25.09.2020

Artensterben Energiewende Karlsplatz Klimawandel lebenswert planetare Grenzen

Planung Karlsplatz – im Herzen von W-Elberfeld

Der Karlsplatz hat eine ganz besondere Lage als Verbindung zwischen Tradition und Moderne: der Innenstadt mit standardisiertem Filialisten-Konsum durch die Nordstadt mit unzähligen einzigartigen Denkmälern bis hinauf zu Utopiastadt im ehemaligen Mirker Bahnhof an der Nordbahntrasse.

essbare Stadt – auch in Wuppertal?
Foto: Quelle privat

Der Karlsplatz – für alle?!

Am Karlsplatz werden Veränderungen geplant. erfolgen diese im Sinne der Menschen, die dort leben und den Platz (heute) nutzen? Ausdrücklich unterstützen wir auch als engagierte Mitglieder z.B. von NANK eV und Klimanetzwerk Wuppertal dieses Anliegen und hoffen sehr, dass die in der Antwort unseres Oberbürgermeisters Andreas Mucke in Aussicht gestellte Einbindung „rechtzeitig alle Akteure – also auch Ihre Initiative – in die Planung einbeziehen.“ frühzeitig erfolgt!

Den Argumenten des angehangenen Briefes schließen wir uns vollumfänglich an – auch als BUND-Kreisgruppe Wuppertal, die selbstverständlich ebenso wie die Zukunfts-Schmiede W-Nord auch aktives Mitglied im Klimanetzwerk Wuppertal sind.

Insbesondere folgende Aspekte sind hier ergänzend zu berücksichtigen

  • Eine Aufenthaltsqualität ist für alle Bürgerinnen und Bürger einer Stadt wichtig, überall.
  • Nicht zufällig haben wir uns im Aktionsnetzwerk Wuppertals Urbane Gärten auf den Leitsatz „Die Stadt ist unser Garten“ verständigt!
  • Zudem läuft derzeit eine landesweite Unterschriftensammlung der NRW-Umweltverbände für mehr Artenvielfalt – auch in der Stadt – mit sehr überzeugenden Argumenten:
    https://www.bund-nrw.de/themen/naturschutz/volksinitiative-artenvielfalt-nrw/

Es ist längst an der Zeit,  mutig und entschlossen zu handeln, um unsere Mitwelt – z.B. auch Insekten zu retten und den Artenschwund zu stoppen! Wir überschreiten unsere planetaren Grenzen immer weiter, Jahr für Jahr anstatt uns ernsthaft um deren Entlastung durch tragfähige Lösungen zu kümmern. Heute haben die for future-Bewegungen wieder zum globalen Klimastreik eingeladen – und auch in Wuppertal waren dafür viele Menschen auf den Straßen – inkl. den beiden OB-Kandidaten Andreas mucke und Uwe Schneidewind.

Hoffnung gibt, dass wirksamer Klimaschutz gleich die drei massivsten Überschreitungen unserer planetaren Grenzen – besorgniserregender Artenschwund, massive Böden- und Gewässerverunreinigungen und Klimawandel – wirksam zurückführen könnte.

Was da so sichtbar schwindet, sind unsere elementaren Lebensgrundlagen. Deren Schutz käme uns allen zugute. Deshalb gilt für den Karlsplatz wie für alle Projekte in unserer Stadt: „Zeit zum Umdenken und handeln ist HIER und JETZT!“

Bürgerin-Antrag zum Klimaschutz: bereits im September 2019 politisch beschlossen

Last but not least zur Erinnerung: bereits im September 2019 wurde durch den Rat der Stadt Wuppertal bzw. dessen Umwelt- und Hauptausschuss der Bürgerin-Antrag, „Klimaschutz als vorrangige Gemeinschaftsaufgabe“ beschlossen. Dieser quasi-Klimanotstands-Antrag  sollte doch nun – ein Jahr nach seiner Verabschiedung – bitte auch bei allen Entscheidungen sehr ernsthaft berücksichtigt werden!

