02.06.2014

Friedrich Engels Xinxiang

Statue von Friedrich Engels wird am 11. Juni eingeweiht

Die Skulptur des politischen Visionärs wurde von der Volksrepublik China gestiftet. Kommende Woche sind die Bürger zur feierlichen Einweihung und einem Deutsch-Chinesischen Kulturfest geladen.

Am Mittwoch, 11. Juni, ist es soweit: Um 11 Uhr wird die Skulptur von Friedrich Engels im Barmer Engelsgarten eingeweiht. Die Statue des Vordenkers des Marxismus und kommunistischen Revolutionärs, der in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus als „Wuppertals großer Sohn“ gerühmt wird, verdanken wir der Volksrepublik China. Der Standort kommt nicht von ungefähr: Laut Stadtverwaltung hat sich das das in unmittelbarer Nähe befindliche Engelshaus zu einem „Anziehungspunkt für chinesische Reisende, Delegationen und Geschäftsleute“ entwickelt.

Laut Stadtverwaltung ein großer Sohn der Stadt: der marxistische Vordenker und kommunistische Revolutionär Friedrich Engels.Laut Stadtverwaltung ein „großer Sohn“ der Stadt: der marxistische Vordenker und kommunistische Revolutionär Friedrich Engels.

Zu der Einweihung werden der Botschafter der Volksrepublik China, Shi Mingde und der für das Werk verantwortliche Bildhauer Zeng Chenggang sowie eine Delegation aus der chinesischen Stadt Xinxiang erwartet. Im Anschluss wird es im Historischen Zentrum ein Deutsch-Chinesisches Kulturfest geben. Einweihung und Fest sind öffentlich.

Nach der Präsentation der Statue wird sich der Botschafter im Opernhaus in das Goldene Buch der Stadt eintragen und die Gäste aus Xinxiang werden im Rathaus mit einem Empfang geehrt. Die chinesische Stadt und Wuppertal werden außerdem eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Seit 2012 bestehen „freundschaftliche Beziehungen“ zwischen beiden Städten.

Die Engelsstatue soll nach dem Willen der Wuppertaler Stadtspitze nicht das letzte chinesische Investment in unserer Stadt bleiben. Schon im Herbst wird eine Wuppertaler Delegation in die Volksrepublik reisen. Ihr werden vor allem Unternehmer angehören.

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Quellen: Stadtverwaltung, Wikipedia

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Kommentare

  1. Mina sagt:

    Einweihung Engels-Statue
    Jetz ist es raus. Am 11. Juni um 11:00 Uhr wird das Ding eingeweiht. Wir sind auch dabei mit Plakaten und Portraits der chinesischen DissidentInnen! Wir holen die in Peking verboteneTrauerfeier für die Opfer des Tian’anmen-Massakers nach!
    kommt alle und denkt euch was aus….
    Die offizielle Ankündigung:
    Großer Bahnhof für Wuppertals großen Sohn: Am Mittwoch, 11. Juni, wird um 11 Uhr offiziell die Friedrich Engels-Statue im Engelsgarten eingeweiht. Die Statue war Wuppertal von der Volksrepublik China geschenkt worden – chinesische Besucher schätzen den Philosophen und Revolutionär. Das Engelshaus ist besonders in letzter Zeit ein Anziehungspunkt für chinesische Reisende, Delegationen und Geschäftsleute geworden.
    Autor: Stadt W vom 02.06.14
    Zur Einweihung werden der Botschafter der Volksrepublik China, S. E. Shi Mingde, der gestaltende Künstler, Prof. Zeng Chenggang, und weitere Repräsentanten der Volksrepublik China erwartet. Im Anschluss an die Einweihung findet im Historischen Zentrum ein Deutsch-Chinesisches Kulturfest statt. Die Einweihung und das anschließende Fest sind öffentlich.
    Botschafter Shi Mingde wird sich nach der Einweihung im Opernhaus in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

