19.12.2018

inhabergeführter Einzelhandel Statement

Ein Statement für den kleinen, inhabergeführten Einzelhandel in unserer Stadt

Ich fahre mit großer Freude mit dem Fahrrad zur Arbeit, danach ins Viertel, trink mit meiner besten Freundin in ihrem Laden einen Kaffee .........................................

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Tach zusammen!

Dass Amazon es möglicherweise nicht schafft, bestellte Ware rechtzeitig bis Weihnachten auszuliefern, war die Tage tatsächlich eine Meldung in den stündlichen Nachrichten wert. Sicher, die Meldung ist eigentlich, dass die Leute dort für anständigere Bezahlung streiken. Dennoch gab es vorab stets die Service-Info über die möglichen Lieferschwierigkeiten.

Nun denn – persönlich könnte mir akut wenig egaler sein, als Lieferzeiten von Quasimonopolisten. Nicht, dass ich keine Weihnachtsgeschenke kaufen würde. Im Gegenteil, ich tu das sogar sehr gerne! Meistens auf den letzten Drücker, aber immer mit viel Freude. Ich mag es, in der Gegend herumzustöbern, dabei an Familie und Wahlfamilie zu denken und zu überlegen, was von den Dingen, die mir alle ganz wunderbar gefallen, vielleicht der einen oder dem anderen auch zusagen. Dabei denke ich wirklich viel über die einzelnen Menschen nach und manchmal finde ich Dinge, die genau dazu passen, was mir gerade zu dieser oder zu jenem einfällt. Dann freue ich mich sehr und dann noch mal ein bißchen mehr, wenn die Beschenkten sich auch freuen.
Das alles mache ich am liebsten an Orten wie dem Luisenviertel, dem Ölberg, in dieser oder jener anderen Ecke und wenn es irgendwie geht im inhabergeführten Einzelhandel. Zum einen aus persönlichem Genuss – ich mag einfach Läden, in denen ich merke, dass sich da jemand überlegt hat, was hier wie und warum angeboten werden sollte – zum anderen schlicht aus Gründen der Stadtentwicklung.

Ich finde die Gleichförmigkeit der Städte durch identische Filialisten in jeder Fußgängerzone furchtbar schäbbig. (Deren Geschäftsmodell übrigens in der Regel auch.) »Praktisch« und »effizient« sind keine Kategorien, die mir als erstes für ein Lebensumfeld einfielen, in dem es mir gefällt. Das sind aber Kernargumente für Shopping-Malls und Discounter. Warum aber sollten wir »liebevoll«, »begeistert« oder »engagiert« aus dem Umgebungsalltag verbannen oder dort maximal der Werbung für eigentlich doch nur »praktische« und »effiziente« Läden überlassen?
Ich fahre wirklich mit großer Freude mit dem Fahrrad zur Arbeit, danach ins Viertel, trink mit meiner besten Freundin in ihrem Laden einen Kaffee, hol mir dann vielleicht noch irgendwo bei einem Imbiss oder einer der vielen individuellen Gastronomien was zu essen und radel zurück nach Hause. Ich brauch da an keiner Stelle das Angebot irgendeiner Franchise-Bude oder Filial-Kette, wie sie auch in Hamburg, Hannover oder Hückeswagen steht. (Ich hab sogar ein bisschen geweint, als Akzenta von Rewe übernommen wurde. Und natürlich noch etwas mehr, als die BioSophie von der Filiale des SuperBioMarktes verdrängt wurde.

Aber sei’s drum, geh ich trotzdem hin, ist ja keine perfekte Welt.)
Das alles mache ich übrigens längst nicht mehr (nur) aus ethischer Überzeugung, sondern weil es meine Welt auf einfach Art schöner macht: Ich baue mir da aktiv eine hübsche Filterblase aus vielen kleinen unterschiedlichen Geschäften mit vielfältigem, reizvollem Angebot zusammen. Ich muss nicht mehr als König Kunde mit Herrschaftsanspruch durch Filialen gockeln und möglichst meinen vorgefertigten Geschmack bedienen lassen, ich hab stets anregende Umgebungen, oft mit Dingen, die ich sonst nie für mich – oder eben für andere Menschen als Geschenk – entdeckt hätte. Und die ich nicht in kilometerlangen Hier-gibt’s-alles-Regalen erschnüffeln oder durch ermüdende Klickstrecken zusammenbrowsen musste. Nein, die haben nämlich Leute, die sich mit den jeweiligen Dingen viel mehr beschäftigt haben, als ich, bereits für gut befunden und extra für mich in ihre Läden gestellt …

Weil aber diese meine hübsche Filterblase doch spürbar durch andere Geschäfts- und Stadtentwicklungsprozesse angegriffen wird, hab ich mir erlaubt, das hier mal als kleinen Adventsbeitrag aufzuschreiben mit der Anregung, doch zumindest mal in Betracht zu ziehen, ob Euch dass nicht vielleicht auch gefallen könnte. So kleinteilige Stadtstrukturen mit sympathischen Läden von Menschen, die meist auch dort oder in der Umgebung leben und so ohnehin Interesse daran haben, dass die Umgebung schön ist und funktioniert. Und wenn ja, hab ich eine gute Nachricht: Ist alles da!

Das bleibt aber nur so, wenn wir das nicht nur für mal’n netten Bummel in Augenschein nehmen, sondern tatsächlich unsere alltäglichen Bedarfe dort decken. Leider reicht vermutlich nicht einmal ein jährlicher Weihnachtseinkauf dort. Aber er ist sicher ein guter Start …!

Um es am Ende einerseits den Nachrichten in Sachen Servicemeldung gleich, andererseits aber auch dem persönlichen Bezug Genüge zu tun, welchen ich mir hier mal erlaubt habe, ein wenig zu preisen, gebe ich noch eine Empfehlung zum Einstieg in eine schöne Runde durch den Wuppertaler Einzelhandel. Stellvertretend für viele andere gute Läden mit toffen Weihnachtsgeschenkangeboten empfehle ich Euch, es wird an dieser Stelle keine Überraschung sein: RosenHeim in der Luisenstraße 92 – www.RosenHeim-Wuppertal.de

Macht was draus!

Quelle:

David J. Becher

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