 

WZ-Artikel

https://www.wz.de/nrw/wuppertal/wuppertaler-karlsplatz-abriss-der-pergola_aid-52842435

 

Brief des Vereins Neue Arbeit – Neue Kultur Bergische Region e.V. an die WZ-Redaktion

Guten Morgen an die WZ-Redaktion.

Ihr Artikel bzgl. des Karlsplatz-Problems hat mich aufgerüttelt – persönlich, aber auch als seit vielen Jahren handelnde Bürgerin, die sich für Ihre schöne Heimatstadt engagiert. Mir liegt am Herzen, dass die Prozesse für ein Gutes Leben in der Stadt voran gebracht werden müssen, transparent, fair und umfänglich zur Sprache kommen und gemeinsam angegangen werden – vor allem aber, wenn es Themen sind, die alle Bürger dieser Stadt betreffen. Mit alle Bürger sind wirklich auch alle gemeint.

Sehr hilfreich beim Thema Transparenz ist natürlich immer die Arbeit der Redaktionen und ihrer Journalisten. Aus diesem Grunde sende ich Ihnen meinen Brief an Herrn Oberbürgermeister Mucke mit Antwortschreiben, der heute ebenfalls der Bezirksvertretung Elberfeld zukommen wird. zu Ihrer Kenntnis.

Mit freundlichem Gruß
für den NANK e.V.-Vorstand

 

eMail vom 18.9.2020 von NANK eV an den Oberbürgermeister Andreas Mucke

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Karlsplatz – das ist seit vielen Jahren ein umstrittenes Thema zwischen verschiedenen Interessensgruppen. Stadt Wuppertal, Besitzer des Dachs der Tiefgarage, Rathaus-Galerie-Betreiber, Geschäftliche Anlieger und Anwohner schieben sich gegenseitig die Aufgabe zu, diesen architektonisch schön gestalteten Platz zum Leben zum einst geplanten schönen Aufenthaltsort zu bringen.

Die Schuld, warum dies ebenfalls seit Jahren nicht gelingt, ist einhellig:

Die Menschen!

die diesen Platz als *ihren* Platz angenommen haben als ihren *dritten Ort* für ein gutes Leben in der Stadt – diesen Menschen, die oft nicht mal einen *Ersten* (Wohnsitz) oft auch keinen *Zweiten* Ort (Arbeitsplatz) haben, wird die Schuld zugeschoben!

In dieser Woche, Herr Oberbürgermeister,

wurde bei uns angefragt, ob wir mit unserem Engagement die Pflanzkübel auf dem Karlsplatz weiterhin mit den beiden Schulen und unserem Verein nutzen und gestalten wollen.  Grund für diese Anfrage ist die Absicht, die Pergola abzureissen und damit soll schon Anfang Oktober begonnen werden.

Bitte stoppen Sie dieses Vorhaben.

Natürlich werden wir unser Engagement nicht aufgeben entgegen unserer bisherigen Wertschätzung der enorm hohen täglichen Lebens-Bewältigungs- Leistung von Menschen mit solchen Rahmenbedingungen. Und auch nicht gegenüber einer architektonisch gelungenen Platzgestaltung nach den Regeln und Vorgaben aber Aushöhlung seiner potenzialen Möglichkeiten durch falsche Umsetzung.

Es waren und sind die Menschen am Rande des Karlsplatzes (und der Gesellschaft), die aufpassen, die ihre Soziale Kontrolle nicht nur negativ wahrnehmen, damit nicht Vandalismus und Zerstörung Fuß fassen.

Unser Gespräch und der Respekt ist immer das Wichtigste gewesen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

mit diesem Brief bitten wir Sie um Ihre Intervention
zum geplanten Rückbau am Karlsplatz aus drei Gründen:

  1. Architektonisch-inhaltlich

Unbestritten ist, dass der Platz alle Voraussetzungen eines repräsentativen Innenstadt-Platzes vorweisen kann.

