Fuss e.V.: „POL-W: Kind auf Longboard schwer verletzt“

Veröffentlichung eines Polizeiberichtes "POL-W: W Kind auf Longboard schwer verletzt" mit Anmerkung

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Am vergangenen Samstagabend (09.07.2022, 19:40 Uhr) kam es auf dem Gellertweg in Wuppertal zu einem folgenschweren Unfall. Ein zehnjähriges Mädchen rollte, nach ersten Erkenntnissen, auf der Fahrbahn bäuchlings auf einem Longboard in Richtung Henselweg. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit dem Hyundai eines 35-Jährigen, der in derselben Richtung fuhr.

Der Rettungsdienst brachte das schwer verletzte Kind zur intensivmedizinischen Behandlung ins Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht.

Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen. (sw)


Kommentar:

Der Gellertweg eine leicht abschüssige Straße. Ruhig, kein Durchgangsverkehr, hier fahren nur Anlieger und mal ein Paketbote. Wie es abends aussieht, weiß ich nicht, doch beim letzten Besuch in der Straße standen nur wenige Autos am Straßenrand. Ein idealer Platz, um auch auf der Straße zu spielen. Oder eben auch Longboard zu fahren.

Und doch sind diese Straßenabschnitte für Autos konzipiert. Straße für die Autos und Bürgersteige für die Menschen. Dieser Bereich ruft gerade zu nach einer Spielstraße. Platz zum Spielen in der gesamten Breite. Kinder zu Fuß, auf dem Rad oder Longboard. Nachbarn im Gespräch, nicht auf dem Gehweg abgestellt, sondern mitten auf der Straße. Zu mehreren mit viel Platz. Hier und da ein Baum mit Bank. Wo Flächen für Fahrzeuge und Menschen zusammenwachsen ist Platz.

Warum der Unfall geschehen ist, ist aus dem Text nicht ersichtlich, aber in einer „Verkehrsberuhigten Zone“ wäre ein Spielgerät kein Fremdkörper, sondern Teil der Nutzung und die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen allen Beteiligten gering.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker erkennen, wie wichtig eine lebenswerte Gestaltung der Wege zwischen Häusern ist, wo das Auto nicht das Maß der Dinge ist.

Wolfhard Winkelströter
Mitglied Fuß e.V. Ortsgruppe Wuppertal

Weitere Informationen zu Fuss e.V.unter www.fuss-ev.de
Erreichen Sie einen Ansprechpartner vor Ort über den Ortsverbands Fuss e.V Wuppertal

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Kommentare

  1. Susanne Zweig sagt:

    Es gibt hunderte solcher Wohnstraßen in Wuppertal. Wenn all diese Straßen zu „verkehrsberuhigten Zonen“ umgebaut würden, wie hier für den Gellertweg implizit angeregt, wäre diese gut gemeinte Tat wirkungslos bis kontraproduktiv (insbesondere wenn die Anwohner gar nicht gefragt werden).

    Solange dort nämlich einfach deutlich mehr fahrende Autos als spielende Kinder unterwegs sind, wird kein Autofahrer die Notwendigkeit einsehen, mit Tempo 7 die meist menschenleere Straße entlang zu rollen, und ein Tempo zwischen 30 und 40 wird sich als „gefühlt angemessen“ auch für solche „verkehrsberuhigten Zonen“ etablieren.

    Verkehrsschilder setzen sich nur durch, wenn ihre Notwendigkeit für alle ersichtlich ist, und die Einhaltung konsequent kontrolliert wird. Unnötige oder als übertrieben empfundene Schilder sind dagegen eine Gefahr für die Akzeptanz aller bestehenden Schilder – auch derer, die objektiv sinnvoll und angebracht sind.

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