29.01.2010

design Kultur

Ausgezeichnetes Design aus Wuppertal: Moonjelly von Limpalux

Limpalux, das sind Anja Eder und Michael Römer. Die beiden Grafikdesigner haben Moonjelly entworfen, eine Pendelleuchte die mit dem reddot design award 2009 ausgezeichnet worden ist. Es ist das erste Designobjekt der beiden, gerade mal ein Jahr alt und der Beginn einer Erfolgsgeschichte. njuuz hat Michael Römer dazu interviewt und gefragt wie es den beiden als junges Unternehmen in Wuppertal ergeht.

moonjelly_alleFotografie: Patricia Eichert / Foto Composing: Anja Eder

1. Ihr  habt eine wunderschöne Lampe entworfen. Sie heißt Moonjelly. Woher bezieht ihr eure Inspiration?
Inspiration waren freie künstlerische Arbeiten, die Anja Eder vor mittlerweile 10 Jahren entwickelt hat. Ihr Hauptwerkstoff dabei war Papier. Vorbild für die Formen waren pflanzliche und tierische Organismen. Eigentlich sind wir studierte Grafikdesigner und das ist auch unser Hauptstandbein. Die Leuchte haben wir parallel entwickelt. Der Name “Moonjelly” ist abgeleitet aus moon jellyfish – übersetzt Ohrenqualle. Wir wollten ein Lichtobjekt schaffen, das puristisches Design und Lebendigkeit in sich vereint. Ein schwebendes leuchtendes Objekt ähnlich einer Meduse.

2. Der Korpus der Lampe besteht hauptsächlich aus Papier. Ich frage mal ein wenig ketzerisch: Kann eine Familie mit Kindern eine solche Lampe in Augenhöhe aufhängen?
Ganz ehrlich: nein. Wir haben uns für Papier entschieden, weil es eine besondere Ästhetik hat und weil wir es für einen wertvollen Werkstoff halten. Außerdem nimmt es das Licht auf eine Weise auf, wie es kein Kunststoff vermag und es zieht keinen Staub an, ist also in dieser Hinsicht pflegeleicht. Papier altert schön – im Gegensatz zum Kunststoff. Wir wollen fantastische Objekte schaffen, Design, das auch die Sinne anspricht. Da hat die Abwaschbarkeit nicht oberste Priorität. Der Trend in der Designszene geht momentan hin zu natürlichen Werkstoffen. Wir werden in der nächsten Zeit allerdings nach einem nicht brennbaren Material suchen müssen, welches von Architekten auch im Objektbereich einzusetzen ist.

moonjelly_whiteFotografie: Patricia Eichert / Foto Composing: Anja Eder

3. Für Moonjelly habt ihr den reddot design award 2009 bekommen – die renommierteste Auszeichnung NRWs für Designer. Hat das Euren Absatz beflügelt?
Nein – das kann man so nicht sagen. Aber es hat das Label Limpalux – unsere Firma – bekannt gemacht. Uns gibt es erst ein Jahr und wir haben seither einen enormen Anstieg der Zugriffszahlen auf unserer Webseite zu verzeichnen. In diesem Jahr ist beispielsweise eine Filmproduktion auf uns zugekommen und wollte die Leuchte in Ihrem Film einsetzen. Sie haben uns über die Webseite des Reddot Awards gefunden. Der Film heißt „Die kommenden Tage“ von Lars Kraume mit Daniel Brühl und ich hoffe, dass sie auch im Film zu sehen sein wird. Das steigert unsere Bekanntheit weiter und damit sicher auch unsere Absatzmöglichkeiten.

Moonjelly_anjaFotografie: Patricia Eichert / Foto Composing: Anja Eder

4. Ist Wuppertal ein guter Standort für Euch? Das heißt findet Ihr hier ein Umfeld, welches hilft eure Ideen umzusetzen?
Wenn man die Region ein wenig auf das Bergische Land ausweitet, findet man hier fast alles was für die Produktion von unserem Design notwendig ist. Wir wollten nur kleine Stückzahlen produzieren und brauchten dafür einen kleinen metallverarbeitenden, handwerklich arbeitenden Betrieb der am Besten auch noch Leuchten herstellt. Ich habe in ganz Deutschland gesucht und unseren Hersteller in Solingen gefunden. Sie produzieren dort unter anderem Leuchten für hochwertige Objektausstattungen, wie z.B. Jachten. Man kann also behaupten, dass das Bergische Land mit seiner auf das Handwerk und kleinen Betrieben ausgerichteten Struktur ideale Voraussetzungen für die Herstellung von Designobjekten in Kleinauflagen bietet- also besonders für Startups in diesem Bereich geeignet ist. Das einzige ist – die Handwerksbetriebe sind schwer zu finden. Es gibt leider kein Netzwerk, insgesamt tritt das Handwerk recht zurückhaltend auf. Einige Kleinbetriebe haben nicht einmal eine Webseite und sie interessieren sich nicht einmal dafür. Daran könnte etwas getan werden.

5. Was würdet ihr sagen, könnte Wuppertal für euch tun, um die Kreativwirtschaft, die ja ein riesiger Wirtschaftsmarkt ist, zu fördern?
Sie könnte bspw. bezahlbaren Arbeitsraum dafür zur Verfügung stellen und damit die Ansiedlung von kleinen kreativen Betrieben fördern. Es wäre auch schön wenn die Vermieter beim Abschluss von gewerblichen Verträgen kompromißbereiter wären. Schließlich haben wir in Wuppertal genug Leerstand im gewerblichen Bereich. Gut finde ich da das Konzept der Zwischennutzungsagentur Wuppertal, die leerstehende Räume z.B. auch an Startups vermitteln kann.

6. Wo kann man ihre Lampe befühlen, erfahren kurzum im Einsatz sehen? Und wo ist sie zu erhalten?
Wenn man sie sehen will kann man den Lichtbogen in Wuppertal aufsuchen. Das ist einer unserer Händler. Dort kann man sie sehen und selbstverständlich auch erwerben. Oder man ruft uns einfach an. Wir vereinbaren gerne einen Termin. Außerdem gibt es sie in unserem Onlineshop.

www.limpalux.de

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Kommentare

  1. Redaktion_1 sagt:

    Die Lampe ist umwerfend – und fotografisch perfekt inszeniert.

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