Die Verwaltung hat bereits vor 4 Jahren die Bürger aufgefordert, Ideen für eine Veränderung des Karlsplatzes vorzustellen, um Wuppertal lebenswerter und für Besucher atraktiver zu machen. Wir haben einen umfangreichen Vorschlag für der Karlsplatz entwickelt und diesen bei Ihnen vorgestellt. Herr Wagenfeld,https://landschaftsarchitektur-heute.de/bueros/details/500273

der Chef-Stadtplaner, der den Karlplatz vor ca. 18 Jahren geplant hat, war dabei und hat die tragenden ursprünglichen Gedanken als Bürgerplatz dazu vorgestellt.

Es war die Kunst und Kultur, die Forschung mit absoluten Innovationen in der Anwendung und die Ernährung mit Selbstanbau dabei und damit verbunden die hohe wertvolle Aufenthaltsqualität aller Bürger. Eine Antwort auf unseren Vorschlag haben wir nie erhalten.  Wir fügen Ihnen daher nochmals die Ideen-Präsentation bei.

Stattdessen wurde Jahr für Jahr an dem Platz herumgehackt, an Bäumen, Büschen und Hecken, es wurden ganze Grünflächen abgetragen und diese dann auch noch mit Bauzäunen über Jahre abgetrennt. Die Glyzinien an der Pergola wurden sehr selten nur geschnitten, vielleicht um die Verwahrlosung und Verdunklung zu einem Argument zu machen, dass die Pergola weg muss?

Eine weiterführende Planung ist erst in 2025 angedacht? Platz für Fahrräder? Für wieviele Fahrräder? Und welche fortführenden Wege in und durch die Stadt sind noch möglich?

  1. Klima

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, die Regularien des Klimawandels sind Ihnen hinreichend bekannt. Auch, dass Grün in der Stadt und vor allem in den engen Bezirken der City von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Bürger ist und immer dringender fürs komplette Überleben in den Städten werden wird – bereits ist. Fahrradstraßen sind ein guter Weg – aber wie paradox sind solche Bemühungen, wenn dafür die Grün-Anteile hierfür geopfert werden? An dieser Stelle könnte man fast an Scheinheiligkeit glauben.

Sollte jetzt die Pergola, bewachsen und im Sommer blühend auch als wichtiger CO² Wandler und Schattenspender abgerissen werden, würde der Karlsplatz zu einem steinernen Rest von seinerzeit vorbildlicher Stadtplanung. Wann wird auch die obere Pergola – die jetzt bereits das Co2 der Abgase aus der Tiefgarage umwandelt, abgerissen – weil sich Menschen hier aufhalten, die nicht gewünscht sind?

Wie einleitend bereits erwähnt, wurde jetzt bei uns angefragt, ob die Pflanzkübel noch gebraucht würden. Wann soll das letzte Grün vom Platz weg? Ist unter Rückbau vllt. Angedacht, den Zustand des Parkplatzes wieder herzustellen? Diesmal für Mietboxen und Miet-Fahrradplätze, die Geld einbringen?

Wann ändert sich diese diktatorische Unterordnung zugunsten einer humanen und gerechten Zukunft?

Natürlich wollen wir an unserem Engagement festhalten

  1. Quartiersentwicklung/Stadtentwicklung

An den Karlsplatz schließt sich das Mirker Quartier an. Dieses Quartier ist eines der am dichteste bebauten und bewohnten Stadtquartiere mit einer überdurchschnittlichen Anzahl Armer und Migranten. Nicht weit von hier ist in der DiakonieKirche die Stadtmission zuhause, die Anlaufstelle für die Menschen der Pergola ist und diesen Menschen Beratung und Mittagstisch bietet. Hier ist auch eine der beiden Schulen zuhause, die in den letzten Jahren am Karlsplatz mit integrativen Schulklassen und unserem Projekt gemeinsam die Pflanztröge bepflanzt haben – dies aus eigener Tasche und Entsorgung des Abfalls über die DiakonieKirche. Leider ruht dieses Projekt derzeit. Unbestritten ist aber die Botschaft, die von solchen Projekten und dem Näherbringen von Klimaschutz, Umweltfragen, Solidarität mit Menschen anderer Herkunft oder Gesellschaftschichten ausgehen.

