24.06.2021

Opernintendant Berthold Schneider noch bis 2023 in Wuppertal

Seit fünf Jahren gibt Opernintendant Berthold Schneider den Takt im Opernhaus vor. Noch bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 läuft sein Vertrag mit den Wuppertaler Bühnen. Danach möchte Schneider sich neuen Aufgaben zuwenden.

Der Opernintendant hat den Vertretern der Stadt und des Theaters mitgeteilt, dass er für eine nochmalige Verlängerung seines Vertrages über das Ende der Spielzeit 2022/23 hinaus nicht zur Verfügung stehen wird. Dazu habe ihn nicht nur ein einzelner Grund bewogen, sondern mehrere Faktoren, die eine Rolle spielten, so Schneider. Zu dem generellen Wunsch nach Veränderung an diesem Punkt seiner Karriere gesellen sich private Gründe sowie die Erfahrung der CoronaPandemie, die für ihn »eine Zäsur darstellt und mich in einer Form nachdenklich gemacht hat, wie ich es nicht erwartet habe.« Für Schneider wird die Amtszeit in Wuppertal – wenn er im Sommer 2023 nach dann sieben Jahren das Haus verlässt – die längste Zeit gewesen sein, die er an einem einzelnen Haus engagiert war. »Es wird mir sehr schwerfallen, dieses hinreißende Ensemble, dieses exzellente Orchester und diesen stimmgewaltigen Chor zu verlassen.»

Von ihm inspirierte Projekt wie das Opernstudio NRW oder das Festival ›Sound of the City‹ sieht er auf einem guten Weg in eine gesicherte Zukunft. »Für einen Dank an unser Publikum ist es definitiv zu früh – denn momentan freue ich mich einfach darauf, endlich wieder spielen zu können, und auf die vielen vor uns liegenden Projekte in den kommenden zwei Spielzeiten meiner Intendanz.« Bis dahin bleibt Schneider den Wuppertalern mit voller Kraft erhalten. Oberbürgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind bedauert die Entscheidung des Intendanten, hat aber auch Verständnis. »Gemeinsam mit dem Ensemble, dem Orchester und dem Chor hat Herr Schneider sehr erfolgreich gearbeitet und dabei eine hervorragende Balance geschafft, Neues einzuführen und gleichzeitig Bewährtes zu pflegen«.

Seine Arbeit in Wuppertal sei bei Publikum und Kritikern gleichermaßen gut ankommen. »Herr Schneider hat sich an neue Formate herangetraut und damit eine Erneuerung angestoßen. Gleichzeitig hat er mit großem Erfolg die ›Blockbuster‹ des Repertoires auf die Bühne gebracht – davon zeugen die Wiederaufnahmen in der kommenden Spielzeit wie die Puccinis ›La Bohème‹. Dass er sich nun anders orientieren möchte, respektieren wir selbstverständlich – auch wenn wir es sehr bedauern.

Kulturdezernent Matthias Nocke: »Berthold Schneider hat die Wuppertaler Oper neu aufgestellt und ihr durch Exzellenz und Innovation national und international zu neuer Relevanz verholfen. Er hat durch das große Engagement aller Mitwirkenden ein maßgeschneidertes Programm und eine richtungsweisende Ausrichtung für ein diverses Großstadtpublikum vorgenommen, die das Haus in die Zukunft tragen wird. Neue Gönner, neues Publikum, neue Mäzene, neue Formate und neue Medien haben die Oper neu in der Stadt verankert. Dafür sind wir Berthold Schneider zu großem Dank verpflichtet und dürfen uns auf zwei neue Spielzeiten gemeinsam mit dem neuen Generalmusikdirektor Patrick Hahn freuen.«

Aufsichtsratsvorsitzende Karin van der Most: »Berthold Schneider hat mit seinem hochwertigen künstlerisch anspruchsvollen Programm die Oper in Wuppertal strahlen lassen. Er hat nach der Intendanz von Kamioka die Oper mit einem hervorragenden Ensemble aufgebaut, das Opernstudio auf dem Weg gebracht und mit dem Festival ›Sound of the City‹ die Oper in die Stadtgesellschaft hineingetragen. Dafür gebührt ihm großen Respekt und Anerkennung. Sein Wunsch nach Veränderung und neuen Herausforderungen ist verständlich, wenn auch bedauerlich. Ich freue mich auf zwei weitere anspruchsvolle Spielzeiten mit Berthold Schneider.«

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Heiner Fragemann: »Mit Respekt, vor allem aber mit großem Bedauern haben wir den Wunsch von Berthold Schneider vernommen, sich in zwei Jahren neuen Aufgaben widmen und unsere Oper verlassen zu wollen. Diese hat er mit großem Engagement und künstlerischem Esprit neu aufgebaut und zu einem über die Region hinaus hoch anerkannten Niveau geführt. Mit Vorfreude und Spannung können wir auf die beiden noch vor uns stehenden Spielzeiten mit ihm in Wuppertal schauen.«

Vorsitzender des Kulturausschusses Dr. Rolf Köster: »Ich bin sehr traurig, dass Berthold Schneider sich entschlossen hat, nach sieben Jahren in Wuppertal eine neue berufliche Herausforderung anzutreten. Berthold Schneider hat sich große Verdienste um die Wuppertaler Oper erworben. Durch aufsehenerregende Inszenierungen ist es ihm gelungen, die Oper im Bewusstsein der Lebenswelt im 21. Jahrhundert zu verankern und auf diese Weise der Oper neues Publikum zu erschließen. Mit Berthold Schneider ist Wuppertal der Anschluss an große nationale und internationale Häuser gelungen. Mit kreativen Mitteln, (u.a. ›Share your Opera‹, ›Oper Plus‹) hat er junge Leute, die nicht zum Stammpublikum der Oper gehören, fasziniert. Mit ›Sound of the City‹ hat er das Kulturleben in Wuppertal eingebunden und die Oper in der Stadtgesellschaft verankert. Über seinen Weggang bin ich traurig, freue mich aber auf die verbleibenden spannenden Spielzeiten seiner Intendanz.«

Geschäftsführer Dr. Daniel Siekhaus ergänzt: »Seit fünf Jahren leitet Berthold Schneider erfolgreich die Opernsparte der Wuppertaler Bühnen. Er hat ein kleines, exzellentes Ensemble aufgebaut, stellt Jahr für Jahr ein künstlerisch hoch anspruchsvolles, vielseitiges Programm zusammen und kann mit zahlreichen Produktionen eine überregionale Wahrnehmung erzielen. Zudem hat er durch seine persönliche Initiative eine ganze Reihe außergewöhnlicher Formate und Projekte umgesetzt: von der Community-Oper bis zum Festival ›Sound of the City‹, vom Musiktheater für Kita- und Kindergartenkinder bis zu den international beachteten Koproduktionen mit der English National Opera, von der Entwicklung der ›Share Your Opera‹ App bis zur Gründung des Opernstudios NRW. Ich respektiere die persönliche Entscheidung von Herrn Schneider und freue mich auf die noch kommenden zwei Spielzeiten mit all ihren Opernproduktionen und -projekten.«

Quelle: Oper Wuppertal

 

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