15.02.2019

Träum weiter Heynkes !

Der "Berater und Speaker" verweigert sich weiterhin hartnäckig der Realität.

Es war ja zu erwarten, dass nach dem überzeugenden Plädoyer von Prof. Schneidewind für die Seilbahn zeitnah auch eine mehr oder weniger seriöse Gegenposition zu Wort kommen sollte.

Aktuelle Stellenangebote:

Und da kommt , wer hätte das gedacht, mal wieder Jörg Heynkes mit seinen mittlerweile sattsam bekannten und längst widerlegten Vorstellungen ins Spiel.

Da wird zunächst mal kräftig gehetzt und auf die Tränendrüse gedrückt: Dieser global vernetzte Wissenschaftler Schneidewind , der sich arrogant über die Leiden von „zehntausenden“ betroffenen hinwegsetzt, klares AfD-Schema: Ausgrenzen, der gehört nicht zu uns.

Zum Schluss das gleiche: Die Seilbahn ist nur ein „Denkmal für Stadtwerke-Chefs und Politiker“. Natürlich gehören auch die nicht zu uns! Ich dagegen, der brave „Unternehmer und Steuerzahler“, nur ich bin der Gute. Peinlich, peinlich !

Ansonsten zelebriert er wie üblich die schöne neue Welt des autonomen Fahrens, die alle Mobilitätsbedürfnisse auf wunderbare Weise erfüllen und nebenbei zugleich ein schöneres Stadtbild schaffen wird.

Gegen so viel Visionen hat die Realität leider keine Chance:

Wenn sich Herr Heynkes wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hätte, hätte er wohl auch die aktuellen Ergebnisse der Modal-Split-Verteilung in US-Städten nach Zulassung (teilweise) autonomer Ride-Sharing-Dienste wie Uber, Waymo usw … berücksichtigen müssen.

Diese Dienste haben zu einem Verlust von ein- bis knapp zweistelligen Prozentanteilen im regulären ÖPNV (was zu erwarten war), aber auch im Fuß- und Radverkehr geführt, was für einen verträglichen Stadtverkehr völlig kontraproduktiv ist. Vom eigenen Pkw stiegen die wenigsten Leute um. Ergebnis: Neben dem bisherigen Straßenverkehr irren auch noch zahllose Uber-Fahrer auf der Suche nach Fahrtaufträgen zusätzlich durch die Stadt, Ergebnis: Zunahme des motorisierten Verkehrs ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich.

Für eine Stadt gilt das allerdings nicht, nämlich die mit dem best ausgebauten Schienenverkehrssystem und einem hohen Anteil des Rad-und Fußverkehrs: New York. Die Fahrdienste bleiben hier eine unbedeutende Randerscheinung. Es bestätigt sich also nachdrücklich: Wer den Autoverkehr ohne Repressalien vermindern will muss (schienengebundenen) Hochleistungs-ÖPNV ausbauen. Autonomes und elektrisches Fahren gibt es dort seit Jahrzehnten.

Z.B. die fahrerlosen U-Bahnen 2/3 in Nürnberg: Schon ab 5 Uhr 2 1/2 – Min.- Takt und täglich 250.000 „schwarmintelligente“ Fahrgäste !

https://www.vgn.de/efa10/efa102/vgn_www/AHF/00000061.pdf

https://www.vgn.de/efa10/efa102/vgn_www/AHF/00005833.pdf

Wir sind auch Bürger und Steuerzahler und wollen fortschrittliche und leistungsfähige ÖV-Systeme: Seilbahnbau jetzt beschließen.

Anmelden

Kommentare

  1. Hi Bedenkenträger,
    im Prinzip haben Sie sicher recht, das Besprechen eines Beitrags in einem Konkurrenzmedium passt tatsächlich nicht ganz. Andererseits gehe ich davon aus, dass der Gastbeitrag von Herrn H. in der WZ allgemein „die Runde“ gemacht hat. Und wenn ich ihn verlinken würde, erhielte er noch mehr unverdiente Aufmerksamkeit er muss sich ohnehin nicht über mangelnde Medienpräsenz beklagen. Ansonsten findet sich der Beitrag natürlich auch auf unserer Homepage und wurde als Leserbrief an WZ und WR versandt, mal sehen was sie daraus machen.
    Mit freundlichen Grüßen

  2. Bedenkenträger sagt:

    Sie mögen inhaltlich recht haben,
    nur finde ich es komisch, dass Sie einen reinen Kommentar als „Artikel“ bei NJUUZ einsetzen – das ist irgendwie nicht korrekt. Nebenbei verhalten Sie sich auch nicht gerade sehr sauber, indem Sie den Vorgang, auf den Sie sich beziehen (Heynkes Aussagen), hier nicht nochmal zitieren / zugrunde legen – man muss sich den Vorgang also quasi selbst denken.
    Alles nicht gut. Und der Sache nicht dienlich.

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.