25.08.2013

Bebauungsplan Holländische Heide Umweltverbände Wuppertal

Umweltverbände kritisieren Bauplanungen an der Holländischen Heide

Im Bauleitplanverfahren an der Holländischen Heide gibt es nach Ansicht der Wuppertaler Umweltverbände BUND, NABU, LNU und WBU schwere Verfahrensfehler. Die Verbände fordern die Stadt auf, den Bebauungsplan erheblich zu verändern.

Die örtlichen Gruppierungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und der Wuppertaler Verbund der Bürgerinitiativen im Umweltschutz (WBU) fordern die Stadt auf, den Bebauungsplan stark zu überarbeiten und insbesondere die Grundlagenerfassung und -bewertung zu korrigieren.

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Selbst bei einer erst kürzlich erfolgten 2. Offenlage wurden fehlerhafte Ermittlungen zum Artenschutz und bei der Berücksichtigung der Gewässersituation nicht behoben.

Trotz frühzeitiger ausführlicher Hinweise der Umweltverbände gab es Untersuchungen der Tierwelt nicht im erforderlichen Umfang, insbesondere bei den besonders oder streng geschützten, planungsrelevanten Tierarten, die mit immerhin 10 Arten auch als Brutvogel in der direkten Umgebung bzw. mit Vorkommen direkt im Baugebiet hätten erfasst werden müssen.

Mäusebussard an der Holländischen Heide (Foto C. Limbach)Mäusebussard an der Holländischen Heide (Foto C. Limbach)

Die unvollständigen Untersuchungen entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben! Der Hinweis des Gutachters in Bezug auf die Vogelwelt: „Abweichungen von der Liste des ehrenamtlichen Naturschutz ergeben sich vor allem bei den Nahrungsgästen (viele Greifvögel), die mit der vergleichsweise geringen Anzahl an Geländegängen unvermeidlich nicht alle erfasst wurden.. „ ist für die ortskundigen Naturschützer nicht nachvollziehbar.

Andere Tiere (auch solche der Roten Liste) wurden überhaupt nicht berücksichtigt, so dass deren Überleben nicht gesichert wäre.

Grasfrosch beim Ablaichen (Foto C. Limbach)Grasfrosch beim Ablaichen (Foto C. Limbach)

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz müssen Untersuchungen ausschließen, dass die Gewässersituation sich verschlechtert (Verschlechterungsverbot!). Aufgrund der schwierigen Situation soll aber erst bei offener Baugruppe ein weiteres Gutachten gemacht werden. Zwei Bachläufe nur 60 m südlich des als Quelleinzugsgebiet wirkenden Baugebietes wurden überhaupt nicht berücksichtigt, was ebenfalls ein Verfahrensfehler ist.

Junge Erdkröte in der Holländischen Heide (Foto C. Limbach)Junge Erdkröte in der Holländischen Heide (Foto C. Limbach)

In der Begründung der Stadt heißt es unter Auswirkungen: „Das Landschaftsbild wird sich durch die geplante Bebauung vollkommen verändern“.
Die Naturschützer sagen dazu: „Das Landschaftsbild wird durch die massive Bebauung von 45 Einfamilienhäusern, davon 27 als Zweifamilienhäuser vollständig zerstört. Viele Bäume, Hecken und Teile eines Waldbereiches sollen einfach abgeholzt werden.“

Diese Wiese soll bebaut werden (Foto C. Limbach)Diese Wiese soll bebaut werden (Foto C. Limbach)

Beim Aufstellungsbeschluss 2012 war noch die Rede von ca. 30 Häusern. Nun wurde im weiteren Bebauungsplanverfahren die Grünfläche von 3000 m² auf 1200 m² reduziert und die Baumaßnahme ausgeweitet. Damit wird aber auch vielen (auch besonders geschützten) Tieren der Lebensraum genommen.

Im Bereich der alten Hofschaft wurden ungeklärte Totfunde von Füchsen und Igeln festgestellt. Eine Erklärung dieses Sachverhaltes steht immer noch aus.

Alter Kastanienbaum (Foto C. Limbach)Rund 200 Jahre alte Kastanie am Hof „Holländische Heide“ (Foto C. Limbach)

Die Umweltverbände fordern wie schon die BV Uellendahl / Katernberg (beim Aufstellungsbeschluss) einen Landschaftspflegerischen Begleitplan und eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die Naturschützer: „Werden die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten, haben wir einen Bauskandal mit schweren ökologischen Folgen. Bis jetzt sind fast ausschließlich die Interessen des Investors berücksichtigt worden.“ Die Umweltverbände fordern einen Kompromiss zwischen der geplanten Bebauung und der Ökologie.

Es sollte auf jeden Fall eine 50 Meter breite Wiesenfläche, vernetzt mit Wald- und Heckenbereichen, erhalten bleiben. So würde wenigstens ein Teil des bisherigen Lebensraumes für die Tierwelt erhalten. Außerdem sollten vorhandene Bäume möglichst in die neue Bebauung integriert werden.

Der Stadtökologische Fachbeitrag der Stadt bescheinigte schon vor Jahren dem Plangebiet eine hohe Leistungsfähigkeit, Schutzwürdigkeit und Empfindlichkeit der Ökologie. Das Gebiet ist ein wichtiges Trittsteinbiotop nur ein paar Hundert Meter vom Außenbereich (des Landschaftsplan Nord) entfernt.

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Kommentare

  1. Reiner Kita sagt:

    Ich unterstütze als Anwohner aber auch als davon Negativ betroffener Bürger dieser Stadt vor und ganz die Argumente der Anlieger und der Naturschutzverbände.
    Denn hier wird wie bei anderen Städtebaulichen Maßnahmen in Wuppertal auch, auf gedeih und Verderb durch die großen Ratsfraktionen und die Verwaltung versucht Bürger in Wuppertal zu halten und möglichst neue Mitbürger zu gewinnen. Und das mit Zusagen gegenüber den Bauträgern als ausführende Unternehmen, die weit über das Hinaus gehen was ökonomisch aber auch Ökologisch gegenüber den Anliegern aber auch gegenüber der möglichen Interessenten zum Erwerb von Eigentum an der holländischen Heide menschlich und moralisch zu vertreten ist. Was ist das denn für einen Wohne- und Lebensqualität wenn ich viel Geld als Bauherr aufbringen soll und ich dann einkaserniert mit anderen 71 weiteren Wohneinheiten wohlempfinden erleben soll. Die Politik hat bei Ortsterminen mit den Anwohnern zwar zugehört aber nichts im Interesse der Bürger von dem was Diese ihnen als Ideen und Alternativen vorgeschlagen mit in die Planungen der Verwaltung einfließen lassen. Hier wird eines der letzten Ruhezonen innerhalb der Stadt Wuppertal aus wirtschaftlich politischen Gründen bewusst zerstört. Das darf so nicht sein. Aus dem Grund fordere ich die Politik und Verwaltung der Stadt Wuppertal auf in dem Bebauungsplan Änderungen vorzunehmen die es allen beteiligten möglich macht eine Vernünftige Lebensqualität zu erhalten bzw. diese durch den Erwerb einer Immobilie zu erlangen. Übrigens sind ja nicht nur 2013 Bundestagswahlen sondern auch 2014 Kommunalwahlen in Wuppertal. In dem Sinne niemals aufgeben.
    Ein Unterstützer

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