08.12.2015

Paul Schneider von Esleben – Das Erbe der Nachkriegsmoderne

Vom 21. Januar bis 25. Februar 2016 verwandelt das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW die Sparkasse Wuppertal in ein begehbares Ausstellungsobjekt.

Der Architekt Paul Schneider von Esleben hat mit seinen Bauwerken die Nachkriegsarchitektur der Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre nachhaltig geprägt. Hierzu zählt auch das Hochhaus der Wuppertaler Sparkasse am Islandufer. Dort widmet sich das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW vom 21. Januar bis 25.Februar 2016 mit einer Ausstellung dem Werk und Leben von Paul Schneider von Esleben. Die Ausstellung zeigt seine Arbeiten mit historischen Plänen und Entwürfen sowie Filmen. Zugleich verwandelt sich das auffällige Gebäude in ein begehbares Ausstellungsobjekt.

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Im Jahr 1962 gewann das Büro Paul Schneider-Esleben den offenen Wettbewerb für einen Verwaltungsneubau der Sparkasse. Spektakulär ist die Gestaltung des Bauwerks: eine Hängekonstruktion, bei der von der deutlich abgesetzten 19. Etage die weiteren zwölf Büroetagen abgehängt sind. So ergeben sich im Inneren stützenfreie Räume. Die Schalterhalle, ursprünglich mit kräftigen Farbakzenten belebt, galt als innovativer Raum für neue Kommunikationsstrategien für die Kundenberatung. Neben moderner Heiz- und Belüftungstechnik war eine Neuheit ein Drive-In Schalter, der sich von der Bundesstraße anfahren ließ. Heute ist der 75 Meter hohe Sparkassenturm zu einer markanten Landmarke der Stadt geworden.

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In Nordrhein-Westfalen hat Paul Schneider von Esleben eine Reihe von Bauten hinterlassen, die die architekturgeschichtlichen Entwicklungen der 1950er und 60er Jahre spiegeln. Dabei umfasst sein Werk nicht nur den Bau von Bürohochhäusern, eleganten Bungalows und Kirchen. Es zeichnet auch eine gestalterische Vielfalt aus, von der klassischen Moderne eines Mies van der Rohe über den Betonbrutalismus bis zur Postmoderne. Gebäude waren für ihn Gesamtkunstwerke, die er bis ins Detail – sei es Kunst am Bau oder das Mobiliar – durchgestaltet hat. Hierzu zählt ebenfalls das kinetische Objekt von Adolf Luther, das bis heute in der Sparkasse Wuppertal steht: 44 Stelen mit je 14 Hohlspiegeln bilden eine lange Wand.
Das M:AI hatte den 100. Geburtstag von Paul Schneider von Esleben zum Anlass genommen, im Jahr 2015 eine Ausstellung zu PSE zu zeigen. Diese war im Foyer des Mannesmann-Hochhauses, einem frühen Hochhausbau des Architekten, und in der Architektenkammer NRW in Düsseldorf zu sehen.

Ausstellungseröffnung
Mittwoch, 20. Januar 2016, um 19 Uhr
Kundenforum der Sparkasse Wuppertal, Islandufer 15, 42103 Wuppertal

Vortrag von Michael Okroy, Stadthistoriker
„…zeitweise größenwahnsinnig gewesen.“ Visionen der
Talachsenkonzeption in Wuppertal – ein Rückblick

Paul Schneider von Esleben – Das Erbe der Nachkriegsmoderne
Donnerstag, 21. Januar, bis Donnerstag, 25.Februar 2016
Mo, Mi, Fr von 9-16 Uhr sowie Di und Do von 9-19 Uhr geöffnet

Sparkasse Wuppertal, Kundenforum, Islandufer 15, 42103 Wuppertal
www.sparkasse-wuppertal.de

Informationen

M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW
Leithestr. 33
45886 Gelsenkirchen
0209 925780
info@mai.nrw.de

www.mai.nrw.de
www.facebook.com/mai.nrw

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Kommentare

  1. prora sagt:

    Korrektur:
    Doch adelig – er hat sich aber so nicht genannt, einfach „Schneider-Esleben“. Das hat er wohl so gewollt, da muss man dann jetzt nichts dran ändern.

    1. Wilma Schrader (Redaktion) sagt:

      Liebe(r) prora, laut Wikipedia hat er das „von“ in seinem späteren Leben wieder hinzugefügt. Es war die Familie seiner Mutter, die sich schon Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Adelstitel getrennt hatte.
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Paul_Schneider-Esleben
      Man lernt nie aus. Ich wünsche ein schönes Adventwochenende.
      Wilma Schrader (Redaktion)

  2. prora sagt:

    Bitte das VON im Titel und Namen streichen, der Herr Schneider-Essleben ist nicht adelig, trotz der schönen zeitgemäßen Architektur der 60er Jahre.

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