25.08.2016

hochschulsozialwerk

Erstsemester auf Wohnungssuche: Das Hochschul-Sozialwerk sucht Privatzimmer

Im letzten Wintersemester kletterten die Studentenzahlen in Wuppertal erstmals auf über 21.000. Die Wohnungen in den Studentwohnheimen sind schon vermietet. 595 Bewerber stehen auf der Warteliste.

Studentwohnheim Cronenberger Str.

Studentwohnheim Cronenberger Str. ©Hochschulsozialwerk

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Im letzten Wintersemester kletterten die Studentenzahlen in Wuppertal erstmals auf über 21.000. Was die Nachfrage nach Studentenwohnungen angeht, rechnet das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal auch in diesem Herbst nicht mit einer Entspannung. Alle 1085 Appartements in den mit 9 Architekturpreisen ausgezeichneten Studentenwohnheimen sind schon so gut wie vermietet. Zusätzlich sind aber jetzt schon 595 Bewerber online auf der Warteliste des Studentenwerks registriert – und täglich kommen neue hinzu.

„Bis zum Semesterstart rechnen wir mit bis zu 750 Wohnungssuchenden. Dem stehen derzeit aber nur noch 60 Angebote für private Zimmer gegenüber“, erklärt Fritz Berger.

Am stärksten nachgefragt werden vor allem Einzel- oder Doppelappartements. Fritz Berger: „Größere Wohnungen sind schwerer ‚an den Mann‘ zu bringen. Das sehen wir daran, dass diese in der Regel länger in unserer online-Datei stehen, bis sich dafür Mieter finden“. Der Grund liegt auf der Hand: Gerade Erstsemester, ob aus dem In- oder Ausland, verfügen am Anfang noch nicht über genügend Kontakte, um mit Kommilitonen gemeinsam eine komplette Wohnung anzumieten. Außerdem stehen Wohngemeinschaften bei den angehenden Bachelors nicht mehr ganz oben auf der Wunschliste….

Wie kommen Wohnungssuchende und –anbieter zusammen?
Wohnungsanbieter und Wohnungssuchende finden zusammen, wenn sie sich an das Hochschul-Sozialwerk wenden: Auf der Website www.hsw.uni-wuppertal.de können Vermieter unter „Wohnungsangebote einstellen“ ihre Angebote eintragen, wohnungssuchende Studenten finden die Angebote unter „Privatzimmervermittlung“.

Ob Angebot und Nachfrage tatsächlich aufeinander abgestimmt sind, darum kann sich das Wuppertaler Studentenwerk bei Bedarf auch aktiv kümmern. Der Bedarf für diese aktive Vermittlungsarbeit ist da. Es gibt bekanntlich Leerstände im Tal, die durchaus unterschiedliche Bedarfe abdecken können. Fritz Berger: „Wir wollen weitere Partnerschaften zu privaten Vermietern aufbauen, die von der Vorauswahl bis hin zur Vertragsunterzeichnung im Studentenwerk gehen können. Unser Ziel ist es, das private Wohnangebot, vor allem – aber nicht ausschließlich – für die internationalen Studierenden im Hinblick auf zu erwartende Engpässe zu erweitern“.

Hilfe auf Gegenseitigkeit durch „Wohnen: für Hilfe“

Aus diesem Grunde hat das Hochschul-Sozialwerk auch das Programm „Wohnen: für Hilfe“ entwickelt.
„Wir gehen davon aus, es gibt in Wuppertal Menschen, die über freien Wohnraum verfügen, sich über Hilfe im Alltag freuen würden – und sich vorstellen können, mit einem jungen Menschen unter einem Dach zu leben. Und es gibt sicher Studierende, die kostengünstig wohnen möchten – und dafür bereit sind, den Wohnraumanbieter im Alltag zu unterstützen“, erklärt der Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal. Da es bei „Wohnen: für Hilfe“ um ein Mietverhältnis der besonderen Art geht, ist auch der Weg dahin ein besonderer. Stephanie Rappenecker, die das Projekt mit großem Engagement betreut, bringt es auf den Punkt: „Da muss auch die Chemie stimmen. Deshalb berate ich beide Seiten sehr individuell und persönlich. In Abstimmung mit den Vermietern machen wir vorher auch Hausbesuche“.

Wie kann die Mithilfe im Alltag aussehen?
Der/die Studierende kann im Haushalt oder bei der Gartenarbeit helfen, Kinder betreuen, Kinder in die Schule/den Kindergarten begleiten, Haustiere versorgen kleine Reparaturen und Renovierungsarbeiten vornehmen, bei Problemen rund um den PC helfen, Besorgungen erledigen, Behördengänge begleiten, Fremdsprachen lernen/vermitteln, im Haushalt präsent sein, Gesellschaft leisten oder zu Veranstaltungen begleiten. Stefanie Rappenecker: „Der Phantasie für Individuelle Vereinbarungen sind kaum Grenzen gesetzt. Ausgenommen sind aber – wegen der besonderen Anforderungen – zum Beispiel Pflegeleistungen im engeren Sinne“.

Wie sieht das Mietverhältnis konkret aus?
Das Hochschul-Sozialwerk empfiehlt zwei einfache Modelle:

1 qm = 1 Stunde Hilfe/pro Monat
Beispiel: Bei 20 qm gemieteten Wohnraum und 10 geleisteten Hilfestunden zahlt der Studierende nur noch die Hälfte des normalen Mietpreises.

50% Miete / 50% Hilfestunden
Beispiel: Der Wohnraum kostet 320 € pro Monat. Der Mieter überweist monatlich 160 € und leistet dafür 16 Stunden pro Monat (d.h. 4 pro Woche) Hilfestunden.

„Beide Wohnpartner sollten einen rechtsgültigen Mietvertrag auf Grundlage des BGB unterzeichnen. Die Vereinbarung „Dienstleistung gegen Miete“ sollte in einer schriftlichen Nebenabrede festgelegt werden“, rät Geschäftsführer Fritz Berger. Der Vorteil: Hierdurch wird ein rechtlicher Sonderstatus vermieden, und beide Parteien bewegen sich auf dem klar geregeltem Boden des Mietrechts. Sollte die Zusatzvereinbarung von einer Seite gekündigt werden, bleiben die Rechte und Pflichten des Mietvertrages bis auf weiteres bestehen.

Worin besteht der Service des Hochschul-Sozialwerks?

Interessenten, seien es Wohnungsuchende oder Vermieter, finden konkrete Informationen zum Programm „Wohnen: für Hilfe“ auf der Website des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal unter: http://hochschul-sozialwerk-wuppertal.de/Wohnen/wfh.

Bewerbungsformulare für Vermieter oder Studierende stehen zum Download bereit oder können auf Wunsch zugesandt werden (Ansprechpartnerin Stephanie Rappenecker, Tel. 0202 / 430 40 40). Auch bei der Ausarbeitung individueller Vertragsvereinbarungen bietet das Hochschul-Sozialwerk seine Unterstützung an. Angebote oder Anfragen interessierter Vermieter nimmt das Hochschul-Sozialwerk gerne unter wohnen@hsw.uni-wuppertal.de oder Tel. 0202 / 430 40 40 (Frau Rappenecker) entgegen.

Pressemitteilung Hochschulsozialwerk

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