Frauen immer noch benachteiligt

Anlässlich des “Equal Pay Days” (7. März) und des „Internationalen Frauentages“ (8. März) beklagt Claudia Radtke die immer noch vorhandene Entgeltlücke die zwischen den Gehältern von Männern und Frauen

Diese Entgeltlücke kann nur durch bessere Arbeitsbedingungen sowie eine Aufwertung und bessere Bezahlung von Frauen im Beruf, vor allem in den Branchen, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt sind, also im Handel sowie im Pflege- und Erziehungsbereich, geschlossen werden. Gerade in der Pandemie sei deren hohe gesellschaftliche Bedeutung deutlich geworden. „Aber es sind gerade diese Branchen, in denen meist schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen und die meist keinen auskömmlichen Lohn zahlen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn keine Tariflöhne gezahlt werden,“  erklärt Claudia Radtke.

Claudia Radtke (afi-fotodesign) Vorsitzende des Ausschusses f. Gleichstellung u. Antidiskriminierung d. Stadt Wuppertal u. Mitglied d. Fraktion DIE LINKE im Stadtrat. ©afi-fotodesign

„In Deutschland macht der geschlechtsspezifische Gehaltsunterschied mehr als zwei volle Monate aus“, so Radtke. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums betrage die Lohnlücke bei Vollzeitbeschäftigten in nicht tarifgebundenen Betrieben monatlich 729 Euro. „Damit ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Unternehmen ohne Tarifbindung um 36 Prozent größer als in Unternehmen mit Tarifbindung. Wir brauchen endlich gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit! Es ist ein gesellschaftspolitischer Skandal, dass diese alte Forderung in unserem reichen Land auch im Jahr 2022 immer noch nicht ansatzweise erfüllt ist.“

Die geplante Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro komme vielen Frauen, die gerade in niedrig bezahlten Jobs arbeiten, zugute. Aber daran gekoppelt plane die Bundesregierung, die Minijobgrenze auf 520 Euro anzuheben. „Dieses Vorhaben verfestigt geringfügig entlohnte und sozial prekäre Beschäftigung und treibt vor allem Frauen in ungewollte finanzielle Abhängigkeiten und Altersarmut“, sagt die Politikerin der Partei DIE LINKE.

Fast 70 Prozent der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten seien Frauen. Die in der Pandemie gemachten Erfahrungen zeigten zudem, dass die gesellschaftlichen Bedingungen für Frauen deutlich verbessert werden müssten. So etwa die Bedingungen für die partnerschaftliche Verteilung von Haus-, Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern und der Schutz von Frauen vor jeglicher Gewalt – ob bei sexueller Belästigung, Bedrohung, körperlicher Gewalt oder Hass und Hetze im Netz.

„Hier besteht nach wie vor ein großer gesetzlicher Handlungsbedarf. Eine gute Möglichkeit Benachteiligungen von Anfang an auszuschließen, ist die zügige Anwendung von Gleichstellungschecks für Gesetze, Maßnahmen und Programme“, sagt Claudia Radtke. Auch in diesem Jahr wird der Kreisverband der Partei DIE LINKE anlässlich des Internationalen Frauentag beim Helios-Krankenhaus in Barmen den weiblichen Beschäftigten Nelken überreichen.

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