01.06.2010

Friedhelm Sträter IHK

Bergische Wirtschaft im Aufschwung

„Die wirtschaftliche Lage der bergischen Unternehmen hat sich deutlich verbessert. Es scheint, als sei die scharfe Rezession überwunden und ein Aufschwung möglich.“ So fasste heute (31.5.) IHK-Präsident Friedhelm Sträter in einer Pressekonferenz die Ergebnisse der neusten Konjunkturumfrage der bergischen IHK zusammen.

An der Umfrage hatten sich mehr als 320 Unternehmen mit fast 20.000 Beschäftigten beteiligt. Davon sind 57 Prozent mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, 24 Prozent halten sie sogar für gut und nur jedes fünfte Unternehmen zeigt sich noch unzufrieden. Der Geschäftslageindex ist deshalb seit Jahresbeginn von minus 42 auf plus fünf hochgeschnellt.

IHK

Im Städtevergleich führt die Solinger Wirtschaft weiterhin vor den beiden anderen bergischen Großstädten, die aber zuletzt merklich aufgeholt haben. Früher und kräftiger als die Kleinbetriebe haben die größeren Mittelständler den Aufschwung verspürt. „Dem Auftragsplus folgt jetzt ein starker Anstieg der Umsätze und Erträge – das bedeutet aber nicht, dass jedes Unternehmen bereits wieder Gewinne erzielt“, verdeutlicht Sträter. Gleichwohl sorge die dynamische Nachfrageentwicklung dafür, dass die Unternehmen immer optimistischer in die Zukunft blicken: Mehr als die Hälfte erwartet eine Verbesserung ihrer Geschäftslage.

Der Aufschwung ist in nahezu allen Branchen spürbar. Mehr als ein Viertel aller Industrieunternehmen berichte beispielsweise von einer guten und die Hälfte von einer befriedigenden Wirtschaftslage. Viele Betriebe näherten sich derzeit wieder ihrer Normalauslastung. Eine große Mehrheit sei deshalb optimistisch und rechne mit einem weiteren Umsatzwachstum und auch verbesserten Erträgen. „Allerdings gehen weiterhin Unsicherheiten von den Finanzmärkten aus, die Wechselkurse und Rohstoffpreise beeinflussen könnten“, schränkt der IHK-Präsident ein. Der aktuell relativ niedrige Eurokurs eröffne jedoch der exportorientierten Wirtschaft neue Wettbewerbschancen.

Auch im bergischen Verkehrsgewerbe hätten sich Lage und Aussichten verbessert. Insbesondere bei den Speditionen seien Umsätze und Erträge gestiegen. Zumindest in Teilen des Dienstleistungsbereichs könne ebenfalls eine Belebung festgestellt werden. Über die Konsumflaute und intensive Sparmentalität der Kunden kämen größere Einzelhändler aber offensichtlich besser hinweg als kleinere Betriebe. Die Einzelhändler sehen die Zukunft deshalb insgesamt eher pessimistisch. Positiver gestimmt seien Großhändler und unternehmensnahe Dienstleister sowie das Gastgewerbe. Reisebüros und Reiseveranstalter hätten dagegen einen Nachfrageeinbruch erlitten. Die Banken und Sparkassen hielten ihre aktuelle Geschäftslage einhellig für befriedigend, auch wenn sie die relativ geringe Investitionsneigung der Unternehmen spüren würden.

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