15.01.2020

Interessengemeinschaft Schwebebahn-Museum Wuppertal schwebebahn Siegen Westdeutsche Zeitung Wuppertal WZ

Keine Schwebebahn hinter Primark

Der Vorschlag, einen alten Schwebebahnwagen zurück nach Wuppertal zu holen und ihn dann auf die freie Fläche hinter Primark zu stellen, mag gut klingen. Durchdacht ist dieser dennoch nicht..

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Festzuhalten ist so z.B. der Fakt, dass sich der Wagen, welcher derzeit in Siegen steht, sich nicht im Originalzustand befindet. Sowohl äußerlich als auch innerlich erinnert nichts mehr an seinen ursprünglichen Charme. Im Zuge der im Artikel der WZ beschriebenen, aufwendigen Restaurationsarbeiten wurde aus ihm etwas gemacht („Kaiserwagen“), was er schlichtweg nicht ist. Ihn so zu übernehmen und unverändert der Öffentlichkeit zu präsentieren, gerade auch unter dem Aspekt der Nutzung öffentlicher Gelder zur Realisierung dieses Vorhabens, kann daher nicht für gut geheißen werden.

Des Weiteren wäre eine schlichte Ausstellung im Freien und so umgesetzt, wie es z.B. die WZ visualisiert hat, das mitunter größere Problem.

Der Wagen ist, wie alle anderen aus dieser Baureihe, aus Stahl gefertigt. Ohne Schutz vor Wind und Wetter würde er schon nach kurzer Zeit anfangen zu rosten, was abermals erhebliche Instandhaltungskosten nach sich ziehen würde. Wie z.B. alte und aus Stahl gebaute Straßenbahnwagen nach einer Zeit im Freien aussehen, lässt sich über die Bergischen Museumsbahnen in Cronenberg in Erfahrung bringen. Und wer wissen will wie ein eben solcher und baugleicher Schwebebahnwagen nach einer längeren Zeit im Freien aussieht, hat die Möglichkeit nach Solingen zu fahren. Dort steht ein Wagen in einem desolaten Zustand einsam und verlassen zwischen Bäumen. Eine Rückführung nach Wuppertal mit verbundener Aufarbeitung wurde seinerzeit vom Eigentümer versagt.

Ein möglicher Standort hinter Primark muss den Wagen daher von allen Seiten vor Wind und Wetter schützen.

Den Schwebebahnwagen aus Siegen somit einfach nur nach Wuppertal zurückzuholen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, mag zwar gut sein und wird von hier aus auch unterstützt, nur in der vorgestellten Form aus Gewissensgründen abgelehnt. Unser Ziel ist es nämlich den Wuppertalerinnen und Wuppertalern den Wagen so wieder zurückzugeben, wie er seinerzeit seine Runden durch Wuppertal gedreht hat. Und das mit Bestand. Letzterem entgegen steht die vor Wind und Wetter ungeschützte Ausstellung im Freien. Daher stehen die für den Wagen veranschlagten Kosten auch in keinem Verhältnis zu dem, was hiermit zuvor noch passieren muss, damit eine öffentliche Ausstellung überhaupt erst Sinn ergibt.

Sollte die Stadt es in Erwägung ziehen sich an diesem Vorhaben zu beteiligen und die Schwebebahn zurückzuholen, sollte sie sich daher dazu verpflichten den Wagen in Kooperation mit den Experten der WSW wieder annähernd in seinen Originalzustand zurück zu versetzen und ihm eine sichere Bleibe zu verschaffen. Der Platz hinter Primark ist diese nicht. Die Stadt ist es ihren Bürgerinnen und Bürgern schuldig, verantwortungsvoll und pflichtbewusst mit ihrer Geschichte umzugehen.

Die Interessengemeinschaft Schwebebahn-Museum Wuppertal

Link zum Artikel der WZ:

https://www.wz.de/nrw/wuppertal/ob-mucke-unterstuetzt-idee-einer-schwebebahn-auf-dem-platz-ost_aid-48333265

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