Natürlich wollen wir weitermachen – das war nicht immer leicht.

Fazit:

Der Rückbau der Pergola ist keine Lösung – er ist scheinheilig und den betroffenen Menschen sowie den Engagierten nicht vermittelbar. Hierzu zählt außer der Unterzeichnerin persönlich: NANK, Wuppertaler Stadtmission, Diakonie Wuppertal, Schule Friedrichstraße und Christian-Morgenstern-Schule, Wuppertals-Urbane-Gärten/Inselgarten, Mirker Forum, alle Freunde des Klima-Netzwerkes

Der Abriss der Pergola löst die Probleme nicht. Weder menschlich noch für alle anderen Sichtweisen, auf die *Stadt* schauen müsste.

Die Menschen am Rande der Gesellschaft existieren überall in Wuppertal und die Verwaltung und Politik muss einen Weg mit Ihnen finden. Ausgrenzen und Vertreibung ist keine Lösung.
s. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. www.gesetze-im-internet.de/agg/BJNR189710006.html

Lieber Herr Mucke, als sozialdemokratischer Oberbürgermeiste bitten wir Sie, sich genauso zu verhalten.

wir sagen zum Abriss der Pergola ebenso Wuppertaler Architekten als aktive Bürger dieser Stadt.deutlich NEIN, das wollen wir nicht! Bitte nehmen Sie diesen Einspruch Wuppertaler Bürger ernst.

Mit freundlichen Grüßen
für den NANK eV-Vorstand

info@arbeit-kultur-wtal.de

www.arbeit-kultur-wtal.de

Antwort vom 21.09.2020 des Oberbürgermeisters an NANK eV

Sehr geehrte Frau N,  sehr geehrte Frau C, sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Mail vom 18.09.2020. Sie nehmen darin Stellung zu den aktuellen auf dem Karlsplatz vorgesehenen Maßnahmen.

Es ist richtig: Die Pergola an der Nordseite soll kurzfristig beseitigt werden. Diese Planung ist vor kurzem von unseren Fachbereichen der Bezirksvertretung Elberfeld vorgestellt und von diesem Gremium ausdrücklich befürwortet worden. Dabei geht es nicht um die Verdrängung von Menschen, die sich dort aufhalten, sondern um erste notwendige Schritte zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Karlsplatz. Zudem trägt die Pergola mit ihrer Bepflanzung mit zur Verunreinigung des Bereiches bei.

Ich weiß, dass Sie sich sehr für die Neugestaltung des Karlsplatzes einsetzen und hier schon gute Ideen entwickelt haben. Genau dieses Ziel verfolgen wir auch. Deshalb hat es vor kurzem durch meinen Büroleiter ein Gespräch mit dem Eigentümer der Fläche gegeben, der ebenfalls gemeinsam mit dem Eigentümer der Rathaus Galerie an einer Attraktivitätssteigerung interessiert ist. Als nächstes wird dazu ein Konzept unter enger Einbeziehung unseres Ressorts für Stadtentwicklung und Städtebau erarbeitet. Denn alle Beteiligten sind sich einig, dass der Karlsplatz großes Potential hat. Wie Sie richtig ausführen, liegt er an der Schnittstelle zwischen der Innenstadt von Elberfeld und der Verbindung zum Quartier Mirke und hat bisher keine seiner Lage angemessene Funktion.

Dies wollen wir ändern und selbstverständlich werden wir rechtzeitig alle Akteure – also auch Ihre Initiative – in die Planung einbeziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Mucke

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Kommentare

  1. Michael Felstau sagt:

    Da werden mit dem Abriss der Pergola erst mal Fakten geschaffen und dann werden alle(?) eingeladen mitzuplanen. Wieso lädt man eigentlich nicht mal die Menschen ein, die sich dort aufhalten und fragt sie, wie sie sich den Platz vorstellen könnten?

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