    https://www.facebook.com/events/704168789641130/?fref=ts

    Jetzt ist es raus! Am 11. Juni 11:00 Uhr, nur wenige Tage nach dem 4. Juni, dem 25. Jahrestag des Tian’anmen-Massakers soll die von Chinas Regierung gespendete Engels-Statue vor dem Engels-Haus aufgestellt werden.
    Die Begeisterung in Wuppertal ist groß. Von OB Jung, der CDU über den DGB bis zur „Links-Partei “ alle finden es spitze, dass Chinas Regierung, quasi umsonst der Stadt Wuppertal ein Denkmal schenkt.
    Besonders die Wuppertaler Wirtschaft lechzt – ganz unideologisch – nach Geschäften mit der Wirtschaftssupermacht.

    Wenn es um (viel) Geld geht, spielen Menschenrechte, gerechte Arbeitsbedingungen und emanzipatorische Utopien keine Rolle mehr. Im Gegenteil: Friedrich Engels und seine Ideen werden – einmal mehr – zur Gründungs-Folklore für die staatskapitalistischen Regimes reduziert.

    Das wollen wir nicht mitmachen!

    Wir rufen die emanzipatorischen Kräfte im Wuppertal, in Manchester und anderswo dazu auf, die Instrumentalisierung von Fritz Engels durch die chinesische Regierung und das Wuppertaler (Monopol) Kapital sehr kritisch zu begleiten.
    Achtet auf Ankündigungen!
    Organisiert Veranstaltungen zu den Kämpfen der chinesischen Arbeiter*innenklasse!
    Ladet chinesische Dissident*innen ein, die über das menschenverachtende Knast- und Lagersystem berichten!
    Studiert die Frühschriften von Engels zur Lage der arbeitenden Klasse in England und China!

    und organisiert wirkungsvolle Aktivitäten….

    (Udo Lindenberg kommt bestimmt auch…)

    1. mina K. sagt:

      Gegenaktivitäten unter https://www.facebook.com/events/704168789641130/?fref=ts

      Erklärung der Else Lasker-Schüler Gesellschaft:
      Friedrich Engels in China verhaftet

      Der aus Wuppertal stammende Mitverfasser des Kommunistischen Manifests, Friedrich Engels, wurde auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking verhaftet. Er hatte gegen das Wegsperren der Künstler und Journalisten protestieren wollen, die an den Studentenaufstand vor 25 Jahren erinnern wollten.

