05.10.2020

Natur-Schule Grund Naturerlebnis Naturnaher Garten Storchschnabel Wildpflanzen

Eine attraktive Pflanze, die etwas unangenehm riechen kann

Sogar jetzt im Herbst sieht man noch rosa Blüten, die zu einer häufigen Pflanze gehören. Doch kaum jemand kennt ihn, den Stinkenden Storchschnabel, weshalb bei botanischen Spaziergängen sehr oft danach gefragt wird.

Der Stinkende Storchschnabel ist eine häufig vorkommende, nährstoffreiche Böden liebende Pflanze, die in Wäldern, an Hecken, aber auch an Mauern oder auf öden Flächen wächst. Im Volksmund wird die Pflanze auch Ruprechtskraut genannt.
Sie braucht sehr wenig Licht und kann, mit Hilfe eines Blattgelenkes, ihre Laubblätter in die Richtung des Lichteinfalles drehen. Erhält sie zu viel Licht, bildet sie einen roten Farbstoff, der die Blätter vor UV Strahlen schützt.

Ihre rosa Blüten werden von Schwebfliegen besucht und sind eine sehr gute Bienenweide. Die behaarten Blattstiele halten kleine krabbelnde Insekten vom Besuch der Blüte ab.

Stinkender StorchschnabelStinkender Storchschnabel ©Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund

Der Storchschnabel gehört, wie die als Balkonpflanze sehr beliebte Geranie (Pelargonium), in die Familie der Geraniengewächse. Zerreibt man ein Laubblatt der Storchschnabels und ein Blütenblatt der Geranie, „riecht“ man die Verwandtschaft. Die Geraniengewächse sind auch unter dem Namen Storchschnabelgewächse bekannt.
Dieser Name bezieht sich auf die Frucht, die einen langgezogenen Fortsatz hat, der an einen Storchen- oder Kranichschnabel erinnert. „Pelargos“ heißt auf griechisch „Storch“, „geranos“ heißt „Kranich“.
Der Storchschnabel ist ein sogenannter „Austrocknungsstreuer“. Zur Zeit der Samenreife werden die trockenen fünfteiligen Früchte einzeln bis zu 6m weit geschleudert. Sie besitzen je zwei lange Haarstränge. Durch diese können sie, wie eine Klette, an einem Lebewesen hängen bleiben, oder auch an einer zufällig getroffenen Mauer wurzeln.

Der Name „Gottesgnadenkraut“ weißt auf die große Bedeutung der Pflanze in der Volksheilkunde hin. Es ist als Heilkraut bereits seit dem 13. Jahrhundert bekannt und als „Herbe Ruperti“ dem heiligen Ruprecht geweiht.
Die Pflanze enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Sie wird als Tee oder Tinktur verwendet. Ihre blutstillende Wirkung nutzt man z.B. in der Frauenheilkunde bei zu starken Menstruationen. Sie wirkt antiseptisch und wundheilend, durch ihren Gerbstoffgehalt gegen Durchfall, gegen Fieber, Gicht und Herpes. Der Stinkende Storchschnabel kann gegen Entzündungen im Magen- Darmtrakt und als Mittel zum Gurgeln gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt werden.
Er wirkt in der Aromatherapie gegen Depressionen. Und seine ätherischen Öle vertreiben Mücken.

Stinkend aber wirkungsvoll.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Ihre / Eure Stefanie Barzen

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