22.12.2013

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Sind freilaufende Katzen herrenlos oder gehen sie „nur spazieren“?

Nach eigener Aussage kümmert sich das Ordnungsamt um jede herrenlose Katze, die ihm von Bürgern gemeldet wird. Der Wuppertaler Tierschutzverein will ganz andere Erkenntnisse haben und fordert Aufklärung.

Der Tierschutzverein wirft dem Ordnungsamt vor, sich nicht um herrenlose und verletzte Katzen zu kümmern.

Der Tierschutzverein wirft dem Ordnungsamt vor, sich nicht korrekt um herrenlose und verletzte Katzen zu kümmern.

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Erst im Oktober nahm das Wuppertaler Ordnungsamt anlässlich einer Großen Anfrage der WfW-Fraktion Stellung zur Vorgehensweise bei der Meldung von Fundtieren. In dem entsprechenden Schriftstück heißt es unter anderem:

Frage: Werden auch unverletzte Fundtiere durch das Ordnungsamt beim Finder abgeholt?

Antwort:  Handelt es sich um Fundtiere im Sinne der Rechtsvorschriften, werden selbstverständlich
auch unverletzte, gesunde Tiere abgeholt. Katzen, die offensichtlich als Freigänger oder angefütterte Tiere angetroffen werden, können aus rechtlichen Gründen nicht als Fundtiere versorgt werden und verbleiben beim Besitzer.

Der Wuppertaler Tierschutzverein will Erkenntnisse haben, wonach das Ordnungsamt freilaufende Katzen regelmäßig als nicht herrenlos einschätzt. Es soll Bürgern, die ein solches Tier meldeten, erklärt haben, die Katze gehe vermutlich nur „spazieren“. Anderen Anrufern sei wahrheitswidrig erklärt worden, das Ordnungsamt sei nur für verletzte Fundtiere zuständig.

Doch auch um solche kranken und verletzten Katzen soll sich das Ordnungsamt nicht gekümmert haben, monieren die Tierschützer. Eine Bürgerin, die ein offensichtlich leidendes Tier meldete, sei mit der Auskunft abgefertigt worden, sie müsse die Katze erst selbst einfangen, bevor die Stadt tätig werden könne. Schließlich nahm sich der Tierschutzverein der kranken Katze selbst an; sie musste durch einen Tierarzt eingeschläfert werden.

Der Tierschutzverein wirft dem Ordnungsamt vor, seine Pflichtaufgaben nicht wahrzunehmen bzw. gesetzliche Vorschriften nicht zu befolgen und fordert Aufklärung:

Bitte stellen Sie für uns und die Öffentlichkeit klar, für welche Fundtiere Sie sich offenbar – entgegen gesetzlicher Vorschriften – nicht „zuständig fühlen“. […]

Auch bitten wir Sie konkret zu erklären, wie Sie den Begriff „Fundtier“ definieren. Es kann und darf nicht sein, dass von jeder aufgefundenen Katze zunächst lapidar angenommen wird, sie „gehe nur spazieren“ und sie würde schon alleine wieder nach Hause finden. Dagegen sprechen auch die noch immer sehr zahlreich bei uns eingehenden Anrufe und Mails im Zusammenhang mit „vermissten“ Katzen.

Die Behörde weist alle Vorwürfe zurück. In einer Mail des zuständigen Sachbearbeiters an die Leiterin des Tierschutzvereins, die njuuz vorliegt, heißt es:

Die von Ihnen geschilderten Vorgänge kann ich nicht beurteilen, da sie hier nicht aktenkundig sind. Grundsätzlich können Sie sicher sein, dass die Stadt Wuppertal ihrer Pflichtaufgabe „Fundtierversorgung“ umfassend nachkommt. Über die städt. Leitstelle, Polizei und Feuerwehr stehen Findern und Haltern entlaufender Fundtiere 24 Stunden Ansprechpartner zur Verfügung. Einsätze werden rund um die Uhr durch ein zertifiziertes Transportunternehmen und den städt. Ordnungsdienst sichergestellt. Die Erfahrungen des ersten Jahres haben gezeigt, dass die Leistungen des Ordnungsamtes sehr gut angenommen werden.

>> Lesen Sie hier den vollständigen Text des Schreibens des Tierschutzvereins an das Ordnungsamt

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Symbolfoto: Thomas Max Müller / pixelio.de

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