24.06.2014

Jedes Wuppertaler Kind soll ein „Lebensretter“ werden

Jeder Sechstklässler der Stadt soll mit Ende des Jahres in der Lage sein, einem Menschen mit plötzlichem Herzstillstand das Leben zu retten. Dieses ehrgeizige Ziel hat sich das Institut für Notfallmedizin am Helios Klinikum Wuppertal gesetzt.

Mit Unterstützung der Klinik für Anästhesiologie und in Kooperation mit der Wuppertaler Feuerwehr sollen zwischen dem 22. September und dem Jahresende unter dem Motto „Wir werden Lebensretter!“ alle sechsten Klassen der Stadt eine kostenlose Erste-Hilfe-Schulung durchlaufen. Einzige Voraussetzung: Die Schulen müssen einen Termin vereinbaren.

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Den Anlass für diese weit und breit einmalige Aktion unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Jung bietet die bundesweite „Woche der Wiederbelebung“ vom 22. bis zum 26. September. Die Aktionswoche wurde von der Initiative „Ein Leben retten“ initiiert, die vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin getragen wird. „Ein Leben retten“ setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen in Deutschland im Falle eines Herzstillstands das Richtige tun können. Das einfache Rezept lautet: „Prüfen, rufen, drücken“ – also: Reaktion und Atmung prüfen, dann die 112 rufen und schließlich 100 Mal pro Minute auf die Mitte des Brustkorbs drücken, bis Hilfe eintrifft.

„Als beliebter Standort für viele Akteure aus dem Gesundheitswesen hat Wuppertal einen ganz besonders engen Bezug zu Gesundheitsthemen“, sagt Oberbürgermeister Peter Jung. „Ich freue mich, dass es der Stadt mit ‚Wir werden Lebensretter!‘ gelingt, in diesem Bereich ein Zeichen zu setzen. Die Kampagne kann Gewinn bringend für jeden Wuppertaler sein, der in Not gerät.“

Schulungen beginnen ab dem 22. September

In der „Woche der Wiederbelebung“ sollen die ersten 90-minütigen Erste-Hilfe-Schulungen für Wuppertaler Sechstklässler laufen. „Wir wollen Hemmschwellen abbauen und im Rahmen der Schulungen deutlich machen, wie einfach und effektiv die Hilfe bei Herzstillstand ist“, sagt Dr. med. Hella Körner‐Göbel, Leiterin des Instituts für Notfallmedizin am Helios Klinikum und des Notarzt‐ und Rettungsdienstes der Stadt. „In Deutschland ist die Hilfsbereitschaft mit Blick auf die Erste Hilfe geringer ausgeprägt als beispielsweise in skandinavischen Ländern“, weiß Dr. Körner‐Göbel. „Das liegt auch daran, dass die Erste Hilfe in Ländern wie Schweden und Norwegen von klein auf geschult wird.“

Gut, wenn viele Menschen geschult sind

„Der von Seiten der Feuerwehr koordinierte Rettungsdienst kann in großem Maße davon profitieren, wenn viele Menschen über Erste-Hilfe-Wissen verfügen“, sagt Ulrich Zander von der Wuppertaler Feuerwehr. „Insofern setzt ‚Wir werden Lebensretter!‘ am richtigen Punkt an.“ Alle weiterführenden Schulen in Wuppertal erhalten noch vor den Sommerferien ein Anschreiben, in dem auf die Kampagne aufmerksam gemacht wird. Die Anmeldung der Schulklassen erfolgt dann ganz einfach über eine E‐Mail an lebensretter.wuppertal@helios‐kliniken.de

Die Schulklassen bekommen bei der Schulung ein Paket, in dem sich diverse Informationsmaterialien zur Ersten Hilfe und eine Übungspuppe befinden. So können die Sechstklässler mit ihren Lehrern auch nach der Schulung weiter damit arbeiten.

„Wir wollen hier kein Strohfeuer entfachen“, sagt Jörn Grabert, Pressesprecher des Helios Klinikums Wuppertal. „Die Kampagne soll jedes Jahr wiederholt werden, so dass wir irgendwann sagen können, dass jeder Schüler, der in Wuppertal eine Schule verlässt, mindestens ein Mal in Erster Hilfe bei Herzstillstand geschult wurde.“ Die Aktion in 2014 soll der erste Dominostein sein, der angestoßen wird. Für die kommenden Jahre sind beispielsweise interessierte Unternehmen oder Ärzte herzlich eingeladen, sich bei „Wir werden Lebensretter!“ einzubringen.

Das große Ziel für Helios: „Wir alle sind Lebensretter!“

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Quelle: Helios

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