      Diese – fiktive – Meldung wäre nach Ansicht von Hajo Jahn, dem Vorsitzenden der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Realität, wenn der Revolutionär Engels gegenwärtig leben würde. Seiner Meinung nach würde Friedrich Engels zur Niederwerfung des Studentenaufstands nicht geschwiegen haben und deshalb sehr wahrscheinlich in China weggesperrt werden. Tatsächlich aber übergibt der Botschafter Chinas, Shi Mingde, am Vormittag des 11. Juni als Geschenk der Volksrepublik an die Stadt Wuppertal eine Bronzefigur. Sie wurde von dem im Reich der Mitte renommierten chinesischen Künstler Zeng Chenggang entworfen. Die 3,80 m hohe Figur zeigt den Wegbegleiter von Karl Marx im Stil des sozialistischen Realismus. Dabei dürfte das blutige Massaker auf dem Tiananmen-Platz nicht erwähnt werden. Unerwähnt dürfte aber ebenfalls bleiben, dass auch der in China hochverehrte Friedrich Engels seinerzeit einen verbotenen Autor unterstützt hat – Karl Marx im Exil. Beide haben die Pressezensur des preußischen Regimes scharf kritisiert. Eine „Ehrung“ Engels vom Vertreter einer Diktatur, die mit allen Mitteln freie Meinungen unterdrückt, ist nicht nur eine allgemeine Verhöhnung der wichtigsten Werte, die für alle Menschen gleichermaßen gelten, sondern auch eine Verhöhnung eines Mannes, den man zu ehren vorgibt, der aber selbst erst durch die Möglichkeit und Nutzung der freien Meinungsäußerung zu dem werden konnte, was er später war. Dafür würde er heute in China inhaftiert – so der Vorsitzende der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft.
      Ab dem 11. Juni gibt es gleich zwei Engels-Denkmäler in Wuppertal. Das neue, das realistische Denkmal wird in unmittelbarer Nachbarschaft zum großartigen Werk des bedeutenden österreichischen Bildhauers Alfred Hridlicka ungefähr dort aufgestellt, wo Friedrich Engels am 28. November 1820 geboren wurde. Dieses Kunstwerk aus Carrara-Marmor war nach kontroversen Debatten im Wuppertaler Rat am 2. Juni 1981 im Beisein von Ministerpräsident Johannes Rau der Öffentlichkeit übergeben worden. Beide Denkmäler verkörpern in ihrer jeweils eigenen künstlerischen Ausdrucksweise völlig andere Denkwelten. Wer weiß, welche der beiden Arbeiten dem in China hochverehrten Friedrich Engels besser gefallen hätte? Von dem auch künstlerisch sensiblen Denker stammt, was wenig bekannt ist, die Vorlage zum Libretto von Richard Wagners Oper „Rienzi“.
      Die Wuppertaler Else Lasker-Schüler-Gesellschaft hatte 1997 zu ihrem V. Else Lasker-Schüler-Forum chinesische Dichter-Dissidenten und Juden, die in Shanghai während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht vor den Nazis gefunden hatten, in die Geburtsstadt von Friedrich Engels eingeladen. Die damaligen Teilnehmer, die Journalisten Shi Ming und Peter Finkelgruen, befürworten diesen Kommentar. Zum Vorstand der internationalen Literaturvereinigung gehörte seinerzeit Herta Müller. Die spätere Literaturnobelpreisträgerin hat sich stets für die Freiheit ihrer verfolgten Schriftstellerkollegen in China eingesetzt.
      Das einstige jüdische Ghetto in Shanghai wird in der chinesischen Erinnerungskultur bewahrt. Auch das gehört zur historischen Wahrheit. Was aber hätte Engels, der auch Historiker war, zum Verschweigen des blutigen Studentenaufstands auf dem Tiananmen-Platz vor 25 Jahren gesagt? Nach Wuppertal pilgern die Anhänger Engels ähnlich wie zum Karl Marx-Haus in Trier. Die Stadt Wuppertal, die die Übergabe der in hiesigen Künstlerkreisen umstrittenen Bronzeplastik mit einem Deutsch-Chinesischen Kulturfest feiert, erhofft sich die Ansiedlung von Firmen aus der „Volksrepublik“.

      PS. Geschenke müssen angenommen werden. Ob sie einem gefallen oder nicht. Vermutlich wird die Bronzeskulptur vielen Wuppertaler Bürgern besser gefallen als das Hridlicka-Werk mit seinen gefesselten Armen und den Phalli. Die obenstehende Meldung versteht die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft als Kommentar zur verordneten Grabesruhe in China, wo kritische Geister weggesperrt werden und nichts an den Studentenaufstand erinnern soll. Dies sollte bei der Übergabe der neuen Skulptur nicht unerwähnt bleiben.
      PPS: Auch auf der chinesischen Skulptur wird es ein Engels-Zitat geben. Es lautet:
      „Die Arbeit ist die Quelle alles Reichthums, sagen die politischen Oekonomen. Sie ist dies – neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichthum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: sie hat den Menschen selbst geschaffen.“
      ( Friedrich Engels „Dialektik der Natur“, 1876)

      Mit freundlichen Grüßen
      Hajo Jahn

      Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft
      und der Stiftung „Verbrannte und verbannte Dichter –
      Für ein Zentrum der verfolgten Künste“

      Herzogstr. 42
      D-42103 Wuppertal
      http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de

      1. Tommy sagt:

        Freut mich sehr, dass Wuppertal in gewisser Hinsicht noch weltbekannter ist als die Landeshauptstadt und soviele andere Städte aus der Region. Engels ist für viele Chinesen und Russen ein bedeutsamer Begriff und wertet die Stadt deutlich auf.

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