06.07.2020

25 Jahre Hospizdienst Lebenszeiten Wuppertal e. V. und dann kam Corona!

Ein abgesagter Festakt und warum wir uns die Freude über unser Jubläum nicht nehmen lassen! Ein Statement von unserer ehrenamtlichen Hospizbegleiterin Rita Witt.



…und dann kam Corona!!!

Am 26.06.2020 sollte unser großes Jubiläumsfest stattfinden, so hatte es der Vorstand entschieden.
Was für eine Freude!
Der ambulante Hospizdienst Lebenszeiten e.V. wird 25 Jahre alt und ich darf mich um die Vorbereitung dieses Festaktes kümmern.
Welch eine Ehre!
Mit allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden, Förderinnen und Förderern und Ehrenamtlichen wollten wir dieses großartige Ereignis feiern. Schließlich ist Lebenszeiten e.V. nicht irgendein Verein, sondern der älteste Hospizverein der Stadt Wuppertal, und es ist gelungen, die Arbeit durch die Veränderungen der Jahrzehnte zu steuern und zu bewahren.
Alle Achtung!
Bereits im Dezember 2019 begannen die Planungen. Ein Jubiläumskomitee fand sich zusammen, eine Location wurde gefunden, Prominente wurden angefragt, sogar der Ablaufplan des Festaktes stand schon mit all seinen besonderen Darbietungen fest. Dank der wirklich tollen, ehrenamtlich tätigen Menschen sollte es an diesem Abend sogar ein eigens für das Jubiläum entwickeltes Bühnenstück geben.
Wie großartig!
Und dann? Dann kam Corona! Binnen weniger Tage wurde allen Beteiligten klar: Diese Jubiläumsfeier wird nicht stattfinden können. Wir waren alle wie gelähmt und wussten nicht, was wir mit dieser Tatsache anfangen sollten.
Und nun?
Lebenszeiten ist der erste Hospizverein unserer Stadt und „mein“ Verein, deshalb möchte ich zu seinem Ehrentag einige Gedanken aufschreiben.
Lebenszeiten ist mit den Jahren zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Den Gründungsmitgliedern fühle ich mich auch heute noch verpflichtet und sehr verbunden. Schließlich saßen vor mehr als 25 Jahren 7 Menschen zusammen, die wahrscheinlich nichts anderes wollten, als die Welt ein wenig besser zu machen. Alle vereinte der humanistische Gedanke. Ihr Anliegen richtete sich an alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Einzig die behutsame Liebe und Fürsorge zum Menschen spielte eine Rolle.
Damals kam es noch häufig vor, dass sterbenskranke Menschen, für die man nichts mehr tun konnte, einfach weggebracht wurden und in Krankenhäusern alleine gestorben sind. Das muss doch besser gehen, zu Hause und in liebevoller Gemeinschaft, dieser Gedanke motivierte diese Visionäre, den Hospizverein Lebenszeiten ins Leben zu rufen .
Das Sterben gehört zum Leben, es begleitet jeden Menschen auf seinem Lebensweg, das ist auch heute noch so. Nur das „wie sterben wir“ hat sich weiter entwickelt. Die Möglichkeit der palliativen Versorgung am Lebensende ist ein großer Segen für die Menschen. Nun liegt es auch bei uns, die Verantwortung zu ergreifen und diesen Segen zu den Menschen zu bringen, damit das Sterben versöhnlicher werden kann.
Für mich ist es eine große Ehre, die Idee unserer Gründerinnen und Gründer auch nach 25 Jahren noch unterstützen zu dürfen, und es bleibt etwas Besonderes. Achtsamkeit, Gemeinschaft, Zuwendung, Wertschätzung und Menschlichkeit sind für viele ehrenamtlich tätige Menschen der Motor ihres Einsatzes.
Vielen lieben Dank dafür!
Mir hat mein persönlicher Lebensweg diese Einsatzmöglichkeit geschenkt und dafür bin ich sehr dankbar. Es hat meine Sichtweise auf das Leben verändert.
Was ist wirklich wichtig im Leben? Was bedeutet es, das Leben zu genießen? Was macht Sinn? Was bleibt? Auf all diese Fragen habe ich durch mein Engagement bei Lebenszeiten eine Antwort finden können und das hat mein Leben reicher werden lassen. Diesen inneren Reichtum wünsche ich jedem, der diese Gedanken liest. Es lässt Dinge einfacher werden, es hilft heute zu leben, es macht das Loslassen leichter und es gibt dem Leben einen Sinn.
Für die Zukunft des Hospizvereins Lebenszeiten wünsche ich mir, dass die ursprüngliche Idee der Hospizbewegung niemals verloren geht. Dass es trotz aller Veränderungen und notwendiger Professionalität niemals erlischt, das Feuer der Menschlichkeit und Nächstenliebe. Das sind wir den Gründungsmitgliedern von einst schuldig. Schauen wir gemeinsam in die Zukunft und entwickeln wir uns weiter, damit wir der nächsten Generation dieses Vermächtnis weitergeben können.
In diesem Sinne erheben wir das Glas, stoßen an, auf die Zukunft von Lebenszeiten, auf die nächsten 25 Jahre!

Wenn Sie nun Lust bekommen haben mehr über unseren Hospizdienst und seine Arbeit zu erfahren oder Mitglied/Hospizbegleiter*in werden möchten, rufen Sie uns an unter Tel.:0202/4598819.
Natürlich können Sie uns auch schreiben unter info@hospizwuppertal.de
Auf unserer Homepage finden Sie auch weitere Angebote unseres Hospizdienstes: www.hospizwuppertal.de

Wir freuen uns auf Sie!

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