09.05.2022

„Vohwinkel Vision“

Mit der BUGA zu einer deutlichen Aufwertung des Vohwinkeler Ortskerns

Das Eingangstor zum Stadtteil, ob wir die DB begeistern können? ©Verfasser

Vorbemerkung:

Der Stadtteil Vohwinkel ist in den Planungen zur Bundesgartenschau 2031 als ein zentraler Ankunftsort und Ausgangspunkt zum Ausstellungsareal „Tesche“ vorgesehen. Nicht nur aus diesem Anlass bedarf der Ortskern einer deutlichen Aufwertung und Attraktivitätssteigerung gerade für touristische Besucher(innen) aber auch für Einheimische. Es gilt ein touristisches Alleinstellungsmerkmal dieses Stadtteils zu identifizieren und dieses durch kleinere oder größere Verbesserungsmaßnahmen hervorzuheben:

Die bis 1929 selbstständige Stadt Vohwinkel verdankt ihre Entstehung und Bedeutung ganz wesentlich dem Verkehrssektor. Als Kreuzungspunkt überregionaler Verkehrswege auf Straße und Schiene wurde Vohwinkel frühzeitig in ein dichtes Netz von Straßenbahn- und Eisenbahnstrecken eingebunden. Abschluss und Höhepunkt dieser Entwicklung war der Bau der Schwebebahn mit der Endstation und zugehöriger Abstell- und Wartungshalle. Diese ist in der Tat einmalig. Nach Schließung des Rangierbahnhofes hat Vohwinkel dennoch zumindest im Personenverkehr seine Bedeutung als Drehscheibe behalten, wobei hier mit Schwebebahn und Obus zwei einmalige bzw. seltene Verkehrsmittel zusammentreffen.

Die 4 Unterzeichner -alle überzeugte Vohwinkeler- und weitere Mitstreiter regen daher an, das Thema „Verknüpfungspunkt Vohwinkel“ als ein „BUGA-Plus“- Projekt in die Detailplanung der BUGA aufzunehmen und schlagen für die Umsetzung folgende Maßnahmen vor:

Aussichtsplattform (Skywalk) am Kaiserplatz

Von einer solchen Plattform haben Besucher(innen) die Möglichkeit, den Schwebebahnbetrieb „von oben“ zu betrachten und auch von dem Vohwinkeler Ortskern deutlichere Eindrücke zu gewinnen. Die Plattform wäre ein hochattraktiver Fotostandort und könnte am östlichen Rand des Stationsgartens oder auf bzw. anstelle des Flachdachpavillons am Kaiserplatz entstehen.

Wagenhalle, transparente Gebäudefront:

Umbau 2028 mit attraktiver Frontgestaltung ©Verfasser

Die Wagenhalle stammt noch aus der Bauzeit der Schwebebahn und soll ab 2028 als letztes Projekt der Schwebebahn-Sanierung komplett neu gebaut werden.

Die Bauarbeiten könnten bis 2031 abgeschlossen sein. Hier sollte u.E. eine neue lichtere Frontgestaltung gewählt werden, die von außen einen Einblick in die Werkstatt und zu den abgestellten Fahrzeugen ermöglicht. Da der Neubau ohnehin ansteht, sind für diese Maßnahme vsl. nur geringe Mehraufwendungen notwendig, wenn man sie von vornherein mit einplant.

Solinger Museums- Obusse:

Mit der Verlängerung der Obus-Linie 683 zum Bahnhof wurde die Fahrleitung in der Rubensstraße umgepolt und dient nunmehr den bergwärts fahrenden Bussen. Die frühere Schleifenfahrt über Vohwinkeler- und Gräfrather Straße ist damit nicht mehr möglich so dass die historischen Fahrzeuge des Obus-Museums Solingen nicht mehr nach Vohwinkel fahren können. Diese Fahrtmöglichkeit könnte wieder eingerichtet werden, wenn in der Rubensstraße ein 2. Fahrleitungspaar montiert und an die immer noch vorhandene derzeit aber unbenutzte Fahrleitungsschleife angeschlossen würde. Außerdem könnte der derzeitige  Betriebshalt der Linienfahrzeuge zum Absenken der Stromabnehmer von der Haltestelle „Rubensstraße“ zur Haltestelle „Schwebebahn“ verlegt werden. Damit würde die Rubensstraße in beiden Fahrtrichtungen elektrisch befahren, auch ein Beitrag zur Lärm- und Abgasminderung.

