28.02.2013

Andreas Bialas Ausstellung ausstellungseröffnung Dietmar Bell Josef Neumann Landtag NRW

Landtagspräsidentin Carina Gödecke begrüßt Wuppertaler Künstler des Troxler-Hauses

Die Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann hatten das Künstlerkollektiv unter der „Leitung“ des Beuys-Schülers Otto Zech eingeladen, das gemeinsame Schaffen im Düsseldorfer Landtagsgebäude zu präsentieren.

In einem prall gefüllten Foyer der SPD-Landtagsfraktion eröffnete am 26.Februar 2013 Landtagspräsidentin Carina Gödecke die Ausstellung „Zurück zur Intuition. Experimentelle künstlerische Arbeit von Menschen mit einem Handicap“ der Kunstwerkstatt des Wuppertaler Troxler-Hauses. Die anwesenden Wuppertaler SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas, und Josef Neumann hatten das Künstlerkollektiv unter der „Leitung“ des Beuys-Schülers Otto Zech eingeladen, das gemeinsame Schaffen im Hohen Haus zu präsentieren.

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Bialas und Neumann waren zugleich in „doppelter Mission“ zugegen, sind sie doch als kulturpolitischer resp. inklusionspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion dem Anliegen in besonderer Weise verbunden.

In der Werkstatt ist eine Gruppe von zehn Personen dauerhaft acht Stunden am Tag künstlerisch-bildnerisch tätig.

„Es gibt nur einen Ort, wo diese Ausstellung stattfinden und zum Ausdruck kommen kann: Hier, mitten in den Räumen der Landtagsfraktion, sind sie genau richtig“, kommentierte Gödecke die Wahl des Ortes.

Aufgrund der außergewöhnlich hohen Zahl von Interessenten und Anmeldungen hatte die Landtagsverwaltung den Veranstaltungsbereich sogar zur Wandelhalle des Landtags hin geöffnet. Menschen aus dem gesamten bergischen Raum wie auch Weitgereiste aus dem Norden und Süden der Republik kamen zusammen, um dieser Werkschau sozusagen im Herzen der Demokratie beizuwohnen. Das musikalische Rahmenprogramm verantwortete der Wuppertaler Didgeridoo-Virtuose Marvin Dillmann.

Die Präsidentin verwies auf die Grundidee, Kunst aus den Wahlkreisen vorstellen und damit zugleich im glücklichen Fall des Gelingens politisch die richtigen Weichenstellungen setzen zu wollen. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass es dieses Mal in außerordentlicher Weise gelungen sei und zwar aufgrund dessen, dass „etwas ganz Besonderes“ zu sehen sei: etwas ganz besonders Qualitätvolles. In diesem Sinne sprächen die Bilder und Objekte für sich.

Zudem artikuliere die Ausstellung mit ihrem Titel „eine politische, gesellschaftliche und philosophische Botschaft“. „Was“, so Gödecke, „bedeutet ‚Zurück zur Intuition‘ für uns alle? Hört in Euch hinein, fangt an, auf Euch selbst zu hören?“

Diese Form der Kommunikation und des „Dahinter – und Hineinschauen-Lassens“, das jenseits des Wortes Sehen, Fühlen und Empfinden Ausdruck verleihe, sei gleichermaßen Mut machend wie mutig. Die Arbeit des Troxler-Hauses verdiene höchstes Lob und Respekt: „Ich bin froh und dankbar für das Erleben dieses wunderbaren Moments mit einer einmaligen Ausstellung.“

Andreas Bialas berief sich in seinem Grußwort auf Joseph Beuys‘ erweiterten Kunstbegriff im Konzept der sozialen Skulptur als Gegenentwurf zur bloß formalen Ästhetik. Die Arbeit der Troxler-Kunstwerkstatt sei ein großartiges Beispiel, wie der Einzelne durch kreatives Handeln zum Wohle der Gesellschaft beitragen und in Richtung einer Humanisierung und Zivilisierung wirken könne.

Andreas Bialas: „Hinsichtlich des Zugangs zu Kunst und Kultur muss gelten: Keinen Menschen zurücklassen! Kunst verträgt keine Exklusivität.“

Die Abkehr von falscher Exklusivität sei indes eine doppelte ebenso wie notwendigerweise die Inklusion an ihrer Stelle.

Der Wuppertaler Abgeordnete formulierte unmissverständlich das Motto der Vernissage: „Dies sind keine Werke von Behinderten. Das sind Werke von Künstlern, die auch eine Behinderung aufweisen.“

Im Troxler-Haus könne dank des Einsatzes von Otto Zech Kunst gelebt werden.

Bevor Josef Neumann offiziell Ausstellung und Büffet eröffnete, erlaubte Zech, Mentor und Koordinator eines Projekts, das erfreulicherweise zum Dauerzustand wurde, kurz einen Einblick in das Klima und den guten Geist, die in der Kunstwerkstatt obwalten. Kern sei die Interaktivität des schöpferischen Prozesses. Überlegungen seiner Ehefrau, Stephanie Roos-Zech, aufgreifend kennzeichnete er die Kunstausstellung als Antwort auf die Situation des permanent gehetzten, psychisch defizitären Menschen im Alltagsgeschäft, die „Bewusstsein für den innerseelischen Bereich, das vom Intellekt Unverstellte“ wecke.

Otto Zech dazu: „Wesenhaft unterscheiden wir uns nicht. Es geht um den Menschen schlechthin. Im Kern sind wir geeint und zugleich Individualisten.“

Das Wunder der Kunst – Beuys im Hinterkopf – gelang auch im Publikum, ein kommunikatives Miteinander von lauter Subjekten, mit und ohne Behinderung, gleichermaßen betreute und nicht betreute.

Die Kunstwerkstatt des Troxler-Hauses distanziert sich von jeglichem Therapeutisieren der Kunst. Kunst sei und zeige einfach, was sie sei, aber bitte mit und als Freiheit für alle.

„Mit ihnen zu arbeiten, ist das Wunderschönste, das man sich vorstellen kann, manchmal anstrengend, aber wunderschön.“

Wahrscheinlich gibt es kein besseres Schlusswort.

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