23.01.2019

Bonobo Bili Grüner Zoo Wuppertal Stellungnahme

Stellungnahme des Grünen Zoos Wuppertal zum Bonobo-Männchen ,,Bili,,

Das Leiden des von Artgenossen attackierten Bonobo-Affen Bili im Wuppertaler Zoo sorgt für Mitleid und Empörung. Nun äußert sich der Zoo in einer Stellungnahme hier im Wortlaut

Ein zerbissenes Ohr, offene Wunden an den Händen und Bissspuren am ganzen Körper. So sieht Bili aktuell aus ©Claudia Otte

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„Seit dem 7. November 2018 lebt das Bonobo-Männchen Bili im Grünen Zoo Wuppertal. Der heute zehnjährige Bonobo wurde 8. Oktober 2008 im Zoo Twycross geboren. Leider wurde er von seiner Mutter nicht genommen, daher kam er dort zunächst in die Obhut der Tierpfleger. Am 21. Januar 2009 wurde er in den Zoo Frankfurt abgegeben, wo er zeitweilig auch von so genannten Ammen (d.h. Bonobo-Weibchen, die sich um ihn kümmerten) mit aufgezogen wurde.

Hier sieht man wie Bili von einem Artgenossen attackiert wird ©Claudia Otte

In der dortigen Gruppe konnte er aus genetischen Gründen nach dem Erreichen der Geschlechtsreife leider nicht länger bleiben. Auf Empfehlung der Spezialistengruppe der Europäischen Zoogemeinschaft und des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP), dem auch die Tiere des Wuppertaler Zoos angehören, kam Bili Ende des vergangenen Jahres in den Grünen Zoo mit dem Ziel, ihn in die hier existierende Gruppe zu integrieren mit der Aussicht auf Nachwuchs, der zum Erhalt der stark bedrohten Bonobos beitragen soll.

Seine Hände sind zerbissen ©Claudia Otte

Bonobos gehören zu den Menschenaffen. Sie leben in Gemeinschaften, die zeitweilig in kleinere Einheiten auseinander gehen, bevor sie sich wieder zu größeren Gruppen zusammenfinden. Diese so genannten fission-fusion-Gesellschaften, in denen die Männchen üblicherweise an ihre Mütter gebunden bleiben, werden von den weiblichen Tieren dominiert. Innerhalb dieses flexiblen Sozialsys-tems unterliegt das soziale Netzwerk einer Bonobo Gemeinschaft einer ständigen Dynamik, in der nur die Beziehungen zwischen eng verwandten Tieren stabil und von lebenslanger Dauer sind. Die stärksten Bindungen bestehen zwischen Müttern und ihren Söhnen, die besonders davon profitieren.

Permanenter Stress und Erschöpfung ©Claudia Otte

Das Auftreten von Aggressionen und Verletzungen ist vor allem bei einzelnen Bonobo-Männchen, die in eine neue Umgebung und ein neues Sozialgefüge integriert werden müssen, durchaus zu erwarten. Der Grüne Zoo Wuppertal hatte daher bereits im Vorfeld Vorkehrungen getroffen, um Problemen bei der Eingewöhnung von Bili zu begegnen. So wurden z.B. durch Umbauten im Menschenaffenhaus weitere Rückzugs- und Separationsmöglichkeiten geschaffen. Die aktuelle Phase der Integration wird durch verschiedene Maßnahmen begleitet mit dem Ziel, die arttypischen Aggressionen gegen Bili zu verringern und die Eingewöhnung zu unterstützen. Daneben findet selbstverständlich eine engmaschige veterinärmedizinische Betreuung statt.

Spezialisten aus anderen Zoologischen Gärten wie Frankfurt und Stuttgart und dem EEP beraten den Grünen Zoo Wuppertal, der stets um das Wohlergehen seiner Tiere bemüht ist, bei der Eingewöhnung des Bonobo-Mannes. Auch wenn noch keine abschließende Aussage über den Verlauf der Zusammenführung getroffen werden kann, sind aktuell durchaus positive Anzeichen für die weitere Entwicklung zu erkennen.“

Quelle: Grüner Zoo Wuppertal

 

Laut Frankfurter Zoo: Zu Gerüchten, dass Bili eingeschläfert werden muss: „Auf keinen Fall. Ich bin mit Wuppertal ständig in Kontakt.“ So Frankfurts Zoo-Direktor Dr. Miguel Casares

Quelle: Bild.de

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