04.08.2020

Nachtfalter Nachtkerze naturnah Naturnaher Garten Remscheid brummt Wildkräuter

Die großblütige Nachtkerze ….

Viele der Pflanzen, die die Natur-Schule Grund in ihren Naturerlebnis-Tipps seit März bereits vorgestellt hat, waren ursprünglich in Mitteleuropa nicht heimisch. Die hier ist eine echte NeubürgerIn und erst nach der "Entdeckung Amerikas" nach Europa gekommen: Die Großblütige Nachtkerze

Die Großblütige Nachtkerze aus der Familie der Onagraceae wächst anspruchslos an Wegrändern, an Bahndämmen, auf Brachflächen und ist mit ihren etwa fünf Zentimetern im Durchmesser großen, leuchtend gelben Blüten auch eine Zierde für den Garten.
Sie ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette bildet und erst im zweiten Jahr blüht, wobei sie eine Höhe von mehr als 1.5m erreichen kann. Einige ihrer volkstümlichen Namen sind Abendblume, Nachtstern oder „Schinkenwurzel“.

NachtkerzenblütenNachtkerzenblüten ©Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund

Die süßlich duftenden Blüten öffnen sich in der Abenddämmerung dann, wenn eine bestimmte Temperatur unterschritten ist. Dieses Erblühen erfolgt so schnell, dass es mit etwas Geduld beobachtet werden kann. Diese „Kerze der Nacht“ ist eine Blume besonders für Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer, wie dem Mittleren Weinschwärmer, dem Nachtkerzenschwärmer, aber auch dem tagaktiven Taubenschwänzchen. Diese Besucher stehen im Schwirrflug vor den Blüten, wenn sie ihren langen Saugrüssel in die Blüte stecken und erinnern an Kolibris.
Auch Bienen, Hummeln und Tagfalter besuchen die Nachtkerzenblüten, die nach nur einem Tag vergehen. Dann entstehen vierkantige Kapselfrüchte, die zusammen pro Pflanze über 20.000 Samen von nur etwa 1.5mm Größe bilden und damit für eine starke Verbreitung der Pflanze sorgen.
Im Boden verankert ist die Nachtkerze mit einer großen, dicken, weißlichen Pfahlwurzel mit nur wenigen Seitenwurzeln, die im Aussehen einer Möhre ähnelt.

Die Nachtkerze ist ein sogenannter Neophyt, der Mitte des 17. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa kam und sich hier inzwischen zu mehreren Arten aufgespalten hat, die wir hier aber nicht unterscheiden müssen.
Es gibt übrigens auch noch eine Artengruppe mit kleineren Blüten, für die alles hier Geschriebene auch gilt.

Schon die Indianer wussten um die Heilkraft dieser Pflanze.
Besonders hervorzuheben ist der mit etwa 10% sehr hohe Gehalt der Samen an Gamma-Linolensäure, einer 3-fach ungesättigten Omega-6-Fettsäure. Durch ihren Gehalt an diesem Nachtkerzenöl wird sie zu einer der wirksamsten Heilpflanzen bei Hautproblemen wie Ekzemen oder Neurodermitis. Nachtkerzenöl bewährt sich auch gegen Arterienverkalkung.
Die gerbstoffhaltigen Blätter wirken zusammenziehend, gegen Durchfall, Bluthochdruck, Gicht, helfen bei Magen- Darmproblemen sowie gegen prämenstruelles Syndrom und Wechseljahresbeschwerden.
Die Wurzel enthält Stärke, Proteine und Mineralien und wirkt stärkend.
Wurzeln können vor dem Austrieb der Blüten roh gegessen oder wie Kartoffeln verwendet werden („Schinkenwurzeln“). Zur selben Zeit lassen sich junge Laubblätter im Salat oder im Gemüse verarbeiten.
Auch die Blütenknospen und die wunderschönen gelben Blüten sind essbar und sehr dekorativ.
Lasst Eurer Phantasie freien Lauf!

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Eure / Ihre Stefanie Barzen

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