17.05.2016

Seilbahn: „Faktencheck Betriebskosten“

... und schon wieder sollen sich alle empören!

Das ist doch wirklich unglaublich: ein Seilbahnbetrieb verursacht tatsächlich Kosten und die Planer haben die Öffentlichkeit schon wieder im Unklaren gelassen? So oder so ähnlich könnte man die neuerlichen „Vorwürfe“ in der neuen Beitragsreihe „Faktencheck“ der Seilbahngegner interpretieren. Nun also jetzt die Betriebskosten. Hierzu hatte bereits die allererste Ausarbeitung zur Seilbahn aus dem Jahr  2012  121120 Seilbahn.doc auf S. 7 f. Ausführungen enthalten und war dabei zum Ergebnis gekommen, dass durch die verkehrlich vertretbaren Einsparungen im Busverkehr nicht nur die Kosten für Betrieb, sondern auch für den Kapitaldienst der Seilbahn ohne weiteres erwirtschaftet werden könnten, wobei sogar ein kleiner jährlicher Überschuss von 52.000.-€ übrig blieb. Es kann also keine Rede davon sein, dass der Öffentlichkeit der Kostenblock „Betrieb“ verschwiegen worden wäre. Ebenso wird mit keinem Wort erwähnt, dass Betriebskosten auch im Busbetrieb anfallen und eine sachgerechte Behandlung dieses Themas nur durch einen Vergleich der beiden Betriebsarten gegeben sein kann.

Mittlerweile ist der erste Berechnungsansatz aus 2012 sicher nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die exakte Ermittlung der Seilbahn-Betriebskosten und der Einsparpotentiale gehört jedoch zum Arbeitsprogramm der „standardisierten Bewertung“ die die Grundlage für ein fachlich fundiertes „Bürgergutachten“ und einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates bilden wird.

Da diese in Kürze erarbeitet werden muss, wollen wir an dieser Stelle keine weiteren spekulativen Zahlen in die Runde werfen, wir erwarten jedoch weiterhin, dass die künftigen Aufwendungen für Betrieb und Kapitaldienst der Seilbahn durch die von uns für vertretbar gehaltenen Einsparungen im Busverkehr mindestens ausgeglichen werden können.

Über unsere Ausführungen aus 2012 hinaus sind jedoch folgende weitere Punkte zu berücksichtigen.

Seilauswechselung: Für die Tragseile fallen diese Kosten für die vorgesehene Lebensdauer der Anlage von etwa 40 Jahren nicht an, wenn eine ausreichende „Verziehungsreserve“ vorgehalten wird. AfA/Wiederbeschaffung: Hierzu wären entsprechende Beträgezu ermitteln und in die Kalkulation einzustellen Personalausgaben:

  • Verpflichtend für einen Seilbahnbetrieb sind ein(e) Betriebsleiter(in) sowie ein(e) Stellvertreter(in). Weiterhin benötigt werden zumindest für jede Station eine Stationsaufsicht im 2-Schicht-Betrieb. Wir hatten jedoch bereits darauf hingewiesen, dass die WSW hier teilweise auf bereits vorhandene Mitarbeiter(innen) des Verkehrsbetriebs zurückgreifen könnten: Betriebsleiter und Stellvertreter sind für die beiden Betriebszweige Bus und Schwebebahn bereits vorhanden und könnten mit entsprechender Nachqualifizierung diese Aufgabe ggfs. auch für die Seilbahn übernehmen, so dass nicht unbedingt neue Mitarbeiter(innen) einzustellen wären.
  • Stationsaufsichten können u.E. vollständig durch die vorhandenen Mitarbeiter(innen) gestellt werden, schließlich entfallen z.T. Aufgaben im Fahrdienst, Fahrausweisprüfung, Verkehrsüberwachung im Busbetrieb.
  • Durch die Reduzierung der Busflotte stehen Werkstattmitarbeiter bei entsprechender Zusatzqualifizierung auch für Arbeiten an der Seilbahnanlage zur Verfügung.

Die Leitstelle für die Seilbahn könnte ebenso in der vorhandenen Betriebsleitstelle eingerichtet werden.

Energiekosten, Stromverbrauch:

  • Bislang steht lediglich die Angabe des WSW-Gutachters zur Verfügung, der eine Antriebsleistung von insgesamt 1.300 Kw für erforderlich hält. Der tatsächliche Verbrauch dürfte sich über den Tag verteilt im Bereich unterschiedlicher Teillasten bewegen. Zum Vergleich wären die tatsächlichen Kraftstoffverbrauche der Busse für Berg-und Talfahrt auf der Cronenberger Straße bei unterschiedlichen Besetzungsgraden zu ermitteln.
  • Der Strompreis für eigenverbrauchten Strom des Energieversorgungsunternehmens WSW dürfte unter den Marktpreisen anzusetzen sein.

Wenn hier plausible Zahlen zur Verfügung stehen ist ein realistischer Kostenvergleich zwischen Seilbahn- und Busbetrieb möglich. Unseriös hingegen ist es, lediglich die Betriebskosten der Seilbahn zu thematisieren ohne einen Vergleich zum Busbetrieb anzustellen.

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