14.02.2014

Inklusion Menschen mit Behinderung Menschen mit Behinderungen Schulpolitik Wuppertal

„Rainer Spiecker spielt mit falschen Zahlen“ – Inklusionskosten unzutreffend

Zum heutigen Artikel in der Westdeutschen Zeitung über die Kosten der schulischen Inklusion in Wuppertal erklärt Josef Neumann, der auch Inklusionsbeauftragter der SPD-Landtagsfraktion ist:

Rainer Spiecker erweist sich einmal mehr als Meister der Irreführung. Er wirft Nebelkerzen, wo es gilt, sachgerecht aufzuklären. Die von ihm genannte Summe von 66 Millionen Euro als vermeintliche Kosten für den inklusionsgerechten Umbau der Wuppertaler Schulen entbehrt jeglicher objektiven Grundlage. Spiecker spielt unseriös mit Zahlen unter Missachtung des neusten Gutachtens von Prof. Klemm, das dieser im Auftrag der Landesregierung und der Kommunalen Spitzenverbände erstellt hatte und am 10. Februar veröffentlicht wurde. Link zum Klemm-Gutachen

Nach Klemm belaufen sich die landesweit zu erwartenden Folgekosten der schulischen Inklusion in den nächsten drei Jahren auf ca. 40 Millionen Euro jährlich. Auf Wuppertal runtergerechnet bedeutet das finanzielle Auswirkungen von nur 500.000 Euro, die ausschließlich inklusionsbedingt sind. Der Finanzjongleur Spiecker bezieht sich offenbar auf Zahlen, die Schuldezernent Matthias Nocke im vergangenen Jahr in die Welt gesetzt hatte. Nocke lancierte zunächst 88 Millionen, die er binnen eines Tages dann auf 66 Millionen Euro an zu erwartenden Inklusionskosten im Schulbereich in Wuppertal reduzierte. Darin enthalten sind allerdings anstehende Sanierungskosten insgesamt und pflichtige Aufwendungen zur Herstellung von Barrierefreiheit an den Schulen, die unabhängig von der Umsetzung der schulischen Inklusion ohnehin anfallen.

Wenn Schulgebäude mangelhaft instandgesetzt sein sollten, fällt dies in die Verantwortung des zuständigen Schuldezernenten – im Übrigen ein Parteifreund von Herrn Spiecker. Es ist unredlich, die Gesamtkosten schulischer Modernisierungsmaßnahmen, deren Umfang offenbar verwaltungsintern kontrovers diskutiert wird, als Folgekosten der Inklusion zu deklarieren. Die Inklusion behinderter Kinder und Jugendlicher in den regulären Schulbetrieb ist eine zu wichtige gesellschaftliche Aufgabe, als dass sie primär als Frage der Kosten und Lasten diskreditiert werden darf – und erst recht nicht, mit falschen Zahlen und Halbwahrheiten.

Njuuz

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Kommentare

  1. Paul-Roemer sagt:

    Inklusionskosten bleiben überschaubar!
    Es ist doch gar nicht so schwer. Ein Sonderschüler kostet ca. 15.000 € im Jahr. Dieses Geld nimmt er mit in die Regelschule und alles wird gut.

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