26.06.2013

Blutspenden Diskriminierung Inklusion Josef Neumann Landtagsabgeordnete Menschen mit Behinderungen SPD

Neumann: „Menschen mit Behinderungen dürfen nicht diskriminiert werden – auch nicht beim Blutspenden!“

Auf seiner heutigen Sitzung hat sich auf Antrag der SPD-Fraktion der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales damit beschäftigt, dass gehörlose und blinde Menschen offenbar an einzelnen Kliniken wie Essen und Dortmund bisher von Blutspenden ausgeschlossen werden.

Dazu erklärt der Inklusionsbeauftragte der SPD-Fraktion und Wuppertaler und Solinger Landtagsabgeordnete Josef Neumann:

„Dass an den Unikliniken Essen und Dortmund gehörlosen und blinden Menschen verweigert wurde, ihre Blutspende abzugeben, zeugt von einem hohen Maß an mangelnden Bewusstsein für den gleichberechtigten Umgang von Menschen mit Behinderungen. Dabei handelt es sich hier nur um bekannt gewordene Fälle. Die Dunkelziffer wird entsprechend höher sein. Einmal ganz abgesehen davon, dass wir auf jede Blutspende dringend angewiesen sind, muss das Verhalten der Kliniken von den Betroffenen als offenkundige Diskriminierung wahrgenommen werden. Und all dies nachdem bereits 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland ratifiziert wurde, die die gleichberechtige Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen einfordert.

Es kann und darf nicht sein, dass Menschen mit Behinderungen, die ansonsten vollkommen gesund sind, aufgrund von vermeintlichen Kommunikationsproblemen nicht dazu beitragen dürfen, zum Wohle anderer Menschen, ihr Blut zu spenden. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht wie Aussätzige behandelt werden. Die betroffenen Kliniken werden aufgefordert, hier im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen.

Wege und Formen einer auch barrierefreien Abgabe von Blutspenden müssen möglichst bald in allen Kliniken in NRW gewährleistet sein. Wir fordern daher alle Klinikleitungen und externe Blutspendedienste dazu auf, energisch darauf hinzuwirken, dass ebenso Menschen mit Behinderungen die umstandslose Möglichkeit zur Blutspende geboten wird. Ich bitte auch entsprechend die Wuppertaler und Solinger Kliniken ihre Verfahren dahingehend zu prüfen. Dies ist ein Gebot der Wertschätzung und eine Hilfe für Menschen, die dringend auf diese Spenden angewiesen sind. Der Ausschuss hat in seiner heutigen Sitzung deutlich gemacht, dass er diese Haltung mit Nachdruck unterstützt.“

Njuuz

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