24.08.2022

Textiles 2030: Der zukunftsweisende Kleider-Aktionsplan der britischen Wohlfahrtsorganisation WRAP

Nicht jede Idee, für die sich Einwohner Großbritanniens in den vergangenen Jahren mehrheitlich begeistern konnten, fand in Kontinentaleuropa einen vergleichbar großen Anklang. Das Programm „Textiles 2030“ der britischen Wohlfahrtsorganisation WRAP hat jedoch Vorbildcharakter für die Länder der westlichen Welt. Es sieht vor, die Auswirkungen auf Umwelt und Klima durch praktische Interventionen entlang der Produktions- und Vertriebskette zu mindern.

Bekannte Labels sorgen von Anfang an für den notwendigen Schub

Das Programm ist äußerst ambitioniert. Mehr als zehn Markenhersteller und zahlreiche Einzelhändler, diverse Recycling-Organisationen und weitere Partner sind dabei. Insgesamt hat sich die Hälfte des britischen Textilmarktes freiwillig zu einer nachhaltigeren Strategie und einer verbesserten Kreislaufwirtschaft verpflichtet. Textiles 2030 wird unter anderem getragen von Next, Primark, Sainsbury’s, Ted Baker, Tesco und der Heilsarmee, außerdem sind Dunelm, John Lewis und M&S von Anfang an mit dabei.

Kreislaufwirtschaft wird groß gedacht

In der Roadmap von Textiles 2030 sind Wasser- und CO²-Quoten ebenso festgesetzt wie die erforderlichen Meilensteine auf dem Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet eine echte Revolution, in der sich die britische Modekultur von einer Wegwerfgesellschaft zu einem nachhaltigen System wandeln soll. Ziel: Kleidung soll länger getragen und dann wiederverwendet oder recycelt werden. Die beteiligen Unternehmen sind angehalten, sich ehrgeizige Ziele zu setzen, die durch die Organisation überprüft und bewertet werden.

Ein Ziel ist beispielsweise die Senkung des CO²-Ausstoßes der Branche um 50%. Auch nach Ansicht unabhängiger Fachleute wäre dies ausreichend, um die Anforderungen des Pariser Klimaschutzabkommens und das darin verankerte 1,5-Grad Ziel einzuhalten. Natürlich nur in Bezug auf die eigene Branche. Hier strebt man bis 2050 sogar eine CO²-Neutralität an.

Auch im Hinblick auf den Wasserverbrauch sind die Ziele ambitioniert. Im Rahmen des Aktionsplanes soll dieser pro Kleidungsstück um durchschnittlich 30 Prozent gesenkt werden.

Bereits das Nachhaltige Kleider-Aktionsplan-Übereinkommen 2020 verzeichnete Erfolge

Schon 2012 wurde ein erster Aktionsplan in Großbritannien ins Leben gerufen, der den CO²-Ausstoß ebenso senken sollte wie das Aufkommen von Abfall und den Wasserverbrauch. Dabei lag der Fokus auf dem Design und dem Herstellungsverfahren der Produkte, aber auch bereits in Teilen auf Wiederverwendung und Recycling. Die Ergebnisse konnten sich Ende 2019, also ein Jahr vor Ablauf des Aktionsplanes, durchaus sehen lassen: Die CO²-WEmmissionen konnten um 15,9, der Wasserverbrauch um 19,5 Prozent gesenkt werden. Bei der Abfallquote kam man immerhin auf ein Minus von 2,3 %.

Globale Ziele sind wirkungsvoller…

WRAP hat Textiles 2030 zwar für Großbritannien initiiert, denkt aber über die Grenzen des Landes hinaus. Man strebt ein globales Netzwerk vergleichbarer Initiativen an und ist sich dabei des eigenen Vorbildcharakters durchaus bewusst. „Das Projekt wird den ersten jemals gebrauchsfertigen Plan liefern, um globale Kreislaufwirtschafts-Ziele für Kleidung durch eine koordinierte nationale Aktion zu erreichen“, so die offizielle Verlautbarung von WRAP. Dem schloss sich Umweltministerin Rebecca Pow nur zu gerne an: „Es ist Zeit für die Unternehmen quer durch den Textilsektor, sich Textiles 2030 anzuschließen und ihre Rolle in dieser für den Planeten kritischen Zeit zu spielen. Durch Textiles 2030 laden wir Sie mit Ihrem Versprechen ein, mit WRAP, gleichgesinnten Unternehmen und anderen Partnern in Richtung auf einen erfolgreichen, nachhaltigen, zirkulären Textilsektor im Vereinigten Königreich mitzuarbeiten. Ich möchte jeden Geschäftsführer in diese Initiative eingebunden sehen.“ Marcus Gover, Geschäftsführer von WRAP, sieht die gesamte Branche in der Pflicht: „Das Parlament des Vereinigten Königreichs hat den Textilsektor in den vergangenen Jahren zweimal untersucht und wartet jetzt darauf, dass die einheimischen Modeunternehmen aktiv werden. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Konsumenten nachhaltige Kleider anstatt Wegwerf-Mode wünschen.“ Und: „„Wir brauchen mehr denn je schnelle und effektive Aktionen aus den Unternehmen. Sie müssen Engagement zeigen.“

… wenn sie von lokalen Ideen gestützt werden

Auch in Wuppertal ist die Transformation zu einer nachhaltigen, lebenswerten Stadt in vollem Gange. Einen wichtigen Baustein dazu stellt die Wuppertaler Initiative Zukunft DENKEN dar. Hier legt man großen Wert auf die Feststellung, dass man sich nicht in Utopien verliert, sondern praktisch umsetzbare Ideen entwickelt. Das ist ganz im Sinne von WRAP und vergleichbaren Organisationen in Großbritannien, Deutschland und anderen Ländern rund um den Globus.


        
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