Suchtberatung ist kommunal wertvoll!

Mehr Nachfragen, verschärfte Probleme: Die Wuppertaler Suchtberatungsstellen haben im vergangenen Jahr 2.842 Hilfesuchende beraten. Sie sind damit von großer Bedeutung für die Stadt, denn sie helfen mit ihrer Arbeit den Suchtkranken, deren An- und Zugehörigen und dem gesamten Umfeld.

„Eine Suchterkrankung wirkt sich auf das gesamte soziale Netzwerk der betroffenen Person aus – auf die Familie, den Freundeskreis, den Arbeitsplatz. Zudem entstehen gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Kosten, die bei einer Abhängigkeitserkrankung erheblich sind.“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Caritasverband Wuppertal/Solingen, Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe e. V., Blaues Kreuz und Drogenberatung z

um bundesweiten „Tag der Suchtberatung – kommunal wertvoll“. Man verweist auf Berechnungen des Bundesgesundheitsministerium, nachdem durch riskanten Alkoholkonsum direkte und indirekte Kosten in Höhe von jährlich 40 Milliarden Euro entstehen.
Die Wuppertaler Beratungsstellen haben festgestellt, dass die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zu einer Verstärkung der Problematiken geführt hat. Die Experten nennen soziale Vereinsamung, Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte, finanzielle Notlagen, psychische Probleme und Erkrankungen. Da die Suchtberatungsstellen eine zentrale Koordinationsfunktion im komplexen Suchthilfesystem einnehmen, wurden die Angebotsstrukturen den veränderten Bedarfen angepasst. Neben der Vor-Ort-Beratung bauten die Beratungsstellen ihre digitale Erreichbarkeit aus.

Der Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. konnte unter Pandemiebedingungen sämtliche Einzel- und Gruppenangebote aufrechterhalten. Neben der Suchtberatung, welche die Wuppertaler Spielerfachstelle einschließt, gilt das auch für die angeschlossene medizinische ambulante Rehabilitation für Abhängigkeitskranke. Neben Menschen mit Alkohol- oder Medikamentenproblematik war es in jedem sechsten Fall ein Mensch mit einer mit Glücksspiel- oder Mediennutzungsproblematik.

Der Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe e. V. nennt für seine Einrichtungen Café Okay und Gleis 1 ebenfalls gestiegene Zahlen für das Jahr 2021. Hier wurden insgesamt 18.221 Kontakte gezählt. Im suchtmittelfreier Treffpunkt Café Okay konnten durchgängig sämtliche Beratungs- und Betreuungsangebote vorgehalten werden. Um 49 Prozent gestiegen sind die Beratungsgespräche, bei denen Betroffene und/oder Angehörige sich in einem einmaligen Gespräch informieren und beraten lassen. Ebenfalls konnten die Angebote der ambulanten Nachsorge, der Beschäftigung und Beratung für Menschen im Jobcenterbezug sowie die Beratung zum exzessiven Medienkonsum durchgängig vorgehalten werden.

Im Kontaktladen des Gleis 1 mit seinen niedrigschwelligen Beratungs- und Betreuungsangeboten wurden der Spritzentausch und der Verkauf von Getränken und belegten Brötchen während der pandemiebedingten Einschränkungen über einen sogenannten Fensterkiosk gewährleistet. Die Kleiderkammer, die Dusch- und Waschmöglichkeiten waren stark frequentiert. Der Drogenkonsumraum sowie die Drogentherapeutische Ambulanz konnte trotz pandemiebedingt reduzierten Platzangebot insgesamt 7.031 Konsumvorgänge zählen.

Zusätzlich zu den Menschen, die in ihre Beratungseinrichtungen kamen, konnten Caritas und Freundes- und Förderkreis 534 Personen im Rahmen ihres gemeinsamen Sucht-Fallmanagements im Auftrag des Jobcenters beraten.

Das Blaue Kreuz verzeichnete im vergangenen Jahr 67 Prozent mehr Einmalkontakte mit besorgten Angehörigen als im Vorjahr. Trotz Corona konnte man Angebote wie die Allgemeine Beratung, Nachsorge, MPU, Angebote für Klienten im Jobcenterbezug und frauenspezifische Angebote aufrechterhalten. Neu beim Blauen Kreuz sind seit 2021 die U25-Sprechstunde und die monatlich stattfindende Indikationsgruppe, die für alle von Sucht Betroffenen und Angehörigen offen ist.

Auch die Beratungsstelle für Drogenprobleme beobachtet eine deutliche Verschärfung im Vergleich zu den letzten Jahren. Allein bei den unter 25-jährigen jungen Menschen ist eine deutliche Steigerung der Inanspruchnahme mit zusätzlichen 300 Betreuungen zu erkennen. Auch während der Corona-Monate hielt die Einrichtung ihre Beratungsangebote aufrecht und baute sie sogar fortlaufend aus. Stark in Anspruch genommen wird die Jugendsuchtberatung. Die digitale Ausrichtung der Drogenberatung hat noch mehr junge Menschen in die Einrichtung gezogen. Auch die Inanspruchnahme der Elternberatung ist angestiegen und Präventionsarbeit wird deutlich mehr in Anspruch genommen.

„Die kommunale Suchtberatung ist in Anbetracht der Entwicklung bei allen Anbietern von zunehmender Bedeutung für die Stadt Wuppertal“, ist das gemeinsame Resümee der Wuppertaler Beratungsstellen zum bundesweiten Tag der Suchtberatung. In dieser Erkenntnis arbeiten die verschiedenen Wuppertaler Suchthilfeträger seit vielen Jahren zielorientiert und konstruktiv für die Wuppertaler Bevölkerung zusammen.

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