17.01.2020

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Keine Schwebebahn hinter Primark: Bürgerantrag

Die Idee, eine alte Schwebebahn auf den leeren Platz am Döppersberg zu stellen, ist wenig durchdacht..

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

hiermit stelle ich folgenden Bürgerantrag nach §24 GO NRW:

Forderung: Keine Schwebebahn auf dem Platz hinter Primark am Döppersberg

Begründung:

Die Westdeutsche Zeitung hat sich in letzter Zeit intensiv mit einer auf der Internetplattform „eBay“ zum Kauf angebotenen, alten Schwebebahn befasst.

Hierbei handelt es sich um einen Wagen aus der Baureihe 50. Aus letzterer erging auch die Initiative der WSW den ersten Gelenkzug in der Geschichte der Schwebebahn zu bauen, den berühmten „Blauen Enzian“.

Es ist zunächst ein außerordentlicher Glücksfall, einen solchen Wagen noch vorhanden zu wissen.

Der über die Westdeutschen Zeitung gemachte Vorschlag, diesen Wagen auf den Platz hinter Primark zu stellen, ist jedoch wenig durchdacht.

Festzuhalten ist so z.B. der Fakt, dass sich der Wagen, welcher derzeit in Siegen steht, nicht im Originalzustand befindet. Sowohl äußerlich als auch innerlich erinnert nichts mehr an seinen ursprünglichen Charme. Im Zuge der im Artikel der WZ beschriebenen, aufwendigen Restaurationsarbeiten wurde aus ihm etwas gemacht („Kaiserwagen“), was er schlichtweg nicht ist. Ihn so zu übernehmen und unverändert der Öffentlichkeit zu präsentieren, gerade auch unter dem Aspekt der Nutzung öffentlicher Gelder zur Realisierung dieses Vorhabens, kann daher nicht für gut geheißen werden.

Des Weiteren wäre eine schlichte Ausstellung im Freien und so umgesetzt, wie es z.B. die Westdeutsche Zeitung visualisiert hat, das mitunter größere Problem.

Der Wagen ist, wie alle anderen aus dieser Baureihe, aus Stahl gefertigt. Ohne Schutz vor Wind und Wetter würde er schon nach kurzer Zeit anfangen zu rosten, was abermals erhebliche Instandhaltungskosten nach sich ziehen würde. Wie z.B. alte und aus Stahl gebaute Straßenbahnwagen nach einer Zeit im Freien aussehen, lässt sich über die Bergischen Museumsbahnen in Cronenberg in Erfahrung bringen. Und wer wissen will wie ein eben solcher und baugleicher Schwebebahnwagen nach einer längeren Zeit im Freien aussieht, hat die Möglichkeit nach Solingen zu fahren. Dort steht ein Wagen in einem desolaten Zustand einsam und verlassen zwischen Bäumen. Eine Rückführung nach Wuppertal mit verbundener Aufarbeitung wurde seinerzeit vom Eigentümer versagt.

Den Schwebebahnwagen aus Siegen somit einfach nur nach Wuppertal zurückzuholen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, mag zwar gut sein und wird auch unterstützt, nur in der vorgestellten Form aus Gewissensgründen abgelehnt. Ziel sollte es nämlich sein, den Wuppertalerinnen und Wuppertalern den Wagen so wieder zurückzugeben, wie er seinerzeit seine Runden durch Wuppertal gedreht hat. Und das mit Bestand. Letzterem entgegen steht die vor Wind und Wetter ungeschützte Ausstellung im Freien. Daher stehen die für den Wagen veranschlagten Kosten auch in keinem Verhältnis zu dem, was hiermit zuvor noch passieren muss, damit eine öffentliche Ausstellung überhaupt erst Sinn ergibt.

Sollte die Stadt es in Erwägung ziehen sich an diesem Vorhaben zu beteiligen und die Schwebebahn zurückzuholen, sollte sie sich daher dazu verpflichten den Wagen in Kooperation mit den Experten der WSW wieder annähernd in seinen Originalzustand zurück zu versetzen und ihm eine sichere Bleibe zu verschaffen. Der Platz hinter Primark ist diese nicht. Die Stadt ist es ihren Bürgerinnen und Bürgern schuldig, verantwortungsvoll und pflichtbewusst mit ihrer Geschichte umzugehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dominik Korthaus

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Kommentare

  1. Hmm, was will uns und Herrn Mucke dieser Artikel nun mitteilen?

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