09.05.2017

Kitastrophal: „Aufgeben keine Option“

Ein Kurz-Interview mit der Diakonie vor der Abschlussveranstaltung auf dem Kirchplatz am Freitag, 12. Mai.

100 kitastrophal-Plakate hängen in der Stadt.

„Wer hat das denn gerechnet?“, fragt die Diakonie auf 100 neuen Plakaten in Wuppertal und macht damit auf die Missstände in der Kitalandschaft aufmerksam. Ein Gespräch mit Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger sowie den beiden ekita-Geschäftsführern Thomas Bartsch und Ulrich Liebner.

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Wie kam es zu der zweiten kitastrophal-Kampagne? Hat die Stadt bisher nicht reagiert?
Thomas Bartsch: Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme der Stadt. Aber wir haben einen Gesprächstermin mit dem Sozialdezernenten Dr. Kühn und mit Kämmerer Dr. Slawig. Wir zeigen mit dieser zweiten Kampagne Stehvermögen und hoffen, dass wir die politischen Verantwortlichen damit direkt ansprechen.

Ulrich Liebner: Wir merken schon, dass es im Rathaus rumort. Aber ein konkretes Ergebnis gibt es bisher noch nicht.

Dr. Martin Hamburger: Der Kampagnen-Termin direkt vor der NRW-Wahl war übrigens bewusst gewählt. Auch ist die Kampagne im Ton deutlicher geworden. Wir wollten den Druck erhöhen.

Thomas Bartsch: Ja, wir sagen ganz deutlich, dass es für uns ein Schlag ins Gesicht ist, dass neue Träger voll finanziert werden, während wir weiter um die Übernahme des Trägeransteils kämpfen müssen.

Stehen die Diakonie-Mitarbeiter und die Eltern denn hinter der Kampagne?
Thomas Bartsch: Die positiven Reaktionen waren überragend. Die Mitarbeiter identifizieren sich voll mit der Kampagne. Einige Einrichtungen waren sogar enttäuscht, dass bei ihnen vor der Tür keine Plakate hingen (lacht).  Die Stimmung ist so gut wie lange nicht: Die Mitarbeiter merken, dass wir für sie kämpfen.

Ulrich Liebner: Auch von den Eltern kommt Rückendeckung: Viele  Familien wünschen sich konfessionelle Kita-Plätze. Das haben wir an den Reaktionen deutlich gemerkt.

Was passiert bei der Kundgebung am Freitag und wie geht es weiter?
Dr. Martin Hamburger: Wir treffen uns um 14.30 Uhr auf dem Kirchplatz. Es werden wieder viele Mitarbeiter und Eltern erwartet. Es gibt Musik, eine Luftballonaktion für Kinder und eine Buttonmaschine mit kitastrophal-Buttons. Dann wird es moderierte Gespräche mit den Verantwortlichen geben.  Die Eltern sind darüber informiert worden, dass die Betreuung am Freitag um 14 Uhr endet. Entsprechende Notgruppen wurden eingerichtet.

Ulrich Liebner: Wir klagen gegen die Bescheide der Stadtverwaltung Wuppertal. Basis für die Bescheide ist aber ein Landesgesetzt, das Kibiz. Daher ist die Landtagswahl auch nochmal ein guter Zeitpunkt, um den Druck für eine Neuauflage des Gesetzes zu erhöhen.

Thomas Bartsch: Wir sind ein ausschließlich in Wuppertal agierender Träger in der Rechtsnachfolge u.a. des Elberfelder Erziehungsvereines (gegründet vor über 150 Jahren). Wenn man in diesem Zeitraum auf die teilweise beachtlichen  Schwierigkeiten kirchlicher Einrichtungen blickt, bleibt nur die Erkenntnis, das ein Aufgeben nie die Option der verantwortlich handelnden Personen war.

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