23.07.2014

Arbeit mindestlohn Wuppertal

Mindestlohn entfaltet Breitenwirkung – Über 17.000 Wuppertaler profitieren

Zu den Auswirkungen des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns erklären die Wuppertaler Landtagsabgeordneten Bell, Bialas und Neumann:

„Der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn stabilisiert und verbessert die Einkommenssituation und soziale Lage von noch mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als ursprünglich prognostiziert. In Wuppertal sind davon schätzungsweise 17.800 Personen positiv betroffen, darunter auch 9.400 geringfügig Beschäftigte.
Die Zahl ergibt sich, wenn man die Ergebnisse einer aktuellen Studie der FU Berlin zum flächendeckenden Mindestlohn auf Wuppertal hochrechnet.

Die Zahl belegen eindrucksvoll, dass der Mindestlohn gerade der Bevölkerung in Städten mit vergleichsweise hoher Arbeitslosigkeit und einem hohen Anteil geringfügig Beschäftigter zu Gute kommt. Systematisches steuersubventioniertes Lohndumping wird nun konsequent ausgehebelt. Es profitieren alle Beschäftigtengruppen, das Einkommensgefüge insgesamt wird stabilisiert, mit einem Wort: Der flächendeckende Mindestlohn entfaltet Breitenwirkung, die Beschreibung ‚historische Zäsur‘ keine Übertreibung. Er ist ein Meilenstein in der Arbeits- und Sozialpolitik der Bundesrepublik und gewährleistet strukturell gerechtere Entlohnung – nicht zuletzt hier in Wuppertal.

Außerdem dürfen wir die Stärkung der Tarifstruktur nicht außer Acht lassen. Mit dem flankierenden Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie als Teil des Gesamtpaketes können Tarifverträge in einzelnen Branchen leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Für viele Beschäftigte werden damit erstmalig Regelungen für Fortbildung, betriebliche Altersvorsorge und Urlaub Geltung haben. Der Abwärtstrend des Tarifbindungsgrades von 74 Prozent in den 90er Jahren auf 58 Prozent heute wird damit wirkungsvoll im Sinne aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestoppt.“

Njuuz

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Kommentare

  1. döppersberger sagt:

    „Der flächendeckende Mindestlohn […] ist ein Meilenstein in der Arbeits- und Sozialpolitik der Bundesrepublik und gewährleistet strukturell gerechtere Entlohnung“

    Liebe SPD, und wieso habt ihr so lange gebraucht, das zu verstehen? DIE LINKE fordert euch schon lange dazu auf, immer habt ihr dagegen gestimmt. Und dass dieser Mindestlohn viel zu niedrig ist und viel zu viele Ausnahmen hat, müsstet ihr eigentlich auch wissen. Aber um das zu ändern, braucht es wohl weiter kräftigen Druck von links.

    1. Wolf Girdes sagt:

      Stimme Döppersberger zu.
      Zu niedrig, zu viele Ausnahmen. Laut ARD-Beitrag ist es bei den Zeitungszustellern in Einzelfällen sogar zu Lohnsenkungen gekommen.

      Bei 45 Beitragsjahren in die Rentenversicherung erwirbt der „Mindestlöhner“, auch wenn er keinen Tag arbeitslos war, eine Rente unterhalb der Grundsicherung.
      Ach ja, Niedriglöhner sind natürlich die geeignete Klientel, um unter Ausnutzung von Steuervorteilen und hohen Renditen, private Altersvorsorge zu treffen.

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