wie es scheint, ist das „Geschäftsmodell“ der Naturfreunde derzeit nicht gefährdet.

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