08.05.2018

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Werner Budt: „Mr. Neuenhof“ machte die „80“ und die „70“ voll

Dem Schwimmverein Neuenhof (SVN) gehört Werner Budt 70 Jahre an. Zur Saison-Eröffnung am 1. Mai wurde das SVN-Urgestein aber nicht nur für das beeindruckende Mitgliedsjubiläum geehrt.

» Dieser Artikel ist zuerst in der Cronenberger Woche erschienen.

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Für Ehefrau Bärbel ist das ganz gewiss keine „böse Überraschung“: Ihr Werner Budt ist doppelt „verheiratet“. Seit fast 51 Jahren mit ihr, noch länger sogar hält er seiner „zweiten Liebe“ die Treue – dem Schwimmverein Neuenhof (SVN) gehört Werner Budt unglaubliche 70 Jahre an. Zur Saison-Eröffnung am 1. Mai wurde das SVN-Urgestein aber nicht nur für das beeindruckende Mitgliedsjubiläum geehrt. Man ließ Werner Budt auch nachträglich zum Geburtstag hochleben: Am 29. April 2018 wurde der engagierte Hahnerberger runde „80“ alt.

Auch ohne Funktion schaut er fast täglich in seinem zweiten „Wohnzimmer“ vorbei: Werner Budt im Freibad des Schwimmvereins Neuenhof.Auch ohne Funktion schaut er fast täglich in seinem zweiten „Wohnzimmer“ vorbei: Werner Budt im Freibad des Schwimmvereins Neuenhof. ©Meinhard Koke

Der Vater, so berichtet Werner Budt, brachte ihn zum Schwimmverein: „Du musst schwimmen lernen“, drückte er dem Sohnemann aufs Auge – 1948 wurde der zehnjährige Werner im SVN angemeldet und machte das Seepferdchen. Dass er einmal zum „Mister Neuenhof“ werden sollte, war damals nicht zu ahnen. Schließlich trat Werner Budt in die Fußstapfen des Vaters, erlernte das Bäcker- und Konditoren-Handwerk und zog in die weite Welt hinaus: Am Bodensee und an der Ostsee sammelte Werner Budt erste Berufserfahrungen, wer weiß, wo er gelandet wäre, wenn ihn nicht ein tragisches Ereignis zurück an den Hahnerberg gezogen hätte.

In vierter Generation Bäckermeister

Gerade erst 21 Jahre war Werner Budt alt, als der Vater starb – er übernahm das elterliche Geschäft am „Trübsal“. Schließlich galt es eine Familientradition zu bewahren: Bis sie auf Sudberg ausgebombt wurden, waren die Budts hier bereits seit drei Generationen als Bäcker aktiv. So war Werner Budt dann auch zurück im Neuenhof, spielte hier Wasserball, wurde Jugendwart, irgendwann zog er seine Bärbel „an Land“. Nicht im Freibad, an der Bever „funkte“ es, nach vier Jahre Zweisamkeit stellte Werner Budt dann die entscheidende Frage. Allerdings: „Wenn man mit einem Budt verheiratet ist, muss man arbeiten“, habe er ihr dazu gesagt – Bärbel Budt sagte dennoch „Ja“.

Von der Backstube ins Freibad zum Kinderschwimmen

42 Jahre lang standen sie dann gemeinsam in der Bäckerei am Hahnerberg: „Meine Zeit war 3.30 Uhr“, blickt Werner Budt zurück, die Frau war im Verkaufsraum aktiv – „das war eine richtige Zusammenarbeit“, blickt Werner Budt zurück. Spezialitäten waren der Nuss-Zwieback und die Weincreme-Torte („Da reden die Leute heute noch von“), dass sie die Familien-Tradition Anfang der 1990er-Jahre aufgaben, sei zwar schade. Werner Budt ist aber auch froh: Auflagen und Konkurrenz heute seien zu hart – „die kleinen Bäckereien sterben ja aus“.

Und ein Gutes hatte es: Umso mehr konnte sich Werner Budt im Neuenhof engagieren. In 32 Jahren brachte er als Leiter Kinder-Schwimmausbildung Hunderten Kindern das Schwimmen bei, 1996 wurde er zum Bad-Obmann des Hahnerberger Vereinsbades. 16 Jahre lang leitete er die Geschicke des „Neuenhof“, der Bäcker- und Konditormeister backte dabei alles andere als kleine Brötchen.

Mit „Wuppertaler“ und Herberts-Medaille geehrt

Das Vereinsbad wurde nicht nur erhalten, sondern immer mehr zu einem Schmuckstück geformt. Ergebnis: Der SV Neuenhof zählt heute mehr als 2.500 Mitglieder – als Werner Budt vor 70 Jahren angemeldet wurde, waren es nur etwa 350 SVNler, die in einem dunklen Becken mit Naturboden im höchstens 20 Grad warmen Wasser ihre Bahnen zogen. Nicht umsonst wurde Werner Budt mit dem Ehrenamtspreis „Wuppertaler“ der Stadt sowie der Hermann-Herberts-Medaille der SPD Cronenberg ausgezeichnet.

Auch wenn Werner Budt bedauert, dass das Familiäre dabei etwas auf der Strecke bleibt, zum Beispiel bei der „Ad-hoc-Renovierung“ in den Osterferien ganze zwei Mitglieder ihre Mithilfe anboten und sich das Vereinsbad zu einem Dienstleistungsunternehmen für Sport- und Erholungssuche gewandelt hat, ist Werner Budt glücklich. Glücklich mit Ehefrau Bärbel, glücklich mit seiner zweiten Liebe, dem Freibad, und auch glücklich mit seinem Nachfolger als Bad-Obmann, Gyöso Schilling: „Was er macht, ist sehr, sehr gut“, attestiert „Mister Neuenhof“ seinem Nachfolger: „Wir haben mal gesagt, wir könnten Blutsverwandte sein…“ – ein Ritterschlag!

Dass es ihm noch manches Jährchen halbwegs gut gehen möge, wünscht sich Werner Budt zum 80sten – und dass der Sommer 2018 ein guter für seinen SVN werden wird, klar, das hofft das Urgestein sowieso. Allein schon, damit es mit zweimal Wassergymnastik in der Woche klappt, die sich Werner Budt selbst für den Neuenhof-Sommer 2018 vorgenommen hat. Und übrigens: Ehefrau Bärbel teilt die Liebe ihres Mannes – sie ist über ein halbes Jahrhundert im SVN, und Sohn Hans-Werner schon 50 Jahre…

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