„Ökologische Hotspots an der Bergischen Uni“.

„Ökologische Hotspots an der Bergischen Uni“. Mit dem Jahreswechsel in ihr 50-jähriges Jubiläum bringt die Bergische Universität auch eine neue Beitragsserie an den Start: Einmal im Monat stellt die Wuppertaler Botanikerin Professorin Dr. Gertrud Lohaus ein Beispiel dafür vor, wie die Universität ihr Gelände naturnäher umgestaltet und damit aktiv einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leistet. Los geht’s mit dem Thema „Benjeshecken: So wird Totholz zu Lebensraum“.

Die fertige Holzaufschüttung neben Gebäude V/W.

Die Benjeshecken bestehen aus toten Zweigen und Ästen und bieten damit einen ganz eigenen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Benannt sind sie nach Hermann Benjes, einem Landschaftsgärtner, der in den 1980er Jahren das beschrieben hat, was früher zur Strukturierung offener Agrarlandschaften genutzt wurde.

Solche Hecken sollen aus Samen von heimischen Strauch­arten „von selbst entstehen“. Dazu wird Gehölzschnitt und Reisig locker in Streifen aufgeschichtet. Diese Streifen bieten Vögeln oder kleinen Säugetieren Schutz und durch die im Kot der Tiere enthaltenen Samen sollen in diesem Streifen langsam wieder Sträucher wachsen und so eine lebende Hecke entstehen. Gewünscht sind Straucharten, die selbst wieder Früchte als Nahrung für Tiere liefern, wie etwa Holunder, Weißdorn oder Schlehe. Da der ganze Prozess bis zur echten Hecke jedoch mehrere Jahrzehnte dauert, kann die Hecken­bildung durch Initialpflanzungen unterstützt werden.

So einfach wie es sich anhört, ist das Ganze jedoch nicht, denn unerwünschte Hochstauden wie Brennnesseln oder Brombeeren können die Ansiedlung von Sträuchern verzögern oder ganz verhindern. Aber schon die Gehölzschnittaufschüttungen an sich bieten Lebens­raum für Vögel wie etwa Heckenbrüter), Kleinsäuger wie beispielsweise Igel, viele Insekten und Amphibien – sofern Wasser in der Nähe ist.

Benjeshecken auf dem Uni-Campus Grifflenberg

Eine Hälfte der Fläche des Uni-Geländes ist durch Gebäude, Straßen und Wege versiegelt, während die andere Hälfte des Geländes, ca. 112.400 Quadratmeter (!), Grünfläche sind. Und diese Hälfte kann einen wichtigen ökologischen Beitrag leisten und zur biologischen Vielfalt beitragen.

Lebensraum für Tiere zu schaffen, ist der Hauptgrund für Benjeshecken auf dem Campus Grifflenberg. Gleichzeitig sind sie eine sinnvolle Verwertungsmethode für anfallenden Gehölzschnitt, das sogenannte „Totholz“. Auf der Gaußstraße, hinter Gebäude W, sind verschiedene Arten von Benjeshecken bereits zu sehen, weitere im Entstehen. Diese Astaufschüttungen unterscheiden sich von denen in der freien Landschaft, da die Streifen kürzer und teilweise durch eingegrabene Pfähle begrenzt sind.

Benjeshecken auch im eigenen Garten – so geht’s:

  1. Pfähle aus unbehandeltem Holz oder dünne angespitzte Stämme in zwei parallel verlaufende Reihen einschlagen bzw. eingraben; ihre Anzahl variiert je nach Größe der Hecke: für 3-4 Meter Länge, 0,5-0,7 Meter Breite und 1-1,5 Meter Höhe etwa 8 Pfähle
  2. Den Zwischenraum mit dickeren und dünneren Ästen vom Obstbaumschnitt oder anderen Harthölzern füllen, dazwischen Stängel verblühter Stauden
  3. Das Material nur das erste Mal z. B. mit den Füßen verdichten
  4. Eventuell abstehende Äste einkürzen oder einflechten
  5. Wenn die Hecke im nächsten Jahr gesackt ist, wieder locker mit Ästen auffüllen
  6. Wichtig: Ungewollte Hochstauden wie Brennnessel oder Brombeere entfernen
  7. Sich an möglichen tierischen Besuchern erfreuen

 

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