13.09.2018

bergischer unternehmerkongress Digitalisierung Glashalle stadtsparkasse Wirtschaftsjunioren

16. Bergischer Unternehmerkongress der Wirtschaftsjunioren

Beim Unternehmerkongress in der Stadtsparkasse zogen zwei Topreferenten die Zuhörer in ihren Bann.

v.l.: Prof. Dr. Skibicki, Fr. Bruns, Fr. Knauf-Varnhorst, Hr. Wölfges, Hr. Mucke, Fr. Koch, Hr. Wojciech ©Malte Reiter Fotografie

Aktuelle Stellenangebote:


Begrüßung

Zunächst eröffnete der Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Christopher Wojciech die Veranstaltung und begrüßte neben dem Publikum als Sondergäste Oberbürgermeister Mucke, MdL Dietmar Bell und den IHK Geschäftsführer Michael Wenge.

Der NRW- Landesvorsitzender Roman Senga nutzte die geplante Begrüßung, um den Hausherrn des Veranstaltungsortes, Gunther Wölfges (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Wuppertal) ausführlich zu danken. Er betonte dabei die Stadtsparkasse “als sozialen Pulsschlag unsere Stadt“. Im Anschluss wurde Herrn Wölfges mit der Landesehrung der Wirtschaftsjunioren die höchste Auszeichnung zuteil.

Dieser übernahm das Wort und zeichnete das Bild einer Sparkasse, die sich ihrer sozialen Verantwortung für die Wuppertaler Bürger und Firmen bewusst ist, indem sie sich dem Gemeinwohl verpflichtet sieht und das in vielerlei Hinsicht lebt.

Im anschließenden Grußwort von Oberbürgermeister Mucke wurden die Zuhörer an Anlehnung an das Kongressmotto „Neue Arbeitswelt: Vom Rauchzeichen zur Cloud“ in einem kurzen Abriss von den rauchenden Schornsteinen der bergischen Frühindustrialisierung hin zu heiß laufenden PCs von heute geführt. Er beschrieb, wie Wuppertal als digitale Modellkommune Standards setzt: Einerseits durch das Projekt SmartCity, indem es um die Vernetzung von Lebensbereichen geht, wie auch beim eGovernment, der digitalen Stadtverwaltung.

 

„digital“ verstehen geht nur analog

Der erste Vortrag von Prof. Dr. Klemens Skibicki bestach durch einen lockeren Ton und hohes Tempo. Der Inhalt hatte es dabei aber in sich: Skibicki zeigte in deutlicher Form, wie neue Strukturen von Firmen dabei sind, bestehende Unternehmenslandschaften komplett zu verändern.

Dabei kritisierte er deutlich die Anstrengungen der europäischen Regierungen, diese Veränderungen entweder zu ignorieren („Internet ist Neuland“) oder zu behindern, statt zu fördern (DSGVO).

Aus seiner Sicht, sind „Daten, das Öl des 21. Jahrhunderts“. Gleich einem Rockefeller, der seinen Reichtum nicht mit Öllampen, welche er verschenkte, sondern mit dem dafür benötigten Öl verdiente, stellen heute die wertvollsten Firmen Dienste und Dienstleistungen bereit, indem sie Nutzer effizient vernetzen. Dabei fällt für die Nutzung der Plattform i.d.R. keine Gebühr an, sondern die Firmen generieren darüber (für sie kostenlos!) Daten. Aus diesen Daten werden dann über zielgerichtete Werbung oder dadurch verkaufte Dienstleistungen Gewinne erwirtschaftet.

Er mahnte dringend an, das Überdenken bisheriger Geschäftsmodelle keinesfalls an Abteilungen oder gar Externe auszulagern, sondern es zu Chefsache zu machen.

Dabei verwies er auf einen Konflikt, der besonders alternde Gesellschaften wie Deutschland betrifft: Je älter ein Mensch wird, desto schwieriger wird es für ihn gelernte Verhaltensweisen abzulegen und sich Neuem zuzuwenden. Häufig führt das zur Ablehnung neuer Ansätze, da der Mensch sich durch Gelerntes schneller orientieren kann.

work ist not a job

Catharina Bruns beschrieb in ihrem Vortrag wie Arbeit neu gedacht werden muss.
Dabei geht es im Kern um die Zufriedenheit des Arbeitnehmers aber auch das Gefühl innerhalb der Firma. Ihr geht es dabei um ein selbstbestimmtes Arbeiten, das Vorteile für beide Seiten erzeugt.

In der Industriegesellschaft fand die Arbeitstätigkeit selbstverständlich vor Ort statt. Die Wissensgesellschaft verändert die Regeln, dadurch, dass nun häufig Arbeit an einem beliebigen Ort stattfinde kann.

Zunächst dachte man, dass Home Office und die freie Zeiteinteilung würden die Einstellung zur Arbeit grundlegend verändern.

Nachdem aber Firmen wie IBM und Google nach intensiven Versuchen die Mitarbeiter wieder „ins Büro orderten“, stellte man fest, dass dieses nicht das eigentliche Problem ist. Nicht der Ort ist der Auslöser für Demotivation, sondern die Einstellung der Arbeitnehmers zu seiner Tätigkeit.

Bruhns unterscheidet dabei zwischen „work“ und „job“:
– Ein Job ist eine Aufgabe, die der Arbeitnehmer für andere erledigt. Mehr nicht.
– Eine Arbeit ist eine Aufgabe, die der Arbeitnehmer gern erledigt und für die er nicht motiviert werden muss. Er bringt sich dabei ein und bringt die Firma dadurch voran. Er entlastet auch seine Vorgesetzten, da er selbständig Firmenziele verfolgt.

In diesem Ansatz sieht Bruns eine Möglichkeit für Firmen und ihre Arbeiter auf die kommenden Herausforderungen zu reagieren:
Ihr Ansatz des Entrepreneurship gliedert sich in folgende Punkte:
Mentalität: Aus sich selbst heraus
Originelle Neukombination von Bestehendem
Ressourcensparsamkeit: Aus einer „Idee“ etwas machen
Marktverständnis: was kann ich besser, eleganter, schöner als andere machen?

Gelingt es Firmen Mitarbeiter zu finden oder zu „erziehen“, die diese Werte verstehen und leben, verändert sich nachhaltig das Arbeitsklima und der Blick der Mitarbeiter auf ihr Unternehmen.

Danksagung und Aufruf zur Unterstützung des Bundeskongresses 2019

Nach zwei spannenden Vorträgen wurden die Initiatoren und „Möglichmacher“ des diesjährigen Kongresses – Julia Koch und Patricia Knauf-Varnhorst – vorgestellt und angemessen gewürdigt.
Beide engagieren sich langjährig bei den Wirtschaftsjunioren Wuppertal, die stadtweit durch viele Aktionen, wie Bewerbertrainings oder den Wuppertputz Akzente setzen und weitere Mitglieder suchen.

Ein dynamischer Videobeitrag leitete auf die anstehende Bundeskonferenz der Wirtschaftsjunioren, die 2019 im bergischen Städtedreieck stattfindet.

Hierzu werden über 1.000 junge Unternehmer und Führungskräfte aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Alleine in der Bundesrepublik sind über 210 Kreisverbände mit rund 10.000 jungen Unternehmern und Führungskräften aktiv.

Dafür wird noch tatkräftige Unterstützung benötigt, ob in Form von Sponsoring, Sachspenden oder auch des Angebots der Betriebsbesichtigung.

Damit schloss der offizielle Teil, der mit einem „get-together“ bei einem tollen Catering ausklang.

 

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.