02.11.2016

Geschichte vor Gericht

Eine Veranstaltungsreihe der Begegnungsstätte Alte Synagoge zum 70. Jahrestag des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses.

Das Urteil von Nürnberg und die Folgen
Termin: Donnerstag, 03.11.16, 19:00
Ort: CityKirche Elberfeld, Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal

„Geschichte vor Gericht“ 1: Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Norbert Frei, Jena

Mit dem „Nürnberger Prozess“ 1945/46 und seinen 12 Nachfolgeprozessen, u.a. gegen hochrangige Militärs, Juristen, Mediziner und SS-Offiziere, nahm die juristische und historische Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen des von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs ihren symbolisch und politisch bedeutsamen Anfang. Wie wirkten sich die Prozesse auf die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik aus? Wie reagierten Politik und Gesellschaft auf die seit Ende der 1950er Jahre vor deutschen Gerichten geführten NS-Verfahren? Welche Bedeutung hatten sie im Sinne eines kollektiven Lernprozesses? Und welche Rolle spielt das „Urteil von Nürnberg“, wenn es um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Gegenwart geht?

Prof. Dr. Norbert Frei ist Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und zählt zu den renommiertesten deutschen Zeithistorikern.

Eintritt: 5,00 €

„Das Urteil von Nürnberg“ von Stanley Kramer (USA, 1961)
Termin: Sonntag, 06.11.16, 18:00
Ort: Kino in der Alten Feuerwache, Gathe 6, 42117 Wuppertal

„Geschichte vor Gericht“ 2: Filmabend I mit Publikumsgespräch

Der US-Spielfilm mit dem Originaltitel „Judgement at Nuremberg“ ist ein Klassiker des Gerichtsfilms und basiert auf der wahren Begebenheit eines von den alliierten Siegermächten geführten Nürnberger Nachfolgeverfahrens. Im Mittelpunkt steht ein US-Richter, der einen Prozess gegen vier führende deutsche Juristen leiten soll. Die künstlerische Beratung der deutschen Dialog-Fassung dieses für 11 Oscars nominierte und mit Spencer Tracy, Burt Lancaster, Maximilian Schell und Marlene Dietrich hochkarätig besetzten Films lieferte Erich Maria Remarque.

Eintritt: 3,00 €

Exzesstäter, Karrieristen, Befehlsempfänger. NS-Prozesse vor dem Wuppertaler Landgericht
Termin: Dienstag, 08.11.16, 19:00
Ort: Begegnungsstätte Alte Synagoge, Genügsamkeitstraße/Krugmannsgasse, 42105 Wuppert

„Geschichte vor Gericht“ 3: Vortrag von Michael Okroy, M.A.

Seit Frühjahr 1946, also noch vor dem Urteil von Nürnberg, fanden vor Gerichten in Wuppertal zahlreiche Prozesse wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen statt. Einige wurden noch unter Regie der britischen Militärbehörde, die meisten aber unter alleiniger deutscher Verantwortung geführt. Auf der Anklagebank saßen ein Auschwitz-Kommandant, Offiziere der berüchtigten SS-Einsatzgruppen, KZ-Lageraufseher, Polizisten, NSDAP-Angehörige, Denunzianten und ehemalige SA-Schläger. Viele dieser NS-Verfahren schockierten wegen der dort verhandelten Verbrechen, aber auch, weil viele der angeklagten Täter nach 1945 viele Jahre als „ganz normale Männer“ unbehelligt vor Verfolgung blieben und beruflich Karriere machten.

Eintritt: 3,00 €

text: bas/ör-wj

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