Ausstellungspavillon / Schwebebahnmuseum

Seit langem steht die Idee eines „Schwebebahnmuseums“ im Raum. Als Vorleistung für ein solches Museum werden im Stationsgarten einige Exponate aus der Geschichte der Schwebebahn präsentiert.  Die Verfasser sind an einem geeigneten Gebäude in der Nähe interessiert, in welchem Wechsel-Ausstellungen und / oder auch ein historischer Schwebebahnwagens untergebracht werden können.  Die Themen der Ausstellungen sollten aber nicht rein museal sein, sondern vorausschauend  aktuelle Themen neue Mobilität / Verkehrswende / Digitalisierung behandeln. Zu denken wäre an Präsentationen von in der Umgebung ansässigen Industrie- und Forschungseinrichtungen oder auch themenbezogene Arbeiten von Studierenden der Bergischen Universität.

Sanierung des Empfangsgebäudes Bahnhof Vohwinkel

Der Bahnhof Vohwinkel als ein zentraler Ankunftsort präsentiert sich nicht in einem Zustand der für den Besucherverkehr der BUGA akzeptiert werden kann. Auch wenn von den -immerhin sanierten- Bahnsteigen direkte Zugänge zum Ausstellungsareal Tesche vorgesehen sind, sollte auch das Empfangsgebäude grundsaniert werden. Hier sollte sich DB  Station und Service um entsprechende Fördergelder im Rahmen der BUGA bemühen. Leider ist DB SuS derzeit eher bestrebt, nicht mehr benötigte Empfangsgebäude abzustoßen, anstatt sie selbst instand zu setzen. Für den Vohwinkeler Bahnhof dürfte aber kein privater Interessent zur Verfügung stehen, da die notwendige Fußwegeverbindung zwischen den Gleisen weiterhin durch das Gebäude führt. Man sollte weiter versuchen, der DB die BUGA als mögliche Co-Finanzierungsmöglichkeit nahe zu bringen.

Verkehrsberuhigung Kaiserstraße:

Die Kaiserstraße ist die zentrale Einkaufs- und Geschäftsstraße im Stadtteil, hat aber in der Vergangenheit ein erhebliches Downtrading erlebt. Sie ist derzeit von Wettbüros, Barbershops, 1-Euro-Läden usw. geprägt. Ein Grund für den Rückzug höherwertiger Angebote liegt in der mangelnden Aufenthaltsqualität bedingt durch übermäßigen Autoverkehr. Vergleichbar benachteiligte Stadtteilzentren befinden sich in Oberbarmen und Cronenberg. Es wird daher vorgeschlagen, zumindest in einem Teilabschnitt, z.B. zwischen Kaiserplatz und Lienhardstraße eine Verkehrsberuhigung vorzusehen und den Durchgangsverkehr dauerhaft über den Westring bzw. A46 zu führen. Die straßenrechtlichen Voraussetzungen dieser Maßnahme wären zu prüfen.
Außerdem würde dieser Abschnitt der Kaiserstraße als Fußgängerzone mit integrierter Begrünung und  Außengastronomie zum Besuch und zum Verweilen der geschaffenen Erholungszone einladen. Das Bemühen um einen Spitzengastronom wäre in dem Zusammenhang von Vorteil und würde Besucher von außerhalb  anlocken. Gastronomische Angebote wurden bei der Bebauung am Rande des Lienhardplatzes versprochen, aber nicht realisiert. Somit bekäme Vohwinkel endlich die herbei gesehnte Ruhe- und Verweilmeile.

 

Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG)

Die unzureichende Qualität des Einzelhandels resultiert zum anderen auch aus jahrelanger Vernachlässigung der Gebäude. Ein Interesse zur Ansiedlung höherwertiger Geschäfte kann somit nicht geweckt werden. Parallel zu den Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wird daher die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) angeregt mit dem Ziel einer städtebaulichen Aufwertung der Straßenzüge rund um den Kaiserplatz

Fazit:

Für den Stadtteil Vohwinkel wird die BUGA 2031 eine bedeutende Steigerung der Attraktivität für Besucher wie Einheimische bewirken. Es ist daher aus Sicht der Unterzeichner von vitalem Interesse des Stadtteils, dass die BUGA auch stattfindet. Wir rufen daher (nicht nur) die Vohwinkeler Bürgerinnen und Bürger dazu auf, beim Bürgerentscheid mit NEIN zu stimmen.

Martin Klee

Ulrich Kopka

Michael Spitzer

Axel Sindram

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Kommentare

  1. Michael Bürgener sagt:

    Den Ausführungen der Unterzeichner dieses Artikels ist absolut zuzustimmen.
    Die BUGA31 wird sehr viel Positives
    in allen Stadtteilen in Bewegung bringen, sie regt die Phantasie an und bringt uns als Stadt weiter !
    Die Kosten werden locker schon mittelfristig wieder reingeholt, langfristig erst recht ! Also, stimmt ab mit NEIN zum Bürgerbegehren, und damit Ja zur BUGA !

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