28.06.2013

Ergänzungstarifvertrag FAG Werk Schaeffler Varresbeck Wuppertal

Schaeffler kündigt Ergänzungstarifvertrag

„Ein ungeheuerlicher Skandal!“ – Nun ist es amtlich: Die Schaeffler-Geschäftsführung kündigt, wie heute bekannt wurde, Ende Juni mit Wirkung zum 31.12.2013 den Ergänzungstarifvertrag, der die Sicherung des Standortes Varresbeck für FAG Kugelfischer vorsah.

Der Standortsicherungsvertrag war aufgrund weitgehender Zugeständnisse auf Arbeitnehmerseite zustande gekommen.

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„Damit wird nun definitiv in eiskalter Manier 750 Beschäftigten der Stuhl vor die Türe gesetzt. Ein ungeheuerlicher Skandal! Darüber hinaus ist vollkommen offen, wie es mit dem Werk und der Restbelegschaft insgesamt weitergeht.“ so der erste Kommentar der Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann. Der Konzern halte, wie nun offensichtlich werde, an seinen radikalen Verlagerungs- und Abbauplänen fest.

BellBialasNeumann: „Dies ist eine Konzernpolitik, die auf unseren entschiedenen Widerstand stößt und im schroffen Gegensatz zu Grundsätzen sozial verantwortbaren Wirtschaftens steht.  Vertrauen wird mutwillig zerstört! Worauf sollen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denn zukünftig noch verlassen können, wenn schriftlich fixierte Übereinkommen je nach aktuellem Belieben zur Disposition gestellt werden.

Die Kündigung der Standortsicherungssicherungsvereinbarung hat daher weit über Wuppertal hinausgehende  negative Wirkungen. Die Sozialpartnerschaft in der Bundesrepublik war immer ein Garant für eine erfolgreiche Unternehmenspolitik und eine prosperierende Wirtschaft. Dieses gewachsene Fundament wird nunmehr willentlich von der Konzernspitze der Schaeffler AG beschädigt. Wir stehen an der Seite der betroffenen Beschäftigten und deren Familien und setzen darauf, dass nun in ihrem Sinne ein vertretbarer Sozialplan zustande kommt.“

Njuuz

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Kommentare

  1. Dimi sagt:

    Schaeffler ist ein großes Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und hat in diesem Fall wirtschaftlich zu agieren. Daher bleibt kaum Handlungsspielraum für die Unternehmensführung. Der Wettbewerbsdruck am Markt ist enorm. Wettbewerber aus China und Korea üben mit ihren billigen Produktionskosten einen immensen Preisdruck aus, dem ein Unternehmen wie Schaeffler standzuhalten hat, was mit den gegebenen Produktionsbedingungen im Inland kaum möglich ist. Es herrscht ein Kampf um die Aufträge und die Auslastung der Kapazitäten.
    Die Zahlen der vergangenen Jahre in der betroffenen Produktsparte haben gezeigt, dass trotz Bemühungen von Seiten Schaefflers unverändert Verluste verzeichnet wurden.
    Schaeffler muss sich am Wohl des gesamten Unternehmens orientieren, und um erfolgreich am Markt bestehen zu können, müssen leider auch einmal unangenehme Entscheidungen getroffen werden. Man kann sich allerdings sicher sein, dass Schaeffler um eine sozialverträgliche Lösung bemüht ist und dieser Schritt etlichen gescheiterten Bemühungen folgt.

  2. zucchero sagt:

    Auch wenn es Schaeffler im Großen und Ganzen gut geht muss gespart werden, da die Autobranche in Westeuropa noch immer in der Krise steckt. Schaeffler wird nicht grundlos die Tarifverträge gekürzt haben, sondern wird auch sparen müssen.

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