FDP-Ratsfraktion: Kein Bedarf für 7. Gesamtschule

Die Gymnasien bleiben stärkste Schulform in Wuppertal. Zweitstärkste Schulform sind die Gesamtschulen. „Die neuen Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen geben keinen Anlass für Forderungen nach einer 7. Gesamtschule,“ so Karin van der Most, schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion.

FDP-Fraktion-Logo3d„Ausschlaggebend für die Schulentwicklungsplanung sind nicht allein die Anmeldezahlen, sondern auch die Zusammensetzung der Schülerschaft,“ so van der Most. Die FDP hat die Verwaltung deshalb um Auskunft zu den Schulempfehlungen der Schüler für die einzelnen Gesamtschulen befragt. Denn anders als bei den Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen, bei denen die Differenzierung zwischen den Schulformen erfolgt, geschieht bei den Gesamtschulen die Differenzierung der Schüler innerhalb der Schule. Dies setzt eine entsprechend durchmischte Schülerschaft von je ein Drittel Schüler mit Gymnasial- , Realschul- und Hauptschulempfehlung voraus. Die gibt es aber nicht, weil zuwenig Schüler mit einer uneingeschränkten Gymnasialempfehlung an die Gesamtschulen gehen, im letzten Jahr gerade mal 11 %. Einzige Ausnahme ist die Gesamtschule Barmen.

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Auch Hauptschüler sind an vier von sechs Gesamtschulen unterrepräsentiert. Sie gehören zu denjenigen, die am häufigsten von den Gesamtschulen abgelehnt werden.

„Die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule,“ so van der Most, „würde nur die Verschiebung der Schülerströme von den Realschulen an die Gesamtschulen verstärken und so die Realschulen gefährden. Bei insgesamt sinkenden Schülerzahlen würden nicht nur die Hauptschulen, sondern auch Realschulen von Schließungen bedroht und die vorhandenen Wahlmöglichkeiten der Eltern zwischen unterschiedlichen Schulformen massiv eingeschränkt.“

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Kommentare

  1. Döppersberger sagt:

    Frau von der Most und der FDP ist deutlich anzumerken, dass sie noch im ständischen Denken stehengeblieben sind. Die -auch bei den Gesamtschulen kritikwürdige- Differenzierung ist nichts weiter als eine Fortsetzung der Ständeordnung und eine Bremse für Bildungsteilhabe und Inklusion. Gesamtschulen sind zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, aber allemal besser als das aktuelle, hoch selektive Bildungssystem.
    Für mich ist klar: Wenn über 250 Schülerinnen und Schüler keinen Gesamtschulplatz bekommen können, ist der Bedarf vorhanden. Und wenn die FDP diesen ignoriert, braucht sie sich über ihren Absturz in der Wählergunst nicht zu wundern. Unverständlich ist diese Haltung obendrein, denn sonst legt die FDP doch auch immer soviel Wert auf den Elternwillen.

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