23.02.2015

Buch der Woche Gabriele Müller katzen matthias dohmen

Tipps für ein Leben mit Katzen

In unserem Buch der Woche beschäftigen wir uns mit dem Verhalten von Stubentigern, und wie der Mensch ihnen zu Diensten sei.

Nach einem bekannten Bonmot dient der Hund dem Herrn, während sich die Katze einen Menschen hält. Damit deren Verhältnis nun zum Guten bestellt ist, verbreitet die „auf das Verhalten von Samtpfoten“ spezialisierte Wuppertaler Tierpsychologin Gabriele Müller Tricks und Tipps in der Reihe „happy cats“. Im Internet ist sie erreichbar unter www.tierpsychologie-vierpfotenprofis.de beziehungsweise unter www.tierpsychologie-blog.de. In dem Band „Warum tut sie das?“ beschäftigt sie sich mit dem bei Umzügen oder der Aufnahme einer Katze für dieselbe anfallenden Revierwechsel, mit Altersdemenz, vor dem auch Stubentiger nicht gefeit sind, und allgemein ihrem durchaus komplexen Sozialverhalten.

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Ihre Zahl wird in Deutschland auf sieben bis acht Millionen Tiere geschätzt (S. 14). Sie sind selbständig: Katzen jagen – im Unterschied zum großen Verwandten Löwe, der im Rudel auf Nahrungssuche geht – „einzeln und sind damit auch als solitär lebendes Wesen überlebensfähig“, somit also von einer Gruppe, einer Familie oder einem Verband unabhängig (S. 12).

Über das gesamte Buch verteilt, finden sich zahlreiche Check- und Ideenlisten etwa zu den Themen „Worauf soll ich achten, wenn ich mir eine Katze zulege“, „Was passiert beim Umzug“ oder – ganz wichtig – „Welche Katze passt zu mir?“.

Wie zu erwarten war, finden sich etwa auf S. 61 unten schöne Fotos, bei denen allerdings manchmal weniger mehr gewesen wäre.41865

Einem speziellen Thema geht Gabriele Müller in dem Band über Katzen-„Wohngemeinschaften“ nach: Wie viele Exemplare sind sich selbst und dem Halter zuträglich? Kernsatz: „Nicht mehr Katzen als Hände zum Streicheln. Jedes Tier braucht seine eigene Zuwendung in Form von Spiel- und Streicheleinheiten. Wenn das nicht mehr gewährleistet werden kann, ist die Gruppe zu groß“ (S. 54). Die „beiden goldenen Regeln“ besagen: „Nicht mehr Katzen als Räume. Nicht mehr Katzen als Hände zum Streicheln“ (S. 49).41972

Ein wenig Historie darf auch sein: Hund und Mensch verbindet eine Jahrtausende alte gemeinsame Geschichte „und damit auch eine ebenso lange Zuchtwahl“. Die Katzengeschichte ist ebenso lang: Es lassen sich Zeugnisse von Katzen, die in der Nähe menschlicher Siedlungen gelebt haben, schon rund 8.000 Jahre vor der Zeitenwende nachweisen. „Tatorte“ sind Zypern, die heutigen Staaten Iran und Irak sowie die Türkei. Die alten Ägypter verehrten die Katzengöttin Bastet (S. 11 f.). Das sehr schöne Porträt eines stolzen Vertreters seiner Rasse steht auf S. 10. Mehr davon, wenn auch teilweise ins Kitschige übergehend, auf www.sylviaborntierfoto.de.

MATTHIAS DOHMEN

 

Gabriele Müller, Warum tut sie das? (= happy cats), Stuttgart: Müller/Rüschlikon 2012, ISBN 978-3-275-01865-9, 96 S., Euro 9,95, www.mueller-rueschlikon-verlag.de.
Gabriele Müller, Katzen-WG (= happy cats), Stuttgart: Müller/Rüschlikon 2014, ISBN 978-3-275-01972-4, 96 S., Euro 9,